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Pressemitteilung

HVO100 und B10: Scheinlösungen beim Klimaschutz beenden

Mittwoch, 10.04.2024 Dateien: 1

Gemeinsame Pressemitteilung von NABU und DUH

© Sandor Jackal/ Fotolia
Tanken

Berlin, 10.4.2024: Zum 13. April 2024 werden der neue Kraftstoff HVO100 (Hydriertes Pflanzenöl in Reinform) und Diesel mit bis zu zehnprozentiger Beimischung pflanzlicher und tierischer Inhaltsstoffe (B10) in Deutschland zugelassen. Dies ist kein Erfolg für den Klimaschutz - im Gegenteil. Der massenhafte Einsatz von altem Frittierfett, Palmöl-Nebenprodukten oder Tierfetten birgt ein hohes Betrugsrisiko und erhöht die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten der Ausgangsstoffe. Nicht zuletzt geht die Nutzung von Kraftstoffen aus sogenannten Abfall- und Reststoffen mit Schäden für Klima und Biodiversität einher.

Anlässlich der Einführung von HVO100 veröffentlichen NABU, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Deutscher Naturschutzring, Greenpeace, ROBIN WOOD und Transport & Environment heute einen Faktencheck, der mit den Mythen um Kraftstoffe aus sogenannten Abfall- und Reststoffen aufräumt.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kommentiert: „Der Kraftstoff HVO100 wird von der Industrie gerne als rein abfall- und reststoffbasierter Sprit beworben. Ein Großteil der Ausgangsstoffe vom sogenannten „Bio“-Sprit stammt jedoch aus Monokulturen direkt vom Acker und verbraucht damit Flächen, die für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden könnten. Vorhandene Reststoffe werden zudem bereits anderweitig von der Industrie abgenommen. Stattdessen soll nun Waldrestholz im Tank verbrannt werden. Dies ist ein schwerwiegender Fehler, der Biodiversität, Klimaschutz und Industrie schadet und den Blick auf die eigentlichen Lösungen trübt. Die Halbwahrheiten der Kraftstoffindustrie dürfen nicht ohne Aufklärung an die Verbraucher und Verbraucherinnen weitergegeben werden.”

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Wir brauchen dringend eine grundlegende Mobilitätswende: bessere Infrastruktur für Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger, attraktiven öffentlichen Verkehr, deutlich weniger Autos. Was wir nicht brauchen, sind Scheinlösungen wie HVO oder B10, die auf dem Papier Emissionen mindern, aber in der Realität teils sogar noch klimaschädlicher sind als fossile Kraftstoffe. Ein Kraftstoff, für den altes Frittierfett aus Asien um den halben Globus transportiert wird, um dann hier in Pkw-Verbrennungsmotoren verheizt zu werden, ist nicht nachhaltig. Industrie und Regierung suggerieren stets, dass Sprit aus Abfall- und Reststoffen flächendeckend als Kraftstoff eingesetzt werden kann, aber Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass die Rohstoffe höchstens für 1 Prozent des heutigen Straßenverkehrs reichen. HVO ist eine Mogelpackung, die nicht ohne Grund schon im vergangenen Jahr für unseren Schmähpreis ‚Goldener Geier‘ für die dreisteste Umweltlüge nominiert war.“

Link:

Den Faktencheck von NABU, DUH, DNR, Greenpeace, ROBIN WOOD und Transport & Environment finden Sie am Ende dieser Seite.

Kontakt:

Dr. Johanna Büchler, Senior Expert Klimaschutz im Verkehr, DUH+49 30 2400867-756, buechler@duh.dePauline Schur, Teamleiterin Verkehrspolitik, NABU+49 1525 915 8575, pauline.schur@nabu.de

DUH Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de 

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