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Pressemitteilung

Kölner Bündnis fordert Einführung der Einweg-Verpackungssteuer für weniger Müll und mehr Mehrweg

Montag, 08.12.2025 Dateien: 1

• Deutsche Umwelthilfe, Umweltorganisationen, Mehrweganbieter und Kölner Gastronomie fordern Verpackungssteuer vom Kölner Stadtrat

• Köln verschwendet 75 Millionen Einweg-Becher und 60 Millionen Einweg-Essensverpackungen jährlich

• Tübingen und Konstanz zeigen: Verpackungssteuer reduziert Müll, stärkt Mehrweg und ist wirtschaftlich tragfähig

© Finke/DUH

Köln, 8.12.2025: Ein breites Bündnis aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), regionalen Umweltinitiativen, Mehrweganbietern sowie Kölner Gastronomiebetrieben fordert den neuen Kölner Stadtrat auf, die angestrebte Einführung einer kommunalen Einweg-Verpackungssteuer zeitnah voranzubringen. In Köln fallen jedes Jahr rund 75 Millionen Einweg-Becher und 60 Millionen Einweg-Essensverpackungen an, die die Vermüllung im öffentlichen Raum verschärfen.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Tübingen und Konstanz zeigen ganz klar, welche große Chance Köln mit der Verpackungssteuer jetzt hat: Weniger Müll, rasant wachsende Mehrwegsysteme und geringerer Aufwand für Reinigung und Entsorgung. In Tübingen wurde innerhalb weniger Jahre das bundesweit größte Mehrwegangebot im Verhältnis zur Einwohnerzahl aufgebaut. Gleichzeitig hat die Stadt eine Million Euro an Einnahmen generiert bei sehr geringen Verwaltungskosten von 100.000 Euro. Konstanz verzeichnete bereits nach den ersten Monaten weniger Müll im öffentlichen Raum – 4,7 Prozent gemessen am Gewicht über die Stadt verteilt, in einzelnen Stadtteilen sogar bis zu 14 Prozent. Genau diese positiven Effekte kann auch Köln erreichen, wenn der Stadtrat die Einführung der Steuer jetzt entschlossen vorantreibt. Ziel muss sein: Jede Kölnerin und jeder Kölner muss einfach auf steuerfreie Mehrwegverpackungen umsteigen können.”

Der Kölner Stadtrat hat die Verwaltung bereits im Februar 2025 mit der Ausarbeitung einer Beschlussvorlage für die Einführung der Steuer beauftragt. Nach der Kommunalwahl im September fordert das Bündnis nun, das Konzept jetzt in den Ausschüssen ohne Verzögerung weiter zu verhandeln. Für eine hohe Akzeptanz der Steuer empfiehlt das Bündnis, Gastronomiebetriebe frühzeitig einzubinden und beim Aufbau der Mehrweginfrastruktur zu unterstützen – zum Beispiel durch zentrale Rückgabe- und Spüllösungen vor Ort, etwa mit Rücknahmeautomaten.

Monika Linden, Inhaberin der Bio-Rösterei VAN DYCK mit Café: „Wir sprechen uns klar für die Einführung einer Verpackungssteuer in Köln aus. Die Müllberge wachsen stetig – und wir fragen uns: Wohin mit all dem Einwegmüll? Verpackungen landen zunehmend auf der Straße, nicht einmal mehr im Mülleimer. Statt weniger Müll produzieren wir mehr. Klimawandel, verschmutzte Gewässer, Mikroplastik in Lebensmitteln – das sind wir! Deshalb setzen wir bei VAN DYCK bereits seit Jahren ausschließlich auf den Mehrweganbieter Recup und verzichten vollständig auf Einweg-Becher.“

Nicolas Seidel, Inhaber des Café Ayni: „Wir sind absolut für eine kommunale Einweg-Verpackungssteuer in Köln. Bei der Eröffnung unseres Cafés haben wir ausschließlich auf Mehrweg gesetzt. Mittlerweile haben wir eine Mehrwegquote von 95 Prozent bei Getränken. Eine Einweg-Verpackungssteuer ist für uns eine willkommene Unterstützung, um wieder eine 100 Prozent Mehrwegquote bei Getränken und dann auch bei Speisen zu erreichen.“

Hintergrund:

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 22. Januar 2025 die Klage einer McDonald’s-Franchisenehmerin gegen die in Tübingen seit Januar 2022 geltende Einweg-Verpackungssteuer abgewiesen. Seither erwägen zahlreiche Städte in ganz Deutschland die Einführung einer Verpackungssteuer. Neben Tübingen erhebt seit 2025 auch Konstanz eine Verpackungssteuer auf Einweg-Geschirr.

Diese bundesweiten und Kölner Initiativen sowie Gastronomiebetriebe fordern im Bündnis die Verpackungssteuer:  Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace Köln, Zero Waste Köln, Fridays for Future Köln, Teachers for Future Köln, Food for Future, Robin Wood Regionalgruppe Köln, attac Köln, BUND Kreisgruppe Köln, K.R.A.K.E, NABU Stadtverband Köln, Vytal, Recup, Café Ayni, Bio-Rösterei VAN DYCK mit Café.

Link:

Das Positionspapier des Kölner Bündnisses finden Sie am Ende der Seite.

Kontakt: 

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de 

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