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Pressemitteilung

Freiburg demontiert Verpackungssteuer: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Oberbürgermeister Horn für Einknicken vor Einweg-Lobby

Mittwoch, 21.10.2026
© IMAGO / Arnulf Hettrich

Freiburg, 21.10.2026: Der Freiburger Gemeinderat hat beschlossen, die Verpackungssteuer auf Einweg-Verpackungen für Speisen und Getränke zum Mitnehmen erheblich abzuschwächen. Künftig sollen nur noch Einweg-Becher besteuert werden, nicht aber Essensboxen, Pizzakartons oder Einwegbesteck. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Entscheidung scharf als Rückschritt für Umweltschutz und Stadtsauberkeit. 

Dazu Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH:

„Ausgerechnet Freiburg, das sich so gerne als Vorreiter beim Umweltschutz präsentiert, knickt vor der Einweg-Lobby ein. Nach gerade einmal zehn Monaten macht die Stadt einen Rückzieher und nimmt Essensverpackungen und Einweg-Besteck von der Verpackungssteuer aus – und damit rund 64 Prozent der Einweg-Take-away-Verpackungen. Allen voran Oberbürgermeister Martin Horn trägt die Verantwortung für diesen umweltpolitischen Offenbarungseid. Besonders empörend ist, wie den Menschen Angst gemacht wird, die Verpackungssteuer würde ihren Alltag verteuern. Nicht das Essen oder der Kaffee werden besteuert, sondern die Einweg-Verpackung. Wer Mehrweg nutzt, zahlt diese Steuer nicht. Genau darum geht es doch: Wegwerfen muss unattraktiver und Mehrweg endlich überall selbstverständlich werden. Unternehmen wie die Rewe Group haben Verpackungssteuern sogar als Strafsteuer diffamiert und betreiben damit Besitzstandswahrung auf Kosten der Umwelt. Angesichts der enormen Müllberge ist das ein Armutszeugnis. Erfahrungen aus Tübingen und Konstanz sowie erste wissenschaftliche Auswertungen zeigen längst, dass Verpackungssteuern wirken. Wir fordern Oberbürgermeister Martin Horn und den Freiburger Gemeinderat auf, diese willkürliche Ungleichbehandlung rechtlich zu erklären und den Beschluss schnellstmöglich rückgängig zu machen. Freiburg muss sich entscheiden: Will die Stadt ernsthaft Müll vermeiden oder lieber die Geschäftsmodelle der Einweg-Lobby schützen?"

Kontakt: 

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin 
0170 7686923, metz@duh.de 

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de