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Pressemitteilung

Historische Chance für Schutz der Wälder auf der Kippe: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Verwässerung des EU-Gesetzes gegen importierte Entwaldung

Montag, 27.06.2022 Dateien: 1

• Vorab-Vorlage des EU-Rates offenbart: Neuer EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten droht massive Schwächung zugunsten des Handels

• DUH kritisiert, dass arten- und kohlenstoffreiche Entwaldungshotspots und entwaldungskritische Rohstoffe wie Kautschuk weiter durchs Raster fallen

• Repräsentative Umfrage zeigt: 8 von 10 Menschen in Deutschland unterstützen ein strengeres Gesetz gegen Waldzerstörung

© Victor Moriyama

Berlin, 27.6.2022: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt vor einer massiven Abschwächung des EU-Gesetzesvorschlags gegen Entwaldung vonseiten der Mitgliedstaaten. Große Handelsunternehmen wie etwa Supermärkte sollen laut einer Vorab-Version des EU-Rates, die der DUH vorliegt, von Sorgfaltspflichten befreit werden, Kontrollen sollen kaum stattfinden. Zudem soll nur noch ein Bruchteil der Wälder vor Walddegradierung durch die Forstwirtschaft geschützt werden. Die DUH fordert die EU-Umweltministerinnen und -minister auf, sich für klare gesetzliche Regelungen zum Schutz der Wälder und des Klimas einzusetzen. Der Beschluss des EU-Umweltrats zum Kommissionsvorschlag wird für morgen erwartet.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Europäische Union hat mit diesem Gesetz die historische Chance, die durch den Konsum von Forst- und Agrarprodukten in Europa mitverursachte Waldzerstörung einzudämmen. Der aktuelle Vorschlag des EU-Umweltrats bietet jedoch zu viele Schlupflöcher, doch noch Produkte aus entwaldeten Gebieten auf den europäischen Markt zu bringen. Wälder und Feuchtgebiete sind von unschätzbarem Wert für Klima und Biodiversität. Wir fordern alle EU-Umweltministerinnen und -minister auf, eine Abschwächung des Gesetzes dringend zu verhindern.

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verordnung soll erstmalig Einfuhrbeschränkungen sowie Sorgfaltspflichten für Unternehmen aufstellen, damit Erzeugnisse, die mit Entwaldung und Waldschädigung zusammenhängen, nicht auf den europäischen Markt gelangen. Abholzung und Gesetzesverstöße sollen damit bei Produkten wie Soja, Rindfleisch, Palmöl, Holz, Kakao und Kaffee, aber auch Leder, Schokolade und Möbeln ausgeschlossen werden. Bereits im Vorschlag der Kommission fehlten jedoch wichtige Entwaldungshotspots wie die arten- und kohlenstoffreiche Waldsavanne Cerrado in Brasilien. Auch Agrarrohstoffe wie Kautschuk, das vor allem in der Reifenproduktion genutzt wird, sind bisher nicht im Gesetz enthalten.

Dabei ist die Unterstützung aus der Bevölkerung gegen Entwaldung immens, wie eine aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage zeigt: Mehr als 8 von 10 Menschen in Deutschland unterstützen demnach die geplante EU-Verordnung.

Die Umfrage macht klar, dass die Menschen von der Bundesregierung erwarten, mutiger gegen Entwaldung vorzugehen. Die Menschen wollen keine Produkte aus Naturzerstörung und Landraub in den Ladenregalen. Die EU-Umweltministerinnen und -minister müssen morgen Führungsstärke zeigen und eine durchsetzungsstarke Verordnung mit klaren Pflichten für alle Marktteilnehmer und einer angemessenen Berücksichtigung internationaler Menschenrechte verabschieden“, so Tina Lutz, Senior Expert Naturschutz und Biologische Vielfalt.

Hintergrund:

Die Europäische Union ist durch den Import von entwaldungskritischen Rohstoffen für rund 10 Prozent der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Ein Großteil der Entwaldung geschieht durch die Ausweitung der Agrar- oder Forstwirtschaft zum Beispiel für wichtigen Rohstoffe wie Palmöl, Soja oder Rindfleisch. Für den Konsum in der EU werden wichtige arten- und kohlenstoffreiche Ökosysteme wie Savannen, Feuchtgebiete und Moore zerstört.

Links:

Die YouGov-Umfrage finden Sie am Ende dieser Seite als PDF-Download.

Kontakt:


Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Tina Lutz, Senior Expert Naturschutz und Biologische Vielfalt
030 2400867-890, 0163 2822403, lutz@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de




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