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Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe kritisiert nach neuen alarmierenden Abgasmessungen: Bundesverkehrsministerium duldet weiterhin rechtswidrige Stickoxid-Grenzwertüberschreitungen

Dienstag, 31.05.2022 Dateien: 3

• DUH deckt auf: Noch immer überschreiten Millionen Autos aus dem Mutterkonzern Volkswagen den Stickoxid-Grenzwert auf der Straße; Fiat Ducato Wohnmobil mit 16-facher Überschreitung des Grenzwerts für gesundheitsschädliches Stickoxid

• Nach mehr als sechs Jahren seit Aufdeckung des Dieselskandals, fast 200 gemessenen Modellen und etwa 2.450 Einzelmessungen der DUH: Bundesverkehrsminister Wissing muss endlich alle betroffenen Autos zurückrufen und Hersteller zu Hardware-Nachrüstung verpflichten

• Klimakiller Plug-In-Hybriden überführt: Realer CO2-Ausstoß eines Plug-In-Hybrid von BMW liegt bis zu 536 Prozent über dem offiziellen Wert

© Ralf Gosh/ Fotolia

Berlin, 31.5.2022: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert, basierend auf neuen alarmierenden Abgasmessungen, dass das Verkehrsministerium noch immer rechtswidrige Überschreitungen des Grenzwerts für gesundheitsschädliches Stickoxid (NOx) duldet. Mehr als sechs Jahre nach Aufdeckung des Dieselskandals hat die DUH aktuell Wohnmobile und Autos mit bis zu 16-facher Überschreitung des Stickoxid-Grenzwerts im Realbetrieb gemessen. 

Wir haben dem Bundesverkehrsministerium und dem Kraftfahrt-Bundesamt in mehr als sechs Jahren seit Aufdeckung des Dieselskandals, mit fast 200 gemessenen Fahrzeugmodellen und etwa 2.450 Einzelmessungen, zahlreiche Belege für rechtswidrige Grenzwertüberschreitungen für Stickoxid geliefert. Trotzdem fahren noch weiter gesundheitsschädliche Dieselstinker auf unseren Straßen. Volker Wissing darf nicht der Strategie seiner Vorgänger folgen und muss jetzt endlich alle Autos zurückrufen, die den Grenzwert überschreiten und die Hersteller zwingen, die Autos auf eigene Kosten mit geeigneter Hardware nachzurüsten“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Die Messungen des Emissions-Kontroll-Instituts (EKI) der DUH belegen massive Grenzwertüberschreitungen an Euro 5 Diesel-Modellen, deren Motor- und Abgastechnik derzeit in Millionen Fahrzeugen aus dem VW-Konzern verbaut ist. So offenbart die Messung eines Audi A5 3.0 TDI einen realen Stickoxid-Ausstoß von durchschnittlich 2.355 mg/km – eine Überschreitung des Grenzwerts von 180 mg NOx/km um mehr als das 13-fache. Selbst Fahrzeuge, die ein freigegebenes Software-Update erhalten haben, überschreiten laut den aktuellen DUH-Messungen den Grenzwert um das bis zu 5-fache, so etwa der Mercedes Viano 2.2 CDI 4matic, der nach dem Software-Update bei einer Messung 902 mg NOx/km ausstieß. Gegen den Freigabebescheid unter anderem für dieses Modell vonseiten des KBA hat die DUH rechtliche Schritte eingeleitet.

Besonders erschreckend sind die Messergebnisse eines Euro-6-Wohnmobils auf Fiat Ducato Basis. Das im Juli 2019 zugelassene Wohnmobil – vier Jahre nach Aufdeckung des Dieselabgasskandals – überschreitet den geltenden Stickoxid-Grenzwert um das 16-fache. Für den Carthago Chic E-Line I 64 XL QB (Fiat Ducato Chassis) gilt ein Grenzwert von 125 mg/km, real gemessen hat die DUH allerdings 1.996 mg NOx/km.

Für mich ist es absolut unverständlich, wie solch ein Fahrzeug eine Zulassung erhalten kann. Selbst Diesel-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 1, die vor 30 Jahren zugelassen wurden, durften nur die Hälfte der hier gemessenen Stickoxidemissionen emittieren“, sagt Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte.

Mit neuen Messungen belegt die DUH zudem Abweichungen bei klimaschädlichen CO2-Emissionen von Plug-In-Hybriden. Besonders deutlich wird die Abweichung beim BMW X1 xDrive25e, einem Benzin-Plug-In-Hybrid mit einem offiziellen CO2-Ausstoß von nur 42 g/km. Nur mit geladenem Akku konnte das Fahrzeug diesen Wert einhalten. Wurde jedoch im „auto eDrive“ Modus gefahren, stiegen die CO2-Emissionen deutlich an und führten zu einer Abweichung von 300 Prozent. Im „battery save“ Modus stiegen die Emissionen noch weiter an und lagen bei der Messung 536 Prozent über dem offiziellen Wert.

Diese Ergebnisse zeigen erneut mehr als deutlich, dass auch der CO2-Ausstoß im Zulassungsverfahren real gemessen werden muss. Außerdem ist auch hier eine wirksame Marktüberwachung überfällig“, so Resch. Deutlich wird durch die Messungen aber auch, dass eine Einhaltung des Grenzwertes im Realbetrieb durchaus möglich ist: So belegen nach Euro 6d zugelassene Benzin- und Diesel-Fahrzeuge, wie ein Mercedes C 200 d oder ein Audi A4 35 TFSI, dass eine funktionierende Abgasreinigung und die Einhaltung der offiziellen CO2-Werte technisch machbar sind.

Links:

Den Bericht sowie die Messungen finden Sie untenstehend als Download.

Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de 

Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte und wissenschaftlicher Leiter des EKI
0157 71592163, axel.friedrich.berlin@gmail.com 

DUH-Newsroom:


030 2400867-20, presse@duh.de


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