pageBG

Pressemitteilung

Deutsche und Europäische Unternehmen fordern starkes EU-Gesetz gegen importierte Entwaldung Europa muss seiner Verantwortung als Vizeweltmeister der Waldzerstörung nachkommen

Freitag, 02.12.2022 Dateien: 1
© Victor Moriyama

Berlin, 2.12.2022: Vor der Entscheidung am 5. Dezember im EU-Trilog fordern führende deutsche Lebensmitteleinzelhändler und andere europäische Unternehmen, in der geplanten EU-Verordnung gegen Entwaldung, nicht nur zusätzlich alle Wälder von einer Degradierung auszuschließen, sondern auch die Umwandlung von Buschland und lückigen Gehölzen zu verhindern. Damit ließe sich den 19 Unternehmen zufolge eine gerechtere Umsetzung sowie Kontrolle der Gesetzgebung ermöglichen. Die geplante Verordnung soll den Import von Rohstoffen und Waren verbieten, die mit Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen. Aus Deutschland unterzeichneten den Brief an EU-Minister:innen, Kommission und Parlament Aldi Nord, Aldi Süd, Budni, EDEKA, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount und Rewe. Weitere Unterzeichner sind beispielsweise Ahold Delhaize, Ecosia, Patagonia und Triodos.

Wald wird gemäß der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) über die Kronenbedeckung der Bäume (mindestens 10 Prozent) in einer Fläche von mindestens 5.000 m² definiert. Wenn es zu wenige Bäume oder nur kleinere Sträucher gibt, dann gilt das als „andere gehölzbestandene Fläche“ („other wooded lands“). Indem auch baumarme Flächen und Buschland in die Verordnung aufgenommen würden, werde den Unternehmen und kontrollierenden Behörden die Umsetzung der Verordnung erleichtert und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle geschaffen, so der Brief. Auch vor dem Hintergrund der Klima- und Biodiversitätskrise sei die Umwandlung dieser Flächen in Agrarflächen zu verhindern.

Susanne Winter, WWF-Programmleiterin Wald, kommentiert: „Wir danken den Unternehmen, die uns mit ihrem Brief den Rücken stärken. Ein großer Knackpunkt in der EU-Verordnung sind Flächen, die nicht einem Waldbegriff nach Definition der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) entsprechen. Darunter fallen große Regionen mit Sträuchern und Bauminseln wie auch die artenreichste Savanne der Welt, der Cerrado in Brasilien. Dieser besteht ursprünglich zu einem Drittel aus Wald, teilweise aus Grasland und mehr als der Hälfte aus Buschland. Bereits heute sind 57 Prozent davon verloren gegangen, und der Druck auf diese gehölzbestandenen Ökosysteme würde noch deutlich zunehmen, wenn die EU ihren Schutz in dieser neuen Verordnung nicht mit sicherstellt. Wird der Geltungsrahmen der Verordnung um baumarme Flächen und Buschland erweitert, können 82 Prozent des Cerrado geschützt werden.“

Die EU zählt zu den größten Treibern von Waldzerstörung durch importierte Entwaldung in Form von Gütern, mit Deutschland auf Platz eins in Europa. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe sagt: „Der Großteil der Soja- und Rindfleischimporte der EU stammt aus dem Cerrado, der mit Riesenschritten zerstört wird. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die EU seinen Schutz gewährleistet. Aber auch andere wichtige Ökosysteme wie der Caatinga und Gran Chaco in Südamerika würden so geschützt, ebenso wie Wald-Mosaiklandschaften in Afrika und Asien. Wir appellieren daher an Minister Cem Özdemir und Ministerin Steffi Lemke, dass sich die deutsche Bundesregierung ihrer Verantwortung stellt und sich für die Aufnahme von baumarmen Flächen und Buschland in die EU-Verordnung einsetzt.“

Link:

Den gemeinsamen Brief finden Sie am Ende dieser Seite.

Hintergrund:

Die EU ist zweitgrößter Importeur von tropischer Entwaldung wie eine Studie des WWF nachweist.
Auch 80 prominente Bands und Künstler wie Cold Play, Barbara Streisand und Brian Adams hatten sich in einem offenen Brief für eine starke EU-Verordnung gegen Entwaldung und entwaldungsfreie Produkte eingesetzt, um Wälder und darin lebende indigene Gemeinschaften zu schützen.
Das together4forest-Bündnis mit fast 200 Nichtregierungsorganisationen wie dem WWF und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) setzt sich ebenfalls für eine wirksame und deutlich ambitionierte EU-Verordnung gegen Entwaldung, Walddegradierung, Schädigung und Umwandlung von anderen gehölzbestandenen Flächen als Beispiel für schützenswerte andere Ökosysteme neben Wald ein.

Kontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik und Analyse-Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen.Sie entscheiden, ob Sie über den Button „Alle akzeptieren“ alle Cookies zulassen oder über den Button „Alle ablehnen“ auf die erforderlichen Cookies beschränken. Individuelle Einstellungen können Sie über den Button „Einstellungen“ vornehmen. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung.Sofern Sie den Button „Alle akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit über „Persönliche Einstellungen“ im Fußbereich der Website ändern.Sofern Sie Cookies zu Statistik-/ Marketingzwecken oder externen Inlineframes akzeptieren willigen Sie ein, dass Ihre Daten durch Dienste wie YouTube, Google Analytics, TikTok in den USA verarbeitet werden. Aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs besitzt die USA nach EU-Standards ein unzureichendes Datenschutzniveau. Insbesondere besteht die Gefahr, dass Ihre Daten durch US-Behörden zu Zwecken der Überwachung ohne jegliche Rechtsbehelfsmöglichkeiten verarbeitet werden können. Sie können diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie das Setzen von über „Persönliche Einstellungen“ im Fußbereich der Website ändern auf „Erforderliche Cookies“ beschränken..