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Pressemitteilung

Indonesien reduziert Palmölexporte drastisch: Deutsche Umwelthilfe fordert sofortigen Stopp der Verschwendung von Essen im Tank

Donnerstag, 28.04.2022

+++Update+++ Die indonesische Regierung kündigte in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag an, den Exportstopp entgegen vorherigen Ankündigungen nun doch auf das gesamte Palmöl auszuweiten. Die in der untenstehenden Pressemitteilung beschriebenen Auswirkungen und Forderungen gewinnen dadurch weiter an Dringlichkeit.

© Imago photo - stock.adobe.com

Berlin, 28.4.2022: Angesichts der zunehmend angespannten globalen Versorgungslage mit Speiseölen fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den sofortigen Stopp der Beimischung von Speiseölen sowie anderen Nahrungs- und Futtermitteln als Agrokraftstoff.Hintergrund ist der seit heute in Indonesien geltende Exportstopp für mindestens 40 Prozent des Palmöls, mit dem der weltweit größte Palmölproduzent Rohstoffknappheit und steigende Preise im eigenen Land bekämpfen will. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, kommentiert:

„Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank. Wir können nicht weiter Speiseöle in Autotanks kippen, während deren Preise in den Produktionsländern explodieren und die Bevölkerung in den Hunger treiben. Die Menschen in Indonesien, im Nahen Osten oder Westafrika spüren die Folgen der sich zuspitzenden Lebensmittelkrise bereits jetzt. Agrokraftstoffe stehen in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und heizen Klimakrise und Biodiversitätsverlust weiter an. Deshalb fordern wir von Bundesumweltministerin Steffi Lemke und der EU einen sofortigen Förderungsstopp für die Beimischung von Lebensmitteln im Tank in Deutschland und Europa.“ 

Hintergrund:

Indonesien hat am vergangenen Freitag einen Exportstopp für Teile des im Land produzierten Palmöls bekanntgegeben, um bei steigenden Lebensmittelpreisen die inländische Versorgung zu sichern. Das führt zu einer Verknappung des Rohstoffs auf den internationalen Märkten – und das bei ohnehin angespannter Lage. Die Preise für Palmöl haben sich innerhalb der letzten beiden Jahre bereits mehr als verdoppelt, unsichere Lieferungen anderer Pflanzenöle aufgrund des Ukraine-Krieges haben die Lage auf dem Speiseölmarkt in den letzten Monaten zusätzlich verschärft. Ein Umstieg auf andere Speiseöle ist jedoch auch keine Lösung. Da der Palmölanbau pro Fläche mit Abstand den größten Ertrag bringt, würde ein Ersatz den Flächenverbrauch massiv in die Höhe treiben – mit drastischen Folgen für Klima und Biodiversität. Das nach Palmöl günstigste Pflanzenöl ist Sojaöl, oft produziert in Südamerika. Wird der Sojaanbau hier ausgeweitet, heizt das die Zerstörung wertvoller Ökosysteme wie des Cerrado-Trockenwalds weiter an. Deswegen braucht es dringend eine Entspannung des Pflanzenölmarkts. Bundesregierung und EU können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, indem sie Agrokraftstoffe aus der Förderung zu nehmen – über eine Gesetzesänderung beziehungsweise eine entsprechende Regelung in der sich derzeit in Überarbeitung befindlichen europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie.

Kontakt: 

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

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