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Pressemitteilung

Blühendes Vorbild für naturnahes Gärtnern – Deutsche Umwelthilfe zeichnet Schaugarten in Wachtberg als Projekt des Monats September aus

Montag, 22.09.2008

Im Schaugarten zeigt die Wachtberger Agenda 21-Gruppe die Gestaltungsvielfalt mit heimischen Pflanzen – Naturnah angelegte Gärten dienen Vögeln, Insekten und Säugetieren als Nahrungsquelle und Lebensraum – DUH-Initiative „Grün in der Stadt“ zeichnet die Gemeinde Wachtberg als „Projekt des Monats“ im September aus

Radolfzell/Wachtberg, 22. September 2008 – Der Schaugarten in Wachtberg vermittelt den Bürgerinnen und Bürgern, wie ein Garten naturnah angelegt werden kann und so für heimische Tierarten reichlich Nahrungsquelle und Lebensraum bietet. Die Initiative „Grün in der Stadt“ der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zeichnet den Schaugarten deshalb zum Projekt des Monats September aus. „Der Schaugarten zeigt eindrucksvoll, dass naturnahe Gärten mit heimischen Kräutern, Stauden und Gehölzen eine Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten bieten, die jeden Gartenliebhaber und Naturfreund erfreuen“, sagte Uwe Friedel, Projektmanager „Kommunaler Umweltschutz“ der DUH, bei der Preisübergabe. „Gartenbesitzer können hier ihre Unsicherheit und vielleicht auch Berührungsängste bezüglich heimischer Pflanzen im eigenen Garten überwinden und sich durch die Pflanzbeispiele inspirieren lassen. So kann in der Gemeinde ein Biotopnetz aus ökologisch wertvollen Gärten entstehen.“

Der Schaugarten im südlich von Bonn gelegenen Wachtberg ist ein gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Arbeit einer lokalen Agenda 21-Gruppe für den Umwelt- und Naturschutz vor Ort. In der 20.000 Einwohner zählenden Gemeinde Wachtberg, die aus dreizehn Ortschaften besteht, arbeitet die Agenda 21-Gruppe eng mit der Gemeindeverwaltung zusammen und stieß mit ihrem Vorschlag auf offene Ohren, die eintönige 600 m² große Rasenfläche vor dem Rathaus in einen beispielhaften Garten für naturnahes Gärtnern zu verwandeln. Auch die BUND-Kreisgruppe Bonn und zahlreiche vor allem lokale Unternehmen haben sich an der Anlage des Gartens beteiligt. Bürgermeister Theo Hüffel betonte daher das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement: „Unser Schaugarten ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass jede Gemeinde Bürgerinnen und Bürger braucht, die mit Kreativität, Gestaltungswillen und Engagement an einer lebendigen Gemeindeentwicklung mitwirken.“

Bei der Anlage des Gartens haben die Naturgärtnerinnen und -gärtner besonders auf die Vielfalt der Gestaltung geachtet: Zum Beispiel verschiedene Staudenbeete an sonnigem, schattigem und sandigem Standort, gekrönt von einem „Mittelklee-Odermennig-Saum“, einer Pflanzengesellschaft, wie sie in einem nahe gelegenen Naturschutzgebiet vorkommt. Dazu kommen eine Wildblumenwiese, Wildstrauch-Hecken mit Heckensäumen, Trockenmauern und eine Kräuterspirale. Die Wege wurden mit unterschiedlichen Techniken wasserdurchlässig angelegt und eine Nisthilfe für Wildbienen errichtet. Die naturgerecht angelegten Gärten dienen dem Natur- und Artenschutz. Heimische Gehölze bieten Wildtieren, insbesondere Vögeln und Insekten, Lebensraum und dienen als Futterquelle. Allein 32 Vogelarten fressen die Früchte des heimischen eingriffligen Weißdorns, die Früchte des im Gartenbau oftmals verwendeten nicht heimischen Lavalls Weißdorn werden dagegen nur von drei Vogelarten gefressen. Die Wildrosen, von denen im Schaugarten 17 verschiedene Arten vorzufinden sind, können von mehr als 100 Insektenarten als Nahrungsquelle genutzt werden; die Früchte (Hagebutten) nähren zahlreiche Vogel- und Säugetierarten.

Für Gärtnerinnen und Gärtner haben naturnahe Pflanzungen ebenfalls große Vorteile. Sobald die Anwuchspflege bewältigt ist, entfallen im Naturgarten bei entsprechender Pflanzplanung der Rückschnitt von Gehölzen, Düngung und Bewässern von Pflanzen sowie Frost- und Pflanzenschutz fast vollständig.

Mehr als 50 Wildgehölz- und 100 Wildstaudenarten laden im Schaugarten zum Anschauen und Kennenlernen ein. Bei Besuchen und Führungen können sich interessierte Hobby- und Profigärtner über naturnahes Gärtnern informieren. Während der UN-Biodiversitäts-Konferenz im Mai 2008 in Bonn kamen die Besucher sogar aus aller Welt, um die Blütenpracht in Wachtberg zu bestaunen. Wer nicht selbst anreisen kann, kann sich in der 40-seitigen Broschüre „Der naturnahe Schaugarten in Wachtberg“ informieren, in der neben einer Liste für Bezugsquellen und Kontaktadressen auch viele weitere Hinweise und Tipps enthalten sind. Neben Pflanzenlisten für die verschiedenen Elemente des Schaugartens und Tipps für die Anlage und Pflege wird auch über den Umgang mit Pflanzauflagen und Ausgleichsmaßnahmen und die Vermeidung von Fehllieferungen aufgeklärt. Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr bei der Gemeinde Wachtberg erhältlich. Hannelore Vogel vom Fachbereich Gemeindeentwicklung der Gemeinde Wachtberg betonte: „Wir hoffen, viele Menschen für die Schönheit naturnaher Anpflanzungen zu begeistern, vom Sinn und Zweck der Naturgärten zu überzeugen und viele Nachahmer dieser Idee finden zu können. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn mit der Zeit ein deutschlandweites Netz regionaltypischer naturnaher Schaugärten entstehen würde.“

Fotos zum Projekt finden Sie im Internet unter http://www.duh.de/1866.html.

Über "Grün in der Stadt"

Die DUH zeichnet 2008 im Projekt „Grün in der Stadt“ jeden Monat ein Projekt aus, das ökologisches Grünflächenmanagement auf beispielhafte Weise verwirklicht. Bewerbungen können bis Ende September 2008 bei der DUH eingereicht werden. Weitere Informationen gibt es unter www.stadt-gruen.de.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Kooperationspartner sind der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), das COmpetence NeTwork URban ECology (CONTUREC), der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) und der Deutsche Städtetag (DST).

Für Rückfragen:

Uwe Friedel
Deutsche Umwelthilfe e.V., Kommunaler Umweltschutz, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell
Mobil: 0173 8058563, Tel.: 07732 9995 -57, Fax: 07732 99 95 -77, E-Mail: friedel@duh.de

Robert Spreter
Deutsche Umwelthilfe e.V., Kommunaler Umweltschutz, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell
Tel.: 07732 9995 -30, E-Mail: spreter@duh.de

Ulrike Fokken
Politik & Presse, Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55 01 70 09, E-Mail: fokken@duh.de

Hannelore Vogel
Umweltbeauftragte der Gemeinde Wachtberg, Fachbereich Gemeindeentwicklung, Rathausstraße 34, 53343 Wachtberg
Tel.: 0228 9544-153, E-Mail: hannelore.vogel@wachtberg.de

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