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Pressemitteilung

Salzeinleitungen gefährden die Weser

Minden, Freitag, 23.03.2007

Brisantes Thema im Mittelpunkt des Weserforums der Deutschen Umwelthilfe

Auf Einladung der Deutschen Umwelthilfe Hannover (DUH), des „Büro am Fluss - Lebendige Weser e.V “ Höxter und der „Weserfreunde“, Minden trafen sich rund 40 Expert/innen beim Weserforum. Im Mittelpunkt standen Aktivitäten im und am Fluss. Unter anderem wurde über die aktuelle Salzproblematik diskutiert, stellten die Weserfreunde ihre Ideen und Aktionen vor und wurden Ansätze für eine „Natur - Werre Löhne“ aufgezeigt.
Die von der Firma Kali + Salz geplante Einleitung von zusätzlichen Salzlaugen in die Werra aus dem Kalirevier an der Fulda ist zurzeit wohl das umstrittenste Vorhaben im Weser-Werra-Raum. Christian Schneider vom Büro am Fluss stellte die Problematik sowie den aktuellen Diskussionsstand anschaulich dar. Aufgrund des noch in der Kriegszeit festgelegten hohen Grenzwertes der geplanten Einleitungen von 2.500 mg/l können die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die Verbesserung des ökologischen Zustandes von Werra und Weser, nicht erreicht werden. Zum Vergleich: In der Oberweser sind immerhin noch über 800 mg/l messbar, der Zielwert für einen guten ökologischen Zustand von Fließgewässern laut Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) liegt aber nur bei 100 mg/l Chlorid. Die Deutsche Umwelthilfe teilt die Befürchtungen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) dass neben den Fließgewässern auch die Auen stark unter dem Eintrag zunehmender Salzfrachten leiden würden, verdeutlichte Frank Neuschulz als Leiter Naturschutz der DUH.

Schneider kam zu folgenden Resümee: Leider fehlen noch die für Entscheidungsprozesse dringend notwendigen Hintergrundinformationen sowie ein nachhaltiges Konzept, doch ist inzwischen durch das öffentliche Interesse Bewegung in die Diskussion gekommen. Nun gilt es, Alternativen zur Laugenpipeline zu untersuchen, damit ein abgestimmtes und länderübergreifendes Konzept zeitnah eine nachhaltige Lösung für die Salzproblematik bringt (nähere Infos unter www.lebendige-weser.de).
Ein konkretes Projekt zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der Fließgewässer im Wesereinzugsgebiet und zur Attraktivität eines Fließgewässers stellte Ralf Isemann vom Weser-Werre-Else Projekt vor: Um die für viele Wasserlebewesen notwendige Durchgängigkeit der Werre wieder herzustellen, wurde ein marodes Sielwehr für einige Zeit abgesenkt. Sichtbar wurde allerdings nicht der ökologische Erfolg, sondern in erster Linie viel Unrat, der durch die Absenkung zu Tage trat, wodurch die Akzeptanz der Maßnahme bei der Bevölkerung erschwert wurde. „Dies ist ein interessantes Beispiel für die hohe Bedeutung von Informations- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“, stellt Gabi Fiedler von der DUH fest. Aus dem Forum kamen dazu konstruktive Vorschläge wie z.B. die Einbeziehung von Wirtschaft und Tourismus.

„Die Weser wieder an die Menschen bringen“ – dies ist das Motto der Weserfreunde Minden, eine Gruppe Landschaftsplaner, Ingenieure und anderer engagierter Bürger/innen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Weser wieder als prägendes und verbindendes Element im Stadtbild hervorzuheben und damit die Lebensqualität in Minden zu steigern. Vorgestellt wurden ihre Projektideen wie z.B. Badestrand, Weserpromenade, Weserinsel und Landesgartenschau, wobei die Orte der einzelnen Planungen in der anschließenden Exkursion besichtigt werden konnten. Der Verein Weserfreunde hofft, noch weitere Bürger/innen Mindens für ihre regelmäßigen Planungstreffen und Ideenschmieden gewinnen zu können.

Unter der Moderation von Frank Neuschulz, DUH, entwickelten sich angeregte Diskussionen zu den vorgestellten Themen, und nebenbei konnten auf dieser Konferenz bestehende Kontakte vertieft und neue geknüpft werden. Die rund 40 Teilnehmer/innen, mit Vertreter/innen von Umwelt- und Wasserbehörden, Umwelt- und Fischereiverbänden, Wassersportler sowie Initiatoren regionaler Projekte, beweisen das große Interesse an einer weiteren Vernetzung zur Lebendigen Weser. Für das nächste gemeinsame Projekt wurden erste Aktionsideen für den „Tag der Artenvielfalt“ am 9. Juni entwickelt.
Die Veranstalter freuten sich über den Erfolg der Konferenz. „Das Weserforum ist bereits jetzt zu einem wichtigen Netzwerk zum Schutz und Erleben der Weser und ihrer Zuflüsse geworden und wird zukünftig regelmäßig in wechselnden Orten im Weser-Einzugsgebiet stattfinden“, so Kevin Schulz von der DUH. Das nächste Forum ist im Oktober in Kooperation mit dem Verein „Sumpfblume“ in Hameln geplant.


Für Rückfragen:


Gabi Fiedler und Kevin Schulz
Deutsche Umwelthilfe (Tel.: 0511/390805 -11/ -12)

Christian Schneider 
Büro am Fluss (Tel: 05271/49 07 22)

 

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