Pressemitteilung
Deutsche Umwelthilfe kritisiert Berliner Wärmeplan: „Mit Fernwärme in dieser Größenordnung ist klimaneutrale Wärmeversorgung nicht zu erreichen“
Berlin, 29.6.2026: Der Berliner Senat präsentiert heute im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung den kommunalen Wärmeplan. Demnach sollen 2045 rund 45 Prozent des Wärmebedarfs über Fernwärme bereitgestellt werden. Dafür müssen weitere Gebäude und auch ganz neue Gebiete an bestehende Fernwärmenetze angeschlossen werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert diese hervorgehobene Rolle der Fernwärme und warnt vor einem Fernwärme-Lock-in.
Dazu sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner:
„Dieser Wärmeplan präsentiert die Fernwärme als zentrale Lösungsoption für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt – trotz der bekannten Schwächen dieser Technologie. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt benennt klar die Probleme und Risiken, die Holz oder Wasserstoff mit sich bringen – und verschließt dann die Augen davor, dass die Fernwärmeversorger genau diese Brennstoffe in erheblichem Maße einsetzen wollen. Der Wärmeplan wird damit den eigenen Ansprüchen nicht gerecht: Klimaneutral, bezahlbar und versorgungssicher soll die zukünftige Wärmeversorgung sein, doch mit Fernwärme in dieser Größenordnung ist das nicht zu schaffen. Wir fordern, die Wärmeplanung unter andere Vorzeichen zu setzen: Die zuständigen Senatsverwaltungen müssen mehr Einfluss auf die Dekarbonisierungsstrategien der Fernwärmeversorger ausüben und die zukünftige Größe der Fernwärmenetze an tatsächlich klimafreundlichen und versorgungssicheren Wärmequellen ausrichten. Es sollte insgesamt mehr auf Nahwärmenetze gesetzt werden, die mit lokalen Wärmequellen ausreichend versorgt werden können.“
Kontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
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