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Pressemitteilung

Treffen der EU-Energieminister: Deutsche Umwelthilfe fordert Umweltminister Schneider zu klarem Bekenntnis zu Methanverordnung auf

Donnerstag, 25.06.2026
© Vladimir Salman / Adobe Stock

Berlin, 25.6.2026: Nach einem erneuten Angriff auf die Methanverordnung aus den erdgas- und ölexportierenden Ländern Katar und USA und intensiver Lobbyarbeit von Erdgasimporteuren, droht eine Entkernung der EU-Methanverordnung am morgigen Freitag im EU-Energieministerrat. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht Umweltminister Carsten Schneider in der Pflicht, diesen Angriff auf das wichtige Klimaschutzinstrument entschieden abzuwehren. Tschechien und die Slowakei haben die Methanverordnung auf die Agenda des Treffens der EU-Energieministerinnen und -minister gesetzt und fordern, sie auszusetzen. Deutschland ist bislang unter Führung des zuständigen Umweltministeriums als Befürworter der Verordnung aufgetreten. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen drängt Wirtschaftsministerin Reiche jedoch darauf, sich beim morgigen Treffen dem tschechisch-slowakischen Vorstoß anschließen.

Die DUH appelliert an Umweltminister Schneider, die Unterstützung Deutschlands für die Verordnung deutlich und öffentlich zu bekräftigen. Eine klare Haltung Deutschlands ist vor dem Hintergrund des Drucks aus den USA und von der Industrie entscheidend, um den Unternehmen und umsetzenden Behörden Verlässlichkeit zu signalisieren.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: 

Der Widerspruch könnte kaum größer sein: Während eine historische Hitzewelle den Kontinent plagt, will Katherina Reiche die EU-Methanverordnung abschießen. Dabei zählt die Reduktion von Methanemissionen im Öl- und Gassektor zu den schnellsten und wirtschaftlich effizientesten Klimaschutzmaßnahmen überhaupt. Laut Internationaler Energieagentur könnten durch konsequente Reduktion des Methanschlupfs bei der Gasförderung und -transport bis zu 200 Milliarden Kubikmeter zur Energiegewinnung nutzbares Gas zusätzlich verfügbar gemacht werden – anstatt dass dieses als extrem klimaschädliches Treibhausgas in die Atmosphäre entweicht. 200 Milliarden Kubikmeter entspricht fast dem Dreifachen der jährlichen deutschen Gasimporte. Dieses Gesetz jetzt abzuschwächen wäre sowohl aus Energiesicherheits- als auch aus Klimaschutzsicht völlig fehlgeleitet.

Hintergrund:

Die Methanverordnung verpflichtet Unternehmen, die für den EU-Markt Erdgas, Öl und Kohle fördern, ihre Methanemissionen zu messen und ab 2030 einen bestimmten Methanintensitätswert nicht zu überschreiten. Methan ist auf 20 Jahre betrachtet mehr als 80-mal so klimaschädlich wie CO2 und trägt bislang zu über einem Drittel der Erderhitzung bei. Katherina Reiche hatte sich bereits in der Vergangenheit, z.B. nach Ihrer Teilnahme an einer Konferenz der US Öl- und Gasindustrie, der CERA Week in Houston im März 2026, kritisch über das Gesetz geäußert, dass in der Zuständigkeit des Umweltministers Schneider liegt.

Kontakt:

Sascha-Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

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