Pressemitteilung
Weltnaturkonferenz in Jerewan muss Wendepunkt sein: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Verfehlung der Biodiversitätsziele in Deutschland
Berlin, 16.10.2026: Vor dem Start der Weltnaturkonferenz in Jerewan warnt die Deutsche Umwelthilfe (DUH), dass bisherige Bemühungen gegen das Artensterben nicht ausreichen. Zur Halbzeit der in Montréal gesetzten Biodiversitätsziele liegt Deutschland weit zurück. Dazu gehören unter anderem das Ziel, 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam zu schützen und zu vernetzen, die Halbierung der Risiken durch Pestizide sowie Identifikation und Abbau biodiversitätsschädigender Subventionen. Auch der globale Halbzeitbericht zeigt: Ohne zusätzliche Anstrengungen ist keines der 23 Naturschutzziele bis 2030 erreichbar. Die DUH fordert deshalb die Bundesregierung und die EU auf, verbindliche Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt auf den Weg zu bringen.
Dazu Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer:
„Die Bundesregierung beschließt noch immer Gesetze, die den Naturschutz nachweislich schwächen. Dazu gehört beispielsweise das Infrastrukturzukunftsgesetz, das Straßen und grauer Infrastruktur Vorrang gewährt, ohne notwendigen Ausgleich für die Natur zu schaffen. Wo bleiben das Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur und der Nationale Wiederherstellungsplan? In Deutschland werden täglich Ökosysteme durch giftige Pestizide gestört oder von Straßen zerschnitten. Die Überfischung der Meere schreitet selbst in Schutzgebieten weiter voran. Die Weltnaturkonferenz in Jerewan muss der Wendepunkt für die Bundesregierung sein. Wir erwarten schnellstmöglich verbindliche Maßnahmen für die Biodiversität, wie die Verabschiedung eines wirksamen Gesetzes für die Natürliche Infrastruktur.“
Für Deutschland relevante Ziele aus dem Weltnaturabkommen sind unter anderem die Wiederherstellung der Natur, die Stärkung von Schutzgebieten, die Reduzierung von giftigen Pestiziden und Nährstoffeinträgen, die Förderung naturfreundlicher Landwirtschaft, die Einhaltung von Lieferkettenregeln und der Abbau naturschädlicher Subventionen.
Hintergrund:
Das Weltnaturabkommen wurde 2022 in Montréal verabschiedet und umfasst 23 globale Biodiversitätsziele bis 2030. Diese sollen den Verlust der Biodiversität bis 2030 stoppen und umkehren. Die Weltnaturkonferenz in Jerewan (CBD COP17) zieht erstmals global Bilanz. Deutschland und viele andere Staaten haben bereits nationale Strategien und Aktionspläne für die Biodiversität verabschiedet und damit klare Leitplanken geschaffen. Die Umsetzung läuft jedoch schleppend.
Die DUH begleitet die CBD COP17 vor Ort vom 21. bis 31. Oktober 2026. Für Interviews oder Hintergrundgespräche wenden Sie sich gerne an den DUH-Newsroom.
Link:
- Tabelle mit der DUH-Bewertung ausgewählter Ziele in Deutschland am Ende dieser Seite.
- Gemeinsames Positionspapier von DUH, Forum Umwelt & Entwicklung und weiteren Organisationen für die Weltnaturkonferenz: forumue.de/positionspapier-zur-17-un-biodiversitaetskonferenz-cbd-cop17-halbzeitbilanz-des-weltnaturabkommens/
Kontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de