Pressemitteilung
Deutsche Umwelthilfe zu Düngegesetz: „Bundesregierung muss Transparenz und Rechtssicherheit schaffen“
Berlin, 28.4.2026: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert zu den morgigen Beratungen im Bundeskabinett zum Düngegesetz klare Leitplanken für eine Novelle des Gesetzes. Die DUH hatte in einem wegweisenden Urteil vom März 2025 erstritten, dass die Bundesregierung die massive Nitratbelastung in Deutschland mit einem Nitrataktionsprogramm reduzieren muss.
Dazu sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner:
„Das Bundesverwaltungsgericht hat der Bundesregierung klare Leitplanken gesetzt – der Schutz von Trink- und Grundwasser in Deutschland ist eine Gemeinwohlaufgabe, die im Düngerecht zwingend Priorität vor der Überdüngungsfreiheit bekommen muss. Andernfalls gibt es keine Rechtssicherheit. Die Bundesregierung muss mit einem ambitionierten Düngegesetz ihre Aufweichung des Wasserschutzes beenden. Wir brauchen dringend ein Nitrataktionsprogramm und eine ambitionierte Novelle der Düngeverordnung. Dabei muss mit einer betrieblichen Bilanzpflicht für Nährstoffe die Datenbasis geschaffen werden für ein bundeseinheitliches, transparentes Monitoring. Nur so können wir wissen, ob Düngeregeln überhaupt wirken. Andernfalls riskiert Deutschland ein teures Vertragsverletzungsverfahren der EU.
Aktuell mangelt es an Transparenz, auf welcher Grundlage Modelle und Monitorings basieren sollen. Durch diesen Mangel an wissenschaftliche Klarheit gewährt das Bundeslandwirtschaftsministerium der Agrarindustrie mit bürokratischen, hochkomplizierten Modellberechnungen Persilscheine, während Nitratwerte vielerorts steigen. Wir fordern den öffentlichen Zugang zu Methoden und Modellierungen des Nitratmonitorings, um klares Messen und Erfassen der betrieblichen Nährstoffströme sicherzustellen. Auch das muss das Bundeskabinett in seiner heutigen Beratung berücksichtigen.“
Kontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
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