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Pressemitteilung

„Schallende Ohrfeige“ für Pischetsrieder & Co

Freitag, 21.11.2003

Konsumenten strafen deutsche Automobilhersteller wegen rückständiger Dieselmotoren ab - Deutsche Umwelthilfe begrüßt Einigung der Umweltminister zur steuerlichen Förderung der Rußfilter ab 2005

Eine positive Zwischenbilanz zieht die Initiative „Kein Diesel ohne Filter“ exakt ein Jahr nach ihrer Gründung. Mit der gestrigen Entscheidung der Landesumweltminister sowie von Bundesumweltminister Jürgen Trittin für eine schnelle steuerliche Förderung ab 2005 gerate die bundesdeutsche Automobilindustrie massiv unter Druck, ihre Verweigerungshaltung gegen die generelle Einführung des Partikelfilters bei Dieselmotoren aufzugeben, die derzeit für ca. 14.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich ist.

Von einer „schallenden Ohrfeige für Pischetsrieder & Co“ sprach Jürgen Resch, Bun-desgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH), Koordinator des breiten Ak-tionsbündnisses pro Rußfilter den aktuellen Run auf französische Mittelklasse-Pkw von Peugeot und Citroen mit modernem Partikelfiltern während vergleichbare deutsche Diesel-Pkw im Verkauf zurückgehen.

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. kündigte eine weitere Intensivierung und Ausdehnung der Kampagne „Kein Diesel ohne Filter“ auf Lkw an. „Unser Ziel ist es, dass noch im Jahre 2004 alle neu zugelassenen Diesel-Pkw mit Rußfilter ausgestattet sind. Außerdem sollen für Altfahrzeuge Nachrüstsätze angeboten werden. Sollten die deutschen Automobilunternehmen ihre Obstruktionspolitik fortsetzen, werden die im Aktionsbündnis versammelten Verbände mit „kreativen Initiativen“ dem Konsumenten Hilfestellung bei der richtigen Kaufentscheidung geben“, so Resch.

Resch.

„Wir fordern die fünf großen deutschen Automobilunternehmen dazu auf, endlich die Zeichen der Zeit zu verstehen und spritsparende Fahrzeuge mit sauberen Motoren zu entwickeln. Es ist überfällig, dass der Wahnsinn beendet wird, für den Straßenverkehr zugelassene, bis zu 1001 PS starke Altmännerphantasien (z. B. bei VW) zu entwickeln, die mit der Reisegeschwindigkeit eines Turbopropflugzeugs bundesdeutsche Autobahnen terrorisieren und bei Spitzengeschwindigkeiten von 406 km/h Mensch und Umwelt akut gefährden. Die Geldmittel und Entwicklerressourcen, die hier vergeudet werden, fehlen aktuell bei der Entwicklung zeitgemäßer Pkw.“

Die gestrige Entscheidung der Umweltminister beinhaltet ausdrücklich auch die steuerliche Förderung von Nachrüstfiltern ab 2005, wie sie vom jüngsten Preisträger des Deutschen Umweltpreises, H.-J. Schulte aus Menden entwickelt wurden. Anlässlich der feierlichen Preisübergabe bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück am 26.10. wünschte sich Bundespräsident Johannes Rau „die Anwesenheit von 200 Einkäufern der deutschen Automobilhersteller“ und ist damit prominentester Unterstützer der Ziele unseres Aktionsbündnisses.

Aktionsbündnis KEIN DIESEL OHNE FILTER

„KEIN DIESEL OHNE FILTER“ ist ein breites Aktionsbündnis aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Verkehrs- und Automobilclubs, Gesundheitsexperten und Kinderschutzbund. Wissenschaftlicher Berater ist die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Umweltbundesamt in Genf. Nach seiner Gründung im Herbst 2002 hat sich das Bündnis zum Ziel gesetzt, durch eine breit angelegte Aufklärungskampagne Druck auf die Automobilindustrie und die Politik zur Einführung des Dieselrußfilters auszuüben und die Verbraucher über die Gefahren von Dieselruß und verfügbare Filtertechnologien aufzuklären. Seit dem 1. Mai 2003 arbeitet die Initiative „KEIN DIESEL OHNE FILTER“ eng mit Partnerorganisationen und Institutionen in den USA zusammen.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Jürgen Resch

Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4 ,78315 Radolfzell

Tel.: 0 77 32 / 99 95-0, Fax: 0 77 32 / 99 95-77, Mobil: 01 71 / 3 64 91 70

E-Mail: info@duh.de

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