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Pressemitteilung

Natur findet Stadt – Deutsche Umwelthilfe zeichnet Stadtwiesenprojekt in Chemnitz als Projekt des Monats November aus

Radolfzell/Chemnitz, Freitag, 07.11.2008

Chemnitz gestaltet auf Brachen in der Stadt einheimische Blumenwiesen statt Einheitsrasen – Stärkung des städtischen Biotopverbundes - Ökologie und Ökonomie vorbildlich verbunden – Die DUH-Initiative „Grün in der Stadt“ zeichnet das Stadtwiesenprojekt in Chemnitz als „Projekt des Monats“ im November aus

– Das Stadtwiesenprojekt in Chemnitz nutzt eine Begrünungsmethode, die gleichermaßen ökologisch und ökonomisch ist. Auf neu entstandenen Brachflächen in der Stadt wird Mähgut aus Schutzgebieten ausgebracht. Die entstehenden Wiesen bieten einer Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume. Die Initiative „Grün in der Stadt“ der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zeichnet das Projekt deshalb als Projekt des Monats November aus. „Die einheimischen Blumenwiesen sind ein sehr schönes Beispiel für die kostengünstige Schaffung von neuen Naturerfahrungsräumen in der Stadt, die zugleich die Lebens- und Umweltqualität in den Stadtteilen erhöhen, die vom Stadtumbau betroffen sind“, sagte Uwe Friedel, Projektmanager Kommunaler Umweltschutz der DUH, bei der Preisübergabe. „Zudem spricht das rege Interesse der Öffentlichkeit bei Wiesenexkursionen, stadtökologischen Führungen oder den Blumenwiesen-Fotowettbewerben für das Bedürfnis der Bevölkerung nach innerstädtischen Naturflächen“.

Unter dem Motto „Einheimische Blumenwiesen statt Einheitsrasen aus Neuseeland“ startete das Agendabüro Chemnitz bereits 2005 mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem Naturschutzbund NABU und weiteren Akteuren ein Projekt für die neuen Freiflächen der Stadt. "Das Projekt ist ein gelungenes und schönes Beispiel für erfolgreiches Bürgerengagement der Partner, die sich an diesem wichtigen ökologischen Projekt beteiligt haben. Ich freue mich, die Auszeichnung für die Stadt Chemnitz entgegenzunehmen und wünsche mir viele weitere solche Projekte",  sagte Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz.

Die Freiflächen sind durch den demographischen und strukturellen Wandel entstanden, den die Stadt seit 1990 zu bewältigen hat. Da die ehemalige Industriestadt seitdem mehr als 70.000 Einwohner verloren hat, standen Wohnblöcke leer und mussten schließlich abgerissen werden. Die Stadt hat die neuen Brachen in naturnahe Wiesen verwandelt, die die städtische Landschaft attraktiver für die Bewohner und die Tier- und Pflanzenwelt machen. Das Netz der städtischen Biotope wird hierdurch enger geknüpft, was für den Erhalt der lokalen Artenvielfalt besonders wichtig ist. Ökologisch überzeugend ist vor allem die Verwendung von Mähgut aus städtischen Biotopen und geschützten Gebieten, denn dadurch breiten sich gebietsheimische Pflanzen- und Tierarten aus, die gut an die regionalen ökologischen Bedingungen angepasst sind. Die Verwendung des sogenannten Naturschutzheus ist aber auch aus ökonomischer Hinsicht eine elegante Lösung für die Begrünung der Brachflächen, denn so spart die Stadt die Kosten für die Entsorgung des Grünschnitts. Zudem sparen die Wohnungsgenossenschaften die Kosten für die Ausbringung von Mutterboden und die Anschaffung von Einheitssaatgut bei der Gestaltung der Freiflächen.

Das Stadtwiesenprojekt wird von der Lokalen Agenda 21, dem Deutschen Verband für Landschaftspflege und dem NABU Regionalverband Erzgebirge getragen. Kooperationspartner sind u. a. die Stadtteilgemeinschaft Sonnenberg, Nachhall e.V., die Wohnungsgenossenschaften GGG, WCH, WG Einheit, SWG und der Verein Naturhof e.V. In den Wiesen haben sich bereits Raritäten wie Moorklee, Ackerwachtelweizen, Tausendgüldenkraut, Roter Zahntrost oder der Kleine Klappertopf angesiedelt. Dieses Jahr sind weitere Flächen zur Mähgutübertragung vorgesehen. Desweiteren wird in einem Wohngebiet ein Saatgutgarten eingerichtet, der zur Produktion von regionalem Saatgut dienen soll. Weitere Informationen über Natur- und Artenschutzprojekte der Stadt Chemnitz sind in der Broschüre „Natur findet Stadt - (Bio-)Diverses aus Chemnitz“ zu finden.

Fotos zum Projekt finden Sie im Internet unter http://www.duh.de/1978.html.

über "Grün in der Stadt"

„Grün in der Stadt“ ist ein Projekt der Deutschen Umwelthilfe e.V., das vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert wird. 2008 wird monatlich ein Projekt ausgezeichnet, das ökologisches Grünflächenmanagement auf beispielhafte Weise verwirklicht. Kooperationspartner sind der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), das COmpetence NeTwork URban ECology (CONTUREC), der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) und der Deutsche Städtetag (DST). Weitere Informationen gibt es unter www.stadt-gruen.de

Für Rückfragen:

Uwe Friedel
Deutsche Umwelthilfe e.V., Kommunaler Umweltschutz, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell
Mobil: 0173 8058563, Tel.: 07732 9995 -57, Fax: 07732 99 95 -77, E-Mail: friedel@duh.de

Manfred Hastedt
Umweltzentrum Chemnitz/ Stadtplanungsamt, Annaberger Straße 89, 09120 Chemnitz
Tel.: 0371-4886177, E-Mail: umweltzentrum@stadt-chemnitz.de

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