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Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe übergibt Petition für 365-Euro-Klimaticket für Bus und Bahn im Landkreis Konstanz und wirbt für Tempo 30 in allen Ortsdurchfahrten

Dienstag, 21.12.2021

• Landrat Danner nimmt Petition für 365-Euro-Ticket von Petitionsstarterin und DUH entgegen

• DUH verweist auf den Erfolg des Radolfzeller 365-Euro-Tickets und fordert kreisweites Klimaticket nicht nur für Schüler und Studenten als wirksames Mittel für Verkehrswende und Klimaschutz

• DUH fordert Landrat auf, in Ortsdurchfahrten des Kreises die Geschwindigkeit auf Tempo 30 abzusenken und Tempo 50 auf der bei Motorradfahrern beliebten ehemaligen ADAC Bergrennstrecke K6174 zwischen Bodman-Ludwigshafen und Haldenhof einzuführen

 

© Heike Jestram / Fotolia

Berlin, 22.12.2021: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) setzt sich bundesweit für ein Klimaticket für Bus und Bahn ein – so auch im Landkreis Konstanz. Gemeinsam mit Petitionsstarterin Anne Overlack hat die DUH deshalb Landrat Zeno Danner Unterschriften von knapp 1.500 Menschen überreicht, die sich für ein 365-Euro-Klimaticket vor Ort einsetzen. Ein erster Erfolg ist schon geschafft: Das Thema soll im nächsten Jahr mit dem Kreistag intensiv diskutiert werden. Damit die Menschen einfacher vom Auto auf klimafreundliche Verkehrsmittel umsteigen können, fordert die DUH seit 2019 die Einführung eines deutschlandweit gültigen Klimatickets. Dazu sammelt die DUH gemeinsam mit Menschen vor Ort Unterschriften für die Einführung zunächst lokaler Klimatickets. In einem zweiten Schritt fordert die DUH dann die deutschlandweite Anerkennung dieser Tickets.

Dazu Anne Overlack, Petitionsstarterin aus dem Landkreis Konstanz und Gemeinderätin auf der Halbinsel Höri und ehemalige Kreisrätin: „Ein Umdenken in Sachen privater und öffentlicher Mobilität ist nicht nur aus Sicht des Klimaschutzes zwingend notwendig – sonst ersticken wir noch im privaten Verkehr. Ich habe die Petition im Landkreis Konstanz gestartet, weil ich fest davon überzeugt bin, dass wir intelligenter und umweltbewusster unterwegs sein müssen. Ein umlagefinanziertes und deshalb günstiges Jahresticket für den Nahverkehr ist in meinen Augen ein großer und wichtiger Schritt, ganz viele Menschen davon zu überzeugen, dass Bus und Bahn eine gute Alternative zum eigenen Auto sind.

Seit 2000 lagen die Preissteigerungen für den öffentlichen Nahverkehr mehr als doppelt so hoch wie für das Auto. Grund sind milliardenschwere Subventionen fürs Auto, keine Straßennutzungsgebühren und viel zu geringe Parkgebühren. Dabei kostet der Autoverkehr – vom Parkplatz bis zur Bekämpfung der Umweltschäden – die Bewohner einer Großstadt laut der Universität Kassel eigentlich dreimal so viel wie Bus und Bahn. Ein 365-Euro-Ticket reduziert diese Kostenungleichheit zwischen Pkw und öffentlichem Personennahverkehr. Die DUH fordert deshalb ein Ende der Subventionierung von klimaschädlichem Individualverkehr und mehr Geld für den Ausbau von Bus und Bahn.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, der bei der Übergabe der Petition dabei war, ergänzt: „365-Euro-Klimatickets sind ein wirksames Mittel für die Verkehrswende, die Saubere Luft und den Klimaschutz. Wir brauchen ein attraktives Angebot für Bus und Bahn mit hoher Taktung, engem Haltestellennetz, modernen Fahrzeugen, sicheren Umsteigemöglichkeiten und einem günstigen und unkomplizierten Tarifsystem. Am Sitz unserer Bundesgeschäftsstelle in Radolfzell sieht man den Erfolg eines Klimatickets auf kommunaler Ebene: Die Nachfrage ist groß und Mehrkosten fielen deutlich geringer aus als befürchtet. Wie in Österreich fordern wir deshalb ein bundesweit gültiges Klimaticket als dringend notwendigen Turbo für die Verkehrswende.“ 

Landrat Zeno Danner nahm die Petition entgegen und sagte zu, sich mit dem Thema im Kreistag zu beschäftigen. 

Im Anschluss der Petitionsübergabe forderte die DUH Landrat Danner zudem auf, Tempo 30 in allen Ortsdurchfahrten ordnungsrechtlich einzuführen. Der Landkreis Konstanz zeichne sich bereits durch überproportional viele Tempo 40 Ortsdurchfahrten aus. Diese von den Bürgern begrüßte Absenkung gegenüber Tempo 50 sollte aber konsequent weiterentwickelt werden.

DUH-Bundesgeschäftsführer Resch machte Landrat Danner abschließend auf die Lärmbelastung und Unfallgefahren der kurvigen und bei Motorradfahrern beliebten K 6174 (Bergstraße) zwischen Bodman-Ludwigshafen und dem Haldenhof aufmerksam. Obwohl die engen Serpentinen nicht schneller als mit Tempo 50 befahren werden können, gilt hier absurderweise Tempo 100. Die Folge ist eine extreme Lärmbelastung der Anwohner durch hochbeschleunigende und abbremsende Motorradfahrer, Unfälle und permanent kritische Situationen. Normale Verkehrsteilnehmer und insbesondere Fahrradfahrer sind auf dieser Straße nicht sicher. Resch forderte daher Landrat Danner auf, für die ehemalige ADAC-Bergrennstecke zu einer Regelung zu kommen, die den Lärmschutz der Anwohner und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sicherstellt.

Links:


Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe, www.linkedin.com/company/umwelthilfe

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