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Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe verleiht Daimler den „Goldenen Geier 2020“ für den unsinnigsten Monster-SUV Mercedes GLS

Mittwoch, 12.08.2020

+++ Aktualisierte Version zur Übergabe: Deutsche Umwelthilfe übergibt Goldenen Geier an Daimler – 18.000 Verbraucherinnen und Verbraucher wählen den Mercedes GLS zum ökologisch unsinnigsten Stadtgeländewagen – Strategie der Autokonzerne zu immer monströseren SUV torpediert Klimaschutz und Verkehrswende – DUH fordert Ende des SUV-Wettrüstens und Fokus auf sparsame Modelle – Bundesregierung muss Zulassung und Nutzung sanktionieren – Hersteller müssen irreführende Werbeaussagen zu SUV beenden

© STEFAN WIELAND

Berlin, 12.8.2020: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verleiht in diesem Jahr den „Goldenen Geier“ an Daimler. Der Stadtgeländewagen Mercedes GLS vom Stuttgarter Autohersteller erhielt bei der Online-Abstimmung zum ökologisch unsinnigsten SUV die meisten Stimmen. Die DUH fordert Daimler auf, auch angesichts seiner verheerenden CO2-Durchschnittswerte bei Neuzulassungen, das SUV-Wettrüsten zu beenden und Fahrzeuge wie den monströsen Mercedes GLS nicht weiter zu verkaufen. Gerade die besonders großen Stadtgeländewagen sind extrem klimaschädlich und passen nicht in unsere Städte. Den Preis übergibt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin, Barbara Metz, heute um 11 Uhr vor der Konzernzentrale der Daimler AG in Stuttgart. Den Preis nahm ein Daimler-Vertreter der Werkschutzleitung heute Vormittag an der Konzernzentrale in Stuttgart entgegen. Ein Vertreter der Konzernspitze war auch auf Nachfrage nicht bereit, sich der Diskussion zu stellen.

Der Mercedes GLS hat sich gegen vier weitere Nominierte durchgesetzt. Die neueste AMG-Version des 5,21 m langen und 2,16 m breiten Monster-SUV ist bereits leer 2,6 Tonnen schwer und hat 634 PS. Selbst auf dem Prüfstand verbraucht er 11,9 Liter Benzin/100 km und emittiert damit 288 g CO2/km – dreimal so viel wie der aktuell gültige CO2-EU-Flottengrenzwert für Neufahrzeuge. Im realen Fahrbetrieb verbraucht schon das (geringer motorisierte) Vorgängermodell 19,3 Liter/100 km und stößt damit 459,3 g CO2/km aus. Das überdimensionierte Fahrzeug ist für normale Waschstraßen zu groß und muss dort mittels einer Extra-Funktion seine Räder einklappen.

„Es spricht Bände, dass das Daimler-Management sich nicht in die Diskussion traut. Deshalb fordern wir den Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius und die anderen Autobosse hier noch einmal klar auf: Übernehmen Sie Verantwortung und holen Sie die Klimakiller von der Straße! Monströse Stadtpanzer wie der Mercedes GLS schaden dem Klima und haben in unseren Städten nichts verloren.  Mit diesen Monster-SUV können die Klimaziele nicht erreicht werden. Seit 1990 sinken die CO2-Emissionen im Verkehrssektor nicht, sondern steigen aktuell aufgrund des SUV-Absatzes sogar wieder an. Die Hersteller propagieren mit dicken Werbebudgets diese Klimakiller als angeblich unverzichtbar für den ‚urban lifestyle‘. Und all das nur, weil die Konzerne mit den hohen Gewinnmargen bei diesen Modellen kurzfristig Geld machen wollen – auf Kosten von Klima und Menschen. Wir fordern Daimler auf, das SUV-Wettrüsten mit Modellen wie dem GLS sofort zu beenden und die irreführenden Werbeaussagen zu unterlassen“, so Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Darüber hinaus muss die Bundesregierung aufhören, nach dem Diktat der deutschen Autobauer Verkehrspolitik zu betreiben. Wir brauchen ein Verbot oder eine Zulassungssteuer von mehreren zehntausend Euro bei Erstregistrierung oder Ummeldung von besonders klimaschädlichen Fahrzeugen wie übergroßen Stadtpanzern. Wir fordern außerdem, dass für übergroße Monster-SUV und Pick-Ups keine innerstädtischen Parkmöglichkeiten mehr zur Verfügung stehen.“

Die DUH hatte Verbraucherinnen und Verbraucher dazu aufgerufen, in ihrer Stadt die absurdesten SUV zu fotografieren und unter dem Hashtag #GoldenerGeier über die sozialen Medien zu teilen oder direkt auf der DUH-Webseite hochzuladen. Aus den mehr als 400 übermittelten Nominierungen wählte der Umwelt- und Verbraucherschutzverband Mitte Juni 2020 die absurdesten SUV-Modelle aus und stellte sie öffentlich zur Abstimmung. Auf das Daimler-Modell entfiel etwa ein Drittel der insgesamt über 18.000 abgegebenen Stimmen.

Die weiteren Nominierten für den Goldenen Geier 2020 waren:

  • Audi Q7 55 TFSI e quattro: Mehr als 5,06 Meter langer, 2,21 Meter breiter, 2,53 Tonnen schwerer Plug-in-Hybrid, 340 PS, 12,7 Liter Benzin/100 km und 302 g CO2/km auf der Straße gemessen.
  • BMW X7 M50i: 5,15 Meter lang, 2,55 Tonnen schwer, 530 PS mit 15 Liter Benzin/100 km, und 357 g CO2/km auf der Straße gemessen.
  • Range Rover Sport SVR: 4,88 Meter lang, über 2,22 Meter breit, 2,6 Tonnen schwer, 575 PS, mit 16,4 Liter Benzin/100 km und 390 g CO2/km auf der Straße gemessen.
  • VW Amarok Aventura: 5,25 Meter lang, mehr als 2,24 Meter breit, 2,3 Tonnen schwer, 258 PS, 10,4 Liter Diesel /100 km oder 276 g CO2/km auf der Straße gemessen.

Hintergrund:

SUV (Sport Utility Vehicles) sind die zweitgrößte Quelle für den weltweiten Anstieg an CO2-Emissionen seit 2010 („World Energy Outlook“ der Internationalen Energieagentur IEA). Wären SUV ein Land, hätten sie den siebtgrößten Ausstoß an CO2 in der Welt. Die Stadtpanzer haben der IEA zufolge zusammen einen Fußabdruck von 700 Megatonnen CO2, mehr als das Vereinigte Königreich und die Niederlande zusammen. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neuzugelassenen SUV und Geländewagen lag 2018 mit 144 g CO2/km vom aktuell geltenden Flottengrenzwert von 95 g CO2/km meilenweit entfernt. Jedes dritte in Deutschland neu zugelassene Auto ist inzwischen ein SUV – 2019 waren das über eine Million Fahrzeuge.

Im Falle eines Verkehrsunfalls mit schweren SUV sind kleine Kinder, Fahrradfahrer und Fußgänger besonders gefährdet. Bei hoher Geschwindigkeit wirkt die größere Masse der SUV auch aufgrund des Designs (hohe Front und kürzere Motorhaube) verheerend.

Links:

Kontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de

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