pageBG

Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe kritisiert einseitigen Fokus auf den Neubau beim Bündnis für bezahlbaren Wohnraum: Ohne die Adressierung des gesamten Gebäudesektors wird das Klimaversagen fortgeschrieben und soziale Probleme nicht gelöst

Mittwoch, 12.10.2022 Dateien: 1

• Bundeskanzler Scholz präsentiert 67-seitiges Ergebnispapier des Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum

• DUH: Einseitiger Fokus auf Neubau lässt Sanierungs- und damit Energiekostenproblem für Millionen Menschen ungelöst; Maßnahmen zum Heizen ohne fossile Energie fehlen

• Neu geschaffenes Bauministerium nimmt erste ökologische Impulse für die Baupolitik auf und bekennt sich erneut zum Neubaustandard EH 40

© Axel - stock.adobe.com

Berlin, 12.10.2022: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das heute von Bundeskanzler Scholz vorgestellte Ergebnispapier des „Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum“ des neuen Bauministeriums. Die DUH hatte in den vergangenen Monaten als Vertreterin ihrer Dachorganisation Deutscher Naturschutzring (DNR) in dem Bündnis für eine klimagerechte Wohn-Offensive gekämpft. Das Ergebnis sei jedoch ernüchternd, so der Umwelt- und Verbraucherschutzverband. Die vorgeschlagenen Maßnahmen fokussieren sich einseitig auf den Neubau, weitgehend getreu dem aus der Zeit gefallenen Motto „Bauen, Bauen, Bauen“. Das gewaltige Sanierungs- und damit auch Energiekostenproblem für Millionen Menschen in Altbauten bleibt damit ungelöst. Zwar lässt sich bei den Neubauplänen ein klares Bekenntnis zu klimazielkompatiblen Baustandards und einer deutlich stärkeren ökologischen Ausrichtung erkennen als in bisherigen Regierungen. Vor dem Hintergrund, dass der Neubau nur 2 Prozent der Gebäude in Deutschland ausmacht, muss der Fokus der Bündnisarbeit zukünftig aber klar auf den Bestand gerichtet werden. Wenn die großen Probleme in der Bestandssanierung von der Bundesregierung nicht adressiert werden, wird der Gebäudesektor weiterhin die gesetzlichen Klimaziele reißen und Bewohnerinnen und Bewohner nicht vor weiteren Energiekrisen schützen können, betont die DUH.

Der Verband fordert deshalb schnelle Nachbesserungen der Bundesregierung. Die Verwendung Erneuerbarer Energien zum Beheizen von Gebäuden oder die verbindliche Sanierung der energetisch schlechtesten Gebäude müssten noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Zudem brauche es zwingend endlich ausreichend öffentliche Fördermittel für die klimagerechte Sanierung, davon mindestens 10 Milliarden Euro jährlich für den Mietwohnungsbestand. Denn ausgerechnet Haushalte mit geringem Einkommen leben in den energetisch schlechtesten Gebäuden und leiden damit besonders unter explodierenden Energiekosten.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Es ist inakzeptabel, dass die selbsternannte ‚Klimaregierung‘ auf Druck der Immobilienwirtschaft immer noch den Schutz von Klima und Bewohnerinnen und Bewohnern von Altbauten hinten anstellt. So gut und überfällig klimazielkompatible Neubaustandards sind, das reicht nicht. Das heute vorgestellte Maßnahmenpaket manifestiert leider in weiten Teilen den ökologisch und klimapolitisch verheerenden Status Quo des Gebäudesektors. Und das ist unverantwortlich angesichts von Energiekrise, Klimakrise und der Tatsache, dass der Gebäudesektor bereits seit Jahren gegen das Klimaschutzgesetz verstößt mit viel zu hohen CO2-Emissionen – und somit unsere Zukunft verbrennt. Trotz erster klimapolitischer und ökologischer Impulse fehlt dem neuen Bauministerium ganz offenbar noch die Durchsetzungskraft, um Energieverbräuche von Gebäuden so deutlich wie nötig zu reduzieren und konsequent auf eine erneuerbare Wärmeversorgung zu setzen. Genau das fordern wir aber in Form von Nachbesserungen nun ein. Denn nur damit kann neben Klimaschutz auch die Bezahlbarkeit von Wohnraum langfristig gesichert werden.“

Dabei ist eine faire, klimagerechte und gemeinwohlorientierte Wohnungs- und Mietenpolitik möglich. Was dafür tatsächlich geschehen muss, stellt die DUH in einem gemeinsamen Forderungspapier mit dem Deutschen Mieterbund vor.

Link:

Das gemeinsame Forderungspapier finden Sie am Ende dieser Seite.

Kontakt:

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik und Analyse-Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen.Sie entscheiden, ob Sie über den Button „Alle akzeptieren“ alle Cookies zulassen oder über den Button „Alle ablehnen“ auf die erforderlichen Cookies beschränken. Individuelle Einstellungen können Sie über den Button „Einstellungen“ vornehmen. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung.Sofern Sie den Button „Alle akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit über „Persönliche Einstellungen“ im Fußbereich der Website ändern.Sofern Sie Cookies zu Statistik-/ Marketingzwecken oder externen Inlineframes akzeptieren willigen Sie ein, dass Ihre Daten durch Dienste wie YouTube, Google Analytics, TikTok in den USA verarbeitet werden. Aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs besitzt die USA nach EU-Standards ein unzureichendes Datenschutzniveau. Insbesondere besteht die Gefahr, dass Ihre Daten durch US-Behörden zu Zwecken der Überwachung ohne jegliche Rechtsbehelfsmöglichkeiten verarbeitet werden können. Sie können diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie das Setzen von über „Persönliche Einstellungen“ im Fußbereich der Website ändern auf „Erforderliche Cookies“ beschränken..