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Pressemitteilung

Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ ruft zum umweltfreundlichen Kauf von Getränken auf

Berlin, Donnerstag, 26.04.2012

Mehrweg unter Druck der Einweglobby – „Mehrweg-Allianz“ fordert von Umweltminister Röttgen die Einführung einer verbraucherfreundlichen Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg – Klimaschutzabgabe in Höhe von 20 Cent auf Einweg-Getränkeverpackungen zusätzlich zum Einwegpfand notwendig

Mehrwegflaschen schonen natürliche Ressourcen, vermeiden Verpackungsmüll und tragen wesentlich zum Klima- und Umweltschutz bei. Das ist die Botschaft der heute (26.4.2012) startenden Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“. Bereits zum sechsten Mal werden Verbraucherinnen und Verbraucher über Umweltvorteile und Unterscheidungsmerkmale von Mehrweg- gegenüber Einwegflaschen informiert. Die Kampagne ist eine Initiative der aus der mehrwegorientierten Getränkewirtschaft und der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) bestehenden „Mehrweg Allianz“.

Abfälle zu vermeiden und die Ressourcen zu schonen, hat nach dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz oberste Priorität“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Mehrwegflaschen können bis zu fünfzig Mal wiederbefüllt und anschließend recycelt werden, weshalb im Vergleich zu Einwegverpackungen praktisch kaum Verpackungsabfälle anfallen. Wer zur Mehrwegflasche greift, wird zum aktiven Klimaschützer.“ Trotz dieses deutlichen Umweltvorteils hat sich der Trend zu Einweg bei Erfrischungsgetränken und Mineralwässern weiter fortgesetzt.

Die sechste Informationskampagne ‚Mehrweg ist Klimaschutz‘ wird mindestens 5 000 Getränkefachmärkte in Deutschland erreichen“, erklärt der geschäftsführende Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e. V. (GFGH) Günther Guder. „Es ist längt überfällig, dass die bereits Ende 2009 noch von der großen Koalition bei der EU-Kommission notifizierte Kennzeichnungsverordnung in Deutschland praxisnah umgesetzt wird.“ Darüber hinaus fordert Guder eine zusätzlich zum Einwegpfand zu erhebende Klimaschutzabgabe auf nicht ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen, um der inzwischen auf 30 Prozent abgesunkenen Mehrwegquote bei Mineralwasser durch die Dauerniedrigpreispolitik der Discounter entgegenzuwirken. Es gelte auch, die 170 000 nicht ins Ausland exportierbaren Arbeitsplätze in der mittelständisch strukturierten Mehrwegbranche zu erhalten.

Glasmehrwegflaschen stellen, trotz der Zunahme von Individualgebinden, unverändert das ökologisch und auch qualitativ beste Verpackungssystem dar“, betont Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschlands. Die deutsche Brauwirtschaft übernehme im Biersektor mit einem Mehrweganteil von mehr als 80 Prozent eine Vorbildfunktion. Grundsätzlich seien vor allem Pool-Mehrwegflaschen zu begrüßen, da diese eine gemeinsame Flaschennutzung ermöglichen. Die Annahme, dass der Einsatz von Individualflaschen zwangsläufig zu geringeren Rücklaufquoten und höheren Umweltauswirkungen führe, sei jedoch ein Trugschluss. „Alle Mehrweg-Brauereien haben aufgrund hoher Anschaffungskosten für neue Glasflaschen ein großes Interesse daran, Mehrwegflaschen von Endverbrauchern zurückzubekommen. Dies gilt sowohl für Individualflaschen als auch für Standardflaschen“, so Demleitner. Allerdings dürften die Kosten der Leergutsortierung nicht zur Belastung kleiner und mittelständischer Brauereien führen.

Die Einwegindustrie versucht mit einseitigen Ökobilanzen ihre Einwegverpackungen grün zu rechnen, Discounter betreiben Preisdumping mit Einwegprodukten und verwischen durch irreführende Produktkennzeichnung gezielt Erkennungsmerkmale zwischen Mehrweg und Einweg“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels Sepp Gail. Das deutsche Mehrwegsystem werde bewusst von der Einweglobby unter Druck gesetzt, weshalb Maßnahmen zum Schutz des weltweit einzigartigen Systems zur Wiederverwendung von Flaschen dringend notwendig seien. Gail kritisiert, dass die von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbarte Regelung zur verbraucherfreundlichen Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg auch nach drei Jahren nicht umgesetzt worden ist. Er fordert eine unverzügliche und verbindliche Kennzeichnungsverordnung für Einweg- und Mehrwegverpackungen.

2012 wurde als Motiv für die Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ die Erde gewählt, deren Wohl und Erhaltung sprichwörtlich in der Hand des Menschen liegt. „Der Einsatz von Mehrwegflaschen leistet einen erheblichen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Durch die ausschließliche Nutzung von Mehrwegflaschen könnten im Vergleich zur Nutzung von Einwegflaschen allein in Deutschland mehr als eine Million Tonnen CO2 eingespart werden“, erklärt der frühere Umweltstaatssekretär und Geschäftsführer der Initiative Mehrweg Clemens Stroetmann. Er fordert die Politik auf, Konsumenten bei der selbst bestimmten Kaufentscheidung zu unterstützen und warnt davor, das weltweit einzigartige deutsche Mehrwegsystem „aus falsch verstandener Liberalität auf dem Altar der Einweglobby zu opfern.“

Die Druckvorlagen der Kampagnenmaterialien für Poster und Flyer können kostenfrei unter barthel@duh.de angefordert und verwendet werden.

Für Rückfragen:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V., Monschauer Straße 7, 40549 Düsseldorf, Tel.. 0211 683938, Mobil: 0172 2424 950, E-Mail: guder@bv-gfgh.de

Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland e.V., Rheinstr. 11, 65549 Limburg, Tel.: 06431 52048,  Mobil: 0171 5311444, E-Mail: info@private-brauereien-deutschland.de

Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels, König-Heinrich-Str. 22, 81925 München, Tel.: 089 99884474, Mobil: 0172 8906670, E-Mail: getraenkeverband@aol.com

Clemens Stroetmann, Staatssekretär a.D., Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg, Eichenweg 11, 14557 Wilhelmshorst, Tel.: 033205 24037, E-Mail: info@stiftung-mehrweg.de

Daniel Eckold, Pressesprecher, Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 550 17 009, E-Mail: eckold@duh.de

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