Wir sagen Nein zu Getränkekartons!

Verpackung mit falschem Image: Getränkekartons sind nicht umweltfreundlich

Getränkekartons gelten bei vielen noch als besonders ökologische Verpackung. Das liegt auch daran, dass sie 2000 und 2002 vom Umweltbundesamt als ökologisch vorteilhaft eingestuft wurden. Doch die Getränkekartons von damals haben immer weniger mit denen von heute gemein. Was aus dem Image des vermeintlich ökologischen Getränkekartons geworden ist? Ein Mythos, der viel Abfall produziert.

Getränkekartons wurden vor vielen Jahren vom Umweltbundesamt als ökologisch vorteilhaft eingestuft - zu Unrecht wie Recherchen der Deutschen Umwelthilfe ergaben. Getränkekartons sind um rund ein Drittel schwerer geworden, enthalten immer mehr Plastik und gleichzeitig weniger Papierfasern. Mit diesen problematischen Neuerungen wird das Ökobilanz-Ergebnis immer schlechter. Den Herstellern ist das egal – sie preisen die Verpackung weiterhin als umweltfreundlich an.

Nur noch ein Mythos: Den ökologisch vorteilhaften Getränkekarton gibt es schon längst nicht mehr.© Holzmann/ DUH

Getränkekartons sind eine sogenannte Verbundverpackung und bestehen aus unterschiedlichen übereinander gelegten Materialien, wie Papier, Polyethylen oder Aluminium. Das erschwert das Recycling dieser Verpackung ganz erheblich. Die Getränkekartonhersteller kommunizieren, dass 71 Prozent ihrer Verpackungen recycelt werden, doch in Wirklichkeit sind es nur 36 Prozent. Restinhalte, Verschmutzungen und fehlsortierte Verpackungen werden zu Unrecht als recycelt gewertet. Auch die Kunststoff- und Aluminiumanteile werden als recycelt gewertet, obwohl diese Stoffe in Müllverbrennungsanlagen oder Zementfabriken verbrannt werden.

Getränkekartons sind heute deutlich schwerer als noch vor zehn Jahren. Damals wog ein Getränkekarton im Durchschnitt 26 Gramm pro Liter. Heute kommt er durchschnittlich auf 35 Gramm pro Liter. Damit ist die Verpackung heute knapp 20 Prozent schwerer als damals.

Getränkekartons bestehen nur noch zu 70 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz in Form von Karton und nicht, wie vor über einem Jahrzehnt angenommen, zu 74 Prozent. Aber umso weniger Karton desto schlechter die Ökobilanz, da der Anteil nicht nachwachsender Rohstoffe (Aluminium und Kunststoff) zunimmt. Es gibt inzwischen Getränkekartonmodelle, die zu mehr als 50 Prozent aus Kunststoff bestehen und eher Plastikflaschen ähneln.

Die Umweltbilanz von Getränkekartons hat sich in den letzten 10 Jahren stetig verschlechtert. Deshalb muss der Verpackung die Einstufung als ökologisch vorteilhaft aberkannt werden. Die DUH fordert außerdem, die Getränkekartons in die Pfandpflicht einzubeziehen, wie z.B. Plastikflaschen oder Dosen. Die Bepfandung würde dazu führen, dass bis zu 40 Prozent mehr Getränkekartons sortenrein erfasst und recycelt werden könnten.

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Stellvertretender Leiter Kreislaufwirtschaft
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