Praxistest bestanden: systemübergreifende Rückgabe von Takeaway-Mehrwegbechern im REWE-Markt im Berliner Pilotbezirk Friedrichshain-Kreuzberg funktioniert
Coffee-to-go im Mehrwegbecher? Für die Umwelt eine gute Sache, aber leider noch kein Standard. Das wollten wir ändern! Daher haben wir in einem Pilotprojekt vom 10. März 2025 bis zum 8. März 2026 die Rückgabe von RECUP Mehrwegbechern neben EINFACH MEHRWEG Bechern von Sykell im Leergutautomaten in REWE-Märkten im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg getestet. Die Ziele des Pilotprojekts wurden erreicht: Eine skalierbare Mehrweginfrastruktur wurde erfolgreich erprobt. Die Rückgabe über Leergutautomaten wird von den Berliner*innen gewünscht und angenommen.
Ein paar Ergebnisse auf einen Blick:
- Funktioniert und zwar reibungslos: Die Rückgabe von Mehrwegbechern im Leergutautomaten von REWE-Märkten läuft logistisch wie technisch einwandfrei. Mit einem einheitlichen Kennzeichnungsstandard für Mehrwegbecher ließ sich die zentrale, systemübergreifende Mehrweginfrastruktur inklusive gemeinsamer Rückhol- und Reinigungslogistik gemeinsam nutzen.
- Circa 95 % der Verbraucher*innen finden die Rückgabe über Leergutautomaten praktisch und mehr als 80 % würden deutlich öfter zu Mehrweg greifen, wenn diese Rückgabemöglichkeit flächendeckend verfügbar wäre.
- Die Gastronomie bewertete die Rückgabe über den Pfandautomaten positiv, weil sie sich dadurch aufs Kerngeschäft konzentrieren kann. Über 70 % der Gastronom*innen wünschen sich eine Ausweitung dieser Rückgabemöglichkeit.
- Der Schlüssel lag im persönlichen Kontakt: Die direkte Ansprache der Kund*innen am Point of Sale entscheidet maßgeblich darüber, ob die neue Rückgabemöglichkeit für die Mehrwegbecher genutzt wird.
Wie funktionierte der Pilot?
Mehrwegflasche in den Automaten geben, Pfandbon erhalten und so Ressourcen schützen – das kennen wir schon seit vielen Jahrzehnten. Schön einfach, wenn das auch mit To-go-Mehrwegbechern klappt?! In unserem einjährigen Mehrweg-Piloten konntest du geliehene RECUP-Mehrwegbecher auch in den Leergutautomaten in REWE-Märkten in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg zurückgeben. Deinen Becherpfand hast du direkt an der Kasse zurückbekommen. Ein großer Schritt, um Mehrweg einfacher und damit attraktiver zu machen, denn bisher wurden RECUP-Becher in Berlin nur in teilnehmenden Cafés und Restaurants zurückgegeben. Jetzt war es möglich, dass du deinen Lieblingskaffee im Mehrwegbecher genießt und ihn einfach beim nächsten Einkauf bei REWE in den Leergutautomaten steckst. Die automatisierte Rücknahme wurde durch Sielaff und Tomra ermöglicht – dank einfachem Software-Update der Automaten, ohne zusätzliche Kosten. Sykell und Profimiet kümmerten sich um den Rest: So landete dein Becher nach dem Weitertransport und dem Spülen flott wieder in deinem Lieblingscafé – ein komplett nachhaltiger Kreislauf.
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Fordere mit uns gemeinsam Städte und Gemeinden dazu auf, eine Verpackungssteuer einzuführen - damit Mehrweg endlich zum Standard wird.
Die Ergebnisse des Berlin Mehrweg-Pilots im Detail
Was hat das Pilotprojekt wirklich gebracht? Hier findest du alle Ergebnisse auf einen Blick.
Pilotprojekt beendet - und jetzt?
Lies unsere Pressemitteilung und welche nächsten Schritte jetzt folgen müssen.

Wer war dabei?
In über 80 Cafés und Restaurants in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg konntest du RECUP-Becher mit der speziellen Automaten-Codierung ausleihen. Mit dabei waren große Ketten wie Kamps, Le Crobag oder Burger King aber auch lokale Betriebe wie die Holzmarktperle oder das Blumental. Anschließend konntest du die Becher für ein Jahr bis März 2026 in REWE-Märkten in Friedrichshain-Kreuzberg über die Leergutautomaten zurückgeben.
Damit der Leergutautomat die Becher erkennen konnte, brauchte jeder RECUP-Becher einen Data-Matrix-Code – quasi seinen digitalen Fingerabdruck. Zusätzlich trugen die Becher einen QR-Code zur Nachverfolgung im System – ein Ansatz, der künftig durch die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) für Mehrwegverpackungen ohnehin vorgeschrieben sein wird.
So sahen die Becher von RECUP aus, die du bei REWE zurückgeben hast:
Hier findest du eine Übersicht der teilnehmenden Cafés und Restaurants mit RECUP-Bechern sowie die REWE-Märkte:
Wusstest du, dass du in den REWE-Märkten bereits jetzt Mehrweg an der Salatbar sowie an Frischetheken, Unverpackt-Stationen und im Deli am Markt nutzen kannst? Die EINFACH MEHRWEG-Becher und -Boxen von Sykell gibt es seit 2023 in vielen REWE-Märkten. Du kannst sie über ein Pfand ausleihen und später im Leergutautomaten zurückgeben. Becher von EINFACH MEHRWEG gibt es auch bei anderen Partnern. Weitere Infos unter EINFACH MEHRWEG.

Wie geht es nach dem Piloten weiter?
Wir wollen, dass sich diese einfache Rückgabemöglichkeit für Mehrweg-Takeaway-Systeme deutschlandweit durchsetzt. Dafür müssen möglichst viele Supermärkte mitmachen und neben RECUP auch Mehrwegbehältnisse weiterer großer Anbieter zurücknehmen. Nach Abschluss des Pilotprojekts haben wir die gewonnenen Daten und Erfahrungen ausgewertet und bringen die Ergebnisse nun aktiv in den Austausch mit Unternehmen, Politik und Kommunen ein, um Mehrweg weiter voranzubringen. Wir haben aber auch im Pilotprojekt gelernt, dass es zusätzliche informationelle, politische und ökonomische Instrumente bedarf, wie die Verpackungssteuer, um Mehrwegsysteme effektiv zu skalieren.
Die Rücknahme von Bechern über Leergutautomaten in Supermärkten soll Mehrweg im To-go-Bereich größer machen. Bisher werden die Becher über Cafés und Restaurants zurückgenommen und vor Ort gespült. Sollte jedoch in Zukunft jede zweite Person Mehrweg nutzen, müssten täglich in Berlin über 700.000 Becher und Boxen herausgegeben und zurückgenommen werden. Um diese Mengen zu bewältigen, braucht es effiziente Lösungen! Das geht über die Leergutautomaten in Supermärkten und die dahinterstehende Transport- und Spülinfrastruktur. Das bedeutet: Die Mehrwegbecher werden in den REWE-Märkten in Transportkisten verpackt, zum nächsten REWE-Lager transportiert und gesammelt zur industriellen Spülanlage von Profimiet gebracht. Dort werden sie professionell gereinigt, geprüft und verpackt. Anschließend gehen die Becher zurück auf den Weg zu deinem Lieblingscafé. So soll langfristig auch kleinen Cafés und Restaurants ohne eigene Spülmöglichkeit die Nutzung von Mehrweg ermöglicht werden.
Das Pilotprojekt in Berlin ist Teil eines europäischen Netzwerks, das die Organisation Zero Waste Europe koordiniert. Im Reuse Vanguard Project (RSVP) werden in den Städten Paris, Aarhus, Kopenhagen, Lissabon, Barcelona, Ghent, Leuven sowie Rotterdam ebenfalls Piloten im Mehrweg-to-go-Bereich umgesetzt. Die Städte verfolgen abgewandelte Ansätze, um zentralisierte Mehrwegsysteme zu testen. Die Erkenntnisse aus diesen Städtenetzwerk werden miteinander verglichen, um in einem Leitfaden Empfehlungen zu geben, wie Mehrweg unter verschiedenen Rahmenbedingungen funktionieren kann.
Folgende Partner waren an der Umsetzung beteiligt:

Das Pilotprojekt „Zukunft gestalten: Berlin zur Mehrweg-to-go-Hauptstadt machen“ wird von der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt gefördert. Unterstützung erhielt das Pilotprojekt zudem vom Environmental Defense Fund.