pageBG

Pressemitteilung

Esel helfen wilden Bienen

Köln, Mittwoch, 11.09.2013

Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide

: Heidegebiete, Trockenrasen, sonnendurchflutete Böschungen – früher gehörten sie zum Landschaftsbild in vielen Regionen Deutschlands. Heute sind sie weitgehend verschwunden und das hat fatale Folgen für die Tierwelt, zum Beispiel für viele Wildbienenarten. Denn durch den Rückgang der Biotope fehlt diesen Insekten zunehmend der Lebensraum.

Hilfe kommt jetzt von ehrenamtlichen Naturschützern des Bund für Umwelt- und Naturschutz e.V. (BUND) und einer Eselherde, die das natürliche Zuhause der gefährdeten Tiere wiederherstellen. Unterstützt werden sie dabei von der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). Vertreter der DUH und des BUND besuchten heute in Köln das städtische Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide, um sich vor Ort ein konkretes Bild von den Naturschutzmaßnahmen zu machen.

„In der Roten Liste Nordrhein-Westfalens werden viele Arten insbesondere trockener, offener Lebensräume wie Heidekraut-Sandbiene und Heidekraut-Seidenbiene als stark gefährdet eingestuft“, sagte Ulrich Stöcker, Leiter des Bereichs Naturschutz der DUH. „Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass Kommunen mit wenig Geld und viel ehrenamtlichem Engagement Gutes für die biologische Vielfalt und im Besonderen für diese Lebensräume, die früher von großen Pflanzenfressern offengehalten wurden, tun können.“

Durch eine Diplomarbeit in 2011 konnten fast 80 Wildbienenarten in der Dellbrücker Heide festgestellt werden. Das Naturschutzgebiet stellt einen Rückzugsraum dar für zwei Arten, die zum Nisten auf unbewachsene Sandböden und als Pollenquelle auf große Heidekrautbestände angewiesen sind: Heidekraut-Seidenbiene und Heidekraut-Sandbiene. Die Diplomarbeit empfahl als Naturschutzmaßnahmen zusätzliche Entbuschungen sowie eine zusätzliche Beweidung u.a. mit Eseln. Mit Hilfe der DUH konnte dies verwirklicht werden.

Im Winterhalbjahr konnten die ehrenamtlich Aktiven des BUND dank neuer Geräte verbuschte Heideflächen wieder freistellen und damit Platz für seltene Heidebewohner schaffen. Und jetzt im Sommer sorgen Esel auf vielfältige und natürliche Weise für Wildbienenlebensräume.

„Esel schaffen durch ihren Huftritt und Wälzen auf dem Rücken offene Sandflächen, die als Keimbetten des Heidekrauts und als Niststätten für die Bienen unverzichtbar sind“, sagte Holger Sticht, Vorsitzender des BUND NRW. Zudem wandert die Eselherde zwischen der Dellbrücker und der Wahner Heide, vernetzt damit die verschiedenen Gebiete des Naturraums Bergische Heideterrasse und trägt so zur Wiederausbreitung seltener Heidearten bei: Pflanzensamen werden im Fell und Darm transportiert, entlang der Triften entstehen halboffene Lebensräume, die bspw. Eidechsen und Heuschrecken als Wanderkorridore dienen.

Seit 2009 betreut der BUND im Auftrag der Stadt Köln unentgeltlich den städtischen Gebietsanteil des Naturschutzgebiets. Die finanzielle Hilfe durch die DUH, die ihrerseits Mittel von der Telekom Deutschland für den gemeinsamen Naturschutzfonds „Lebendige Wälder“ erhält, ist dabei eine große Hilfe für die Ehrenamtler und konnte bereits für den Schutz der gefährdeten Zauneidechse an gleicher Stelle genutzt werden.

Weitere Informationen: www.duh.de/naturschutzfonds.html, www.dellbruecker-heide.net

Kontakt:

Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND
Tel.: 0163.5873597, E-Mail: holger.sticht@bund.net
 
Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz DUH,
Tel: 030 2400867-13, mobil: 0160 8950556, E-Mail: stoecker@duh.de

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen. Sie entscheiden, welche Cookies Sie zulassen oder ablehnen. Klicken Sie hierzu auf den Button „Einstellungen“, um Ihre Einstellungen zu treffen und weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung zu erhalten. Sofern Sie den Button „Akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit in den Privatsphäre-Einstellungen (Fußbereich der Website) ändern.