Pressemitteilung
EU-Parlament demontiert Methanverordnung: Deutsche Umwelthilfe fordert Bundesregierung auf, Entkernung des zentralen Klimagesetzes zu verhindern
Berlin, 22.10.2026: Das Europäische Parlament hat heute für eine dreijährige Verschiebung der neuen Gleichwertigkeitsvorschriften für Öl- und Gasimporte in der Methan-Verordnung gestimmt. Diese sollen vergleichbare Standards für das Monitoring, Reporting und die Verifizierung von Methanemissionen an Produktionsstätten schaffen. Völlig unerwartet soll auch die Einführung der messbasierten Methan-Berichterstattung für Betreiber innerhalb der EU verschoben werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert diese Entscheidung scharf und warnt vor möglichen Klimafolgen durch diese Gesetzesänderung. Kommende Woche werden die Energieministerinnen und Energieminister der EU-Mitgliedsstaaten über die Vorschläge von EU-Kommission und EU-Rat entscheiden. Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Allein dass das Europäische Parlament die neuen Regeln für die Importeure von Öl und Gas um drei Jahre verschieben will, ist schon ein ungeheuerliches Geschenk an die fossile Lobby. Aber dass es nun auch noch plant, die Pflichten von Öl- und Gasbetreibern in der Europäischen Union aufzuschieben, ist der Gipfel der Dreistigkeit. Damit ist die Fraktion der Europäischen Volkspartei weit über den Vorschlag der Europäischen Kommission hinausgegangen und hat die Maximalforderung der Gaslobby mit Hilfe der rechtsextremen Fraktionen als Parlamentsposition durchgesetzt. Dieser Schritt lässt sich auch durch die Versorgungssicherheit nicht mehr begründen, die Lobbyverbände seit Monaten als Scheinargument anbringen. Die Abgeordneten belohnen damit die Industrie, die sich seit Monaten gegen die Reduktion des Klimakiller-Gases Methan sperrt und unerlässlich gegen die Methanverordnung Stimmung gemacht hat – zu Lasten von Klima und Energiesicherheit. Die EU-Methanverordnung ist eine minimalinvasive Möglichkeit, Methanemissionen massiv zu reduzieren, die wir in Europa durch unseren Energiehunger verursachen. Wer an diesem Gesetz sägt, stellt sich gegen Klimaschutz und gegen eine einfache Möglichkeit, global ganz ohne zusätzliche Bohrungen 200 Milliarden Kubikmeter mehr Erdgas zur Verfügung zu stellen. Wir appellieren an die Bundesregierung, sich nächste Woche in Brüssel gegen die dreijährige Verschiebung der Importpflichten und der Regeln für Infrastruktur in der Europäischen Union zu stellen.“
Kontakt:Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
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