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Pressemitteilung

Jetzt erschienen: Umweltmagazin zeo2 – Ausgabe 4/2011

Berlin 30. September 2011:, Freitag, 30.09.2011

Gas-Rausch: Die Suche der Rohstoffjäger nach den letzten fossilen Schätzen

In seiner Titelgeschichte widmet sich die Herbstausgabe des Umweltmagazins zeo2 den brachialen Methoden der Rohstoffjäger bei der welt-weiten Suche nach den letzten fossilen Schätzen. „Unkonventionelles Gas“ sitzt seit Jahrtausenden in den Poren seines extrem harten Wirtsgesteins fest. Bisher galt dies als No-go-Area: unförderbar. Jetzt rücken die Multis mit viel Bohrgestänge, Chemie und glänzenden Augen an. Vor allem in den USA, wo das Wundergas inzwischen die Hälfte des Verbrauchs deckt und das Land nahezu unabhängig macht von Gasimporten. Auch in Deutschland soll die neue Gasquelle angezapft werden. Die Euphorie ist groß, ebenso der Aufwand, um mit der umstrittenen Technik des „Fracking“ die Reichtümer zu heben. zeo2 beschreibt die neuen Bohr- und Fördermethoden, aber auch die Stimmung in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wo sich Bürgerinitiativen gegen den Abbau wehren. Sie fürchten um das Grundwasser und kritisieren im Interview mit unserem Magazin die „Ewigkeitsschäden“ durch das Einpressen von Chemikalien in die Erdkruste. Exxonmobil verspricht unterdessen, „keine Risiken“ einzugehen und „alle Fragen rund um Sicherheit und Umweltverträglichkeit“ zu beachten, so Exxon-Manager Heinrich Herm Stapelberg gegenüber unserem Magazin.


Wie weiter mit der Asse? Nach vielen Schreckensmeldungen rund um das nieder-sächsische Atommüll-Lager ist nur scheinbar der Alltag zurückgekehrt. Das Berg-werk muss so schnell wie möglich stabilisiert werden, um der Einsturzgefahr auf der Südflanke zu begegnen. Zugleich beginnen an der Einlagerungskammer sieben die Vorbereitungen für die Aktion „Big Raushole“: die Rückholung von einhundertsechsundzwanzigtausend Fässern mit schwach- und mittelaktivem Müll – eine weltweit beispiellose Aktion. Die Samtgemeinde Asse unterstützt die spektakuläre Bergung des Atommülls, hat aber zugleich einen bitterbösen Brief an die „sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin“ geschrieben, den zeo2 in Auszügen dokumentiert. Darin fordert die Gemeinde finanziellen Ausgleich für den Imageschaden, den sie durch den Atommüll-Skandal erlitten hat. Auch dies ein einmaliger Vorgang.


Asien muss sich selbst das Autofahren verbieten, verlangt der Inder Chandran Nair in seinem Meinungsbeitrag für zeo2. Der „asiatische Traum“ vom Wohlstandmodell mit Haus, Auto und Kühlschrank im XXL Format sei schon aufgrund von Ressourcenknappheit und Klimaerwärmung nicht mehr realisierbar, erklärt der Leiter des Global Institute for Tomorrow in Hong Kong. Die Regierungen müssten ihre Bürger von einem neuen, ressourcenschonenden Lebensstil überzeugen – und genügend Macht aufbauen, um den Abschied vom tradierten Wohlstandbild notfalls auch gegen Widerstände durchzusetzen. Hallo Ökodiktatur? Geht dabei nicht die Demokratie über Bord? „Für Asien sind starke Staaten mit guter Regierungsführung wichtiger als demokratische Kriterien, die nur formal erfüllt werden, ist Nair überzeugt.


Fukushima, Finanzkrise, Amoklauf in Norwegen, blutige Aufstände in Libyen und Syrien, Ölleck in der Nordsee und Dioxin im Hühnerei. Wie entkommen wir unbe-schädigt dem Overkill schlechter Nachrichten? Der Aachener Publizist und Psy-choanalytiker Micha Hilgers beschreibt den modernen Menschen in der Ohn-machtsfalle, nennt Strategien und Auswege. Besonders wichtig sei es, Erfolge „im Kleinen“, in lokalen und regionalen Zusammenhängen zu suchen und sie auch gebührend zu feiern. Den Atomausstieg sieht Hilgers trotz seiner Mängel als grandiosen Erfolg einer „Jahrzehnte langen Kärrnerarbeit der Umweltbewegung“. Gefeiert wurde er jedoch kaum, weil feiern „noch nie die prominenteste Eigenschaft von Linken, Alternativen und Grünen war.“ Wer den Atomausstieg nicht auf der Habenseite verbuche, verkenne die eigene politische und gesellschaftliche Innovationskraft, schreibt Hilgers in seinem Namensbeitrag für zeo2 der Umweltbewegung ins Stammbuch.


Laut zeo2-Kolumnist Stefan Rahmstorf hatten wir in diesem Jahr in Deutschland „den kältesten Juli des jungen Jahrtausends“. Und schon gehen Anrufe von Leuten ein, die ihm empfehlen, mit „dem Gerede vom Klimawandel“ aufzuhören. Doch der Fröstel-Sommer in Deutschland trügt. Rahmstorf zählt die Klimarekorde auf, die der Juli anderswo parat hatte: 2.755 neue Tageshitzerekorde in den USA etwa oder die geringste Bedeckung der Arktis mit Meereis. Ist das der Klimawandel? Ja, sagt Rahmstorf, „Auswertungen zeigen, dass die große Mehrzahl der neuen Monatsrekorde (…) ohne den globalen Erwärmungstrend nicht zustande gekommen wäre.“


Frösche! Die Quaker gibt es in blau, rot und grün, gefleckt und gestreift – und bis zu 30 Zentimeter groß. Die extrem umweltsensiblen Tiere, deren durchlässige Haut schon auf kleinste Pestizid-Mengen reagiert, sind nicht nur schön und nützlich, sie sind für viele Menschen auch ein Leckerbissen. Froschschenkel werden immer noch in vielen Regionen der Welt gegessen. Jetzt untersucht eine neue Studie, die zeo2 vorstellt, den internationalen Handel mit Froschschenkeln. Hauptumschlag-platz ist Belgien, weltweit größter Abnehmer die EU. Indonesien ist der wichtigste Dealer. Inzwischen werden Frösche auch auf Farmen gezüchtet und gemästet, aber ein großer Teil stammt weiter aus Wildfängen. Braucht es neben einem peniblen Monitoring der Wildbestände auch ein Quotensystem für Fänge, um weitere Arten vor der Ausrottung zu bewahren? Ein Report über „springende Hühnchen“.


Weitere Themen in der neuen Ausgabe von zeo2:

  • Wie Dieselruß die Arktis aufheizt 
  • Europas Fischereipolitik
  • Blau Ökonom Gunter Pauli
  • Der neue Vegan-Supermarkt in Berlin Prenzlauer Berg
  • Eine Weiche-Männer-Tour mit dem Boot durch Polen.

zeo2 gibt es ab heute am gut sortierten Bahnhofskiosk aller größeren Städte und im Abonnement (www.zeozwei.de)

Für Rückfragen:

Marcus Franken
zeo2-Chefredaktion, E-Mail: franken@zeozwei.de, Tel. 030 3926133

Manfred Kriener
zeo2-Chefredaktion, E-Mail: kriener@zeozwei.de, Tel. 0175 5669661

Dr. Gerd Rosenkranz
Deutsche Umwelthilfe e.V., Mobil: 0171 5660577, Tel.: 030 24008670, Fax: 030 2400867-19, E-Mail: rosenkranz@duh.de

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