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Pressemitteilung

Gefährlich für Klima und Natur: BUND und Deutsche Umwelthilfe lehnen LNG-Terminal in Stade ab

Dienstag, 24.11.2020 Dateien: 1
© adga94foto / Fotolia

Berlin, 24.11.2020: Ein Terminal für verflüssigtes Erdgas, kurz LNG, an der Elbe bei Stade zu bauen, lehnen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes vehement ab. Entsprechend deutlich haben sich die beiden Verbände in ihren Stellungnahmen zum schriftlichen Scoping-Verfahren, einer Voruntersuchung zur Umweltverträglichkeitsprüfung, geäußert. Hanseatic Energy Hub und Niedersachsen Ports beabsichtigen, im Südhafen von Stade ein LNG-Terminal zu errichten. 

„Die bisher im Vorhaben vorgesehenen Untersuchungen sind vollkommen unzureichend, um die tatsächlichen Auswirkungen – insbesondere auf das Klima – beurteilen zu können“, sagt der BUND-Landesvorsitzende Heiner Baumgarten. „Alle mit dem Vorhaben verbundenen Treibhausgasemissionen müssen bei der Bewertung betrachtet werden. Dazu gehören selbstverständlich auch alle indirekten Emissionen, die Emissionen während der gesamten Prozesskette und die langfristigen Emissionen in der gesamten geplanten Laufzeit. Das ist bisher offenbar nicht vorgesehen. Zur Akzeptanzsteigerung des Terminals wird der ökologische Fußabdruck dieses Vorhaben einfach schöngerechnet.“

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH ergänzt: „Investitionen in das LNG-Terminal Stade bedeuten Investitionen in eine fossile Energieinfrastruktur. Das ist angesichts der Klimakrise und der notwendigen Umstellung auf Erneuerbare rückwärtsgewandt und widerspricht den Klimaschutzverpflichtungen Niedersachsens, Deutschlands und der EU.“ Aufgrund des langen Investitionszeitraums und einer Nutzungsdauer von bis zu 50 Jahren könne nicht von einer Brückentechnologie gesprochen werden. Anstatt in eine neue fossile Infrastruktur sollte in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz investiert werden. Große Zweifel haben BUND und DUH auch an der Wirtschaftlichkeit eines LNG-Terminals in Deutschland. Es sei zu erwarten, dass das Vorhaben in Stade ähnlich wie jüngst das Terminal in Wilhelmshaven an dem fehlenden Bedarf und der Unrentabilität scheitere.

Wie sich der Bau und Betrieb des LNG-Terminals auf Flora, Fauna, Böden, Wasser und die Gesundheit auswirkt, soll nach den bisher vorliegenden Informationen nicht ausreichend untersucht werden. Besorgniserregend sind die erheblichen Gefahren für die Natur im Fall eines Störfalls, zum Beispiel bei Schäden an den Gasleitungen: Unweit des geplanten Terminals liegen streng geschützte Natura 2000-Gebiete wie das FFH- und Vogelschutzgebiet Unterelbe. Es ist von hoher Bedeutung für den Erhalt seltener Fischarten und Rundmäuler und ein national und landesweit bedeutender Lebensraum für Brut- und Gastvögel wie Uferschnepfe, Wachtelkönig und Kiebitz sowie Nonnengans, Pfeifente und Goldregenpfeifer.

Hintergrund:

Die Umweltverbände gehen davon aus, dass das LNG-Terminal auch dazu dient, Gas aus den USA und Kanada zu importieren. Dort wird es mittels des besonders umwelt- und klimaschädigenden Frackings gefördert. In Deutschland ist das Schiefergas-Fracking verboten. Zwar ist jede Form der Erdgasgewinnung mit Methan-Emissionen verbunden. Beim Fracking sind diese jedoch besonders hoch. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan. Bereits geringe Emissionen ungebrannten Methans verleihen Erdgas einen enormen Treibhausgas-Fußabdruck. Die negative Treibhauswirkung von Methan übersteigt die von Kohlendioxid um das bis zu 90-fache im Zeitraum der ökonomischen Lebensspanne des Projektes.

Links:

Kontakt:

Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender, BUND Niedersachsen
0151 275 075 80, heiner.baumgarten@bund.net

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz, Deutsche Umwelthilfe
0160 4334014, zerger@duh.de

BUND-Pressestelle:

Dr. Tonja Mannstedt, BUND Landesverband Niedersachsen,
0511 96569-31, presse@nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe,
030 2400867-20, presse@duh.de  

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