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Pressemitteilung

Bündnis fordert Wende in Ernährungspolitik: Mehr Wertschätzung und weniger Lebensmittelverschwendung als größte Stellschrauben

Freitag, 29.10.2021 Dateien: 1

• Deutsche Umwelthilfe, foodsharing, das Institut für Welternährung und das Netzwerk der deutschen Ernährungsräte fordern, Ernährungswende in den Koalitionsverhandlungen festzuschreiben

• Aktuelles Ernährungssystem verschwendet Ressourcen und schadet dem Klima; Lebensmittelverschwendung bleibt unnötiger Treiber von Biodiversitäts- und Klimakrise und muss bis 2030 halbiert werden

• Fünf Forderungen für die Ernährungswende: Ausbau der Ernährungsbildung für mehr Wertschätzung, Lebensmittelverschwendung verbindlich reduzieren, Gemeinschaftsverpflegungen mit höherem Bio-Anteil, Ernährungsräte fördern und Fleischabgabe umsetzen

© jchizhe / stock.adobe.com

Berlin, 29.10.2021: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), foodsharing, das Institut für Welternährung und das Netzwerk der deutschen Ernährungsräte fordern SPD, Grüne und FDP auf, in ihren Koalitionsverhandlungen eine Wende in der Ernährungspolitik auf den Weg zu bringen. Aktuell werden zu viele Ressourcen verschwendet. Ein Drittel aller Lebensmittel wird für die Tonne produziert. Mehr als die Hälfte der Ackerflächen in Deutschland dient der Futterproduktion, obwohl bei Fleisch und Milch Überproduktion herrschen. Die Organisationen haben fünf Forderungen für eine Ernährungswende erarbeitet. Das Bündnis fordert einen politischen Wandel hin zu einer größeren Wertschätzung von Lebensmitteln und der Förderung von Ernährungsbildung. Initiativen, wie zum Beispiel Ernährungsräte, solidarische Landwirtschaft und foodsharing müssen gezielt gefördert werden.

Hierzu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, ist die größte Stellschraube für eine nachhaltigere Ernährungspolitik. Klar ist: Deutschland bleibt bisher hinter anderen EU-Staaten zurück und schöpft den möglichen europäischen Rechtsrahmen nicht aus, um die Verschwendung zu reduzieren. Die neue Bundesregierung muss die Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren.“

Frank Bowinkelmann, Vorsitzender von foodsharing: „Die enorme Lebensmittelverschwendung macht deutlich, wie wenig Lebensmittel heute noch wertgeschätzt werden. Eine Ernährungswende wird ohne Ernährungsbildung in Kitas und Schulen nicht gelingen. Das Thema Wertschätzung von Lebensmitteln muss in die Ausbildungs- und Studienordnungen aller im Bereich Lebensmittel und Ernährung tätigen Berufsgruppen aufgenommen werden."

Wilfried Bommert, Sprecher des Instituts für Welternährung: „Im Zentrum der Ernährungswende müssen Kitas, Schulen und Mensen stehen. Sie prägen heute die Ernährungsstile von morgen. Öffentliche Kantinen müssen als Vorbilder Klima-, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsstandards umsetzen.“

Clara Dorn, Geschäftsführerin des Ernährungsrats für Köln und Umgebung e.V.: „Um eine echte Ernährungswende zu erreichen, müssen wir verstärkt auf der kommunalen Ebene wirken und die Nachfrage nach regionalen und biologisch erzeugten Produkten erhöhen. Es muss eine unabhängige Koordination zwischen relevanten Akteuren in den Städten gewährleistet werden. Und dafür brauchen die zivilgesellschaftlich organisierten Initiativen wie Ernährungsräte eine politische und institutionelle Unterstützung.“

Fünf Forderungen für eine Ernährungswende:

  1. Orte der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung müssen Vorbilder für gesunde, umweltfreundliche, regionale und klimaschonende Nahrungsmittel werden und schrittweise den Anteil für biologisch produzierte Lebensmittel erhöhen.
  2. Bundesweit geltende politische Rahmenbedingungen müssen die Weitergabe von Lebensmitteln fördern und rechtlich absichern. Lebensmittelverschwendung muss mittels gesetzlicher Regelungen auf allen Ebenen reduziert werden.
  3. Ernährungsbildung sowie der Zusammenhang von Klima und Ernährung müssen im Lehrplan aller Bundesländer verankert werden.
  4. Ernährungsräte sowie andere regionale Initiativen und Kooperationen, wie zum Beispiel die solidarische Landwirtschaft und foodsharing-Organisationen müssen gezielt gefördert werden.
  5. Die seit Langem geforderte Fleischabgabe muss endlich umgesetzt und die steuerliche Begünstigung tierischer Produkte beendet werden.

Link:

Kontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Frank Bowinkelmann, Vorsitzender foodsharing
0160 94909083, f.bowinkelmann@t-online.de

Dr. Wilfried Bommert, Sprecher Institut für Welternährung
0173-9552544, info@institut-fuer-welternaehrung.org

Clara Dorn, Geschäftsführerin Ernährungsrat für Köln und Umgebung
0221-29852359 info@ernaehrungsrat.koeln

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

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