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Pressemitteilung

Bundesregierung verpasst die Waldwende: Deutsche Umwelthilfe und Naturwald Akademie kritisieren Vorschlag für Förderung widerstandsfähiger Wälder als unzureichend

Dienstag, 19.07.2022

• Neues Förderprogramm des BMEL für private und kommunale Waldbesitzerinnen und -besitzer soll Wälder artenreicher machen und gegen Klimakrise stärken

• DUH fordert gemeinsam mit Naturwald Akademie konsequente Förderung von natürlicher Waldentwicklung in der Fläche

• Deutsche Wälder sind durch klimaverursachte Dürren in historisch schlechtem Zustand

© Inga Nielsen - Fotolia

Berlin, 19.7.2022: Die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beschlossenen neuen Förderkriterien für den Erhalt und die Entwicklung widerstandsfähiger Wälder bewerten Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Naturwald Akademie als nicht ausreichend, um den deutschen Wald zu stärken. Über das Förderinstrument sollen private und kommunale Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer einen finanziellen Anreiz erhalten, Waldökosysteme artenreicher und widerstandsfähiger gegen die Klimakrise zu gestalten. Gefördert werden sollen vor allem Mischwälder, die nachweislich die vielfältigen und wertvollen Leistungen der Wälder erhalten und ausbauen. Dafür müssten jedoch die natürliche Waldentwicklung auf bundesweiten Flächen ausgeweitet, ausschließlich heimische Baumarten eingebracht und die Förderung für natürliche Waldentwicklung nicht auf Waldbesitz von über 100 Hektar begrenzt werden, so DUH und Naturwald Akademie.

Dazu Peer Cyriacks, Leiter Naturschutz bei der DUH: „Grundsätzlich begrüßen wir die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministeriums, ein Anreizsystem für private und kommunale Waldbesitzerinnen und -besitzer zu schaffen. Das vorgelegte Konzept reicht aber nicht: Durch die vage Formulierung der Ziele für die Baumartenvielfalt sind weiterhin Monokulturflächen möglich. Gerade die Dürrejahre 2018 bis 2020 und der Borkenkäfer haben gezeigt, wie wichtig artenreiche und widerstandsfähige Mischwälder sind. Bereits jetzt sind viele Waldflächen in einem historisch schlechten Zustand. Um eine weitere Verschlechterung zu verhindern, brauchen wir deshalb dringend eine stärkere Ausrichtung des Förderinstruments an der Erhaltung, der Wiederherstellung und dem Ausbau der verschiedenen Ökosystemleistungen der Wälder. Wir fordern Cem Özdemir daher auf, mehr Naturnähe in der Waldbewirtschaftung zu fördern.“

Torsten Welle, Leiter Wissenschaft und Forschung, Naturwald Akademie ergänzt: „Das jetzige Konzept zeigt, dass die Bundesregierung den Klimaschutzgedanken durch den Wald noch nicht ausreichend angenommen hat. Gerade aufgrund von Klimakrise und Artensterben brauchen wir mehr Waldflächen, die sich natürlich entwickeln können. Die geplante Förderung von lediglich 5 Prozent Naturwald-Flächen ist viel zu gering und fällt sogar hinter die bestehenden Waldstandards zurück. Wir brauchen mindestens 15 Prozent aller Waldflächen als ökologischen Kern der Wälder. Auch die vorgeschlagene Förderung für eine zum Teil großflächige Abholzung von Wäldern, die beispielsweise durch Dürre und Borkenkäfer abgestorben sind, schaden dem Klima- und Artenschutz.“

Neben der Nachschärfung der Förderkriterien müssen die weiteren Rahmenbedingungen geklärt werden. So ist die Finanzierung des Programms bisher lediglich bis zum Ende der Legislaturperiode gesichert. Um die vielfältigen Ökosystemleistungen (Biodiversitäts- und Klimaschutz, Wasser, Holz, Erholung) anbieten zu können, braucht es für Waldbesitzerinnen und –besitzer darüber hinaus Planungssicherheit und eine langfristige Zusage zur Förderung. Damit das Förderinstrument effektiv wird, braucht es außerdem ein Umwelt-Monitoring und regelmäßige Kontrollen.

Hintergrund:

Die Bundesregierung hat für das bereits im Koalitionsvertrag angekündigte Honorierungsmodell für die Ökosystemleistungen des Waldes einen gemeinsam vom Landwirtschaftsministerium und Umweltministerium erarbeiteten Vorschlag vorgelegt. Im Zeitraum von 2022-2025 sollen private und kommunale Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer finanzielle Anreize erhalten, wenn sie über die gesetzlichen Standards und die Anforderungen der zwei privaten Zertifizierungssysteme PEFC und FSC hinaus Ökosystemleistungen anbieten. So sollen allein in dieser Legislaturperiode insgesamt 900 Millionen Euro für das Förderinstrument bereitstehen.

Links:

Kontakt:

Peer Cyriacks, Leiter Naturschutz
030 2400867-892, cyriacks@duh.de

Dr. Torsten Welle, Leiter Wissenschaft und Forschung Naturwald Akademie
welle@naturwald-akademie.org

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

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