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Pressemitteilung

Betreiber von LNG-Terminals, Gasspeichern und Raffinerien verschwenden Erdgas: Deutsche Umwelthilfe deckt entweichende Methan-Emissionen auf

Dienstag, 13.10.2026 Dateien: 1

• Aufnahmen mit Spezialkamera: klimaschädliche Methan-Emissionen an etwa einem Drittel der untersuchten Anlagen der Öl- und Gasindustrie sichtbar

• DUH fordert Betreiber auf, Emissionsquellen zu prüfen und reicht Beschwerden bei Behörden in NRW und Niedersachsen ein

• Bund und Länder müssen Methanverordnung konsequent umsetzen und Regulierungslücken schließen

© James Turrito/CATF

Berlin, 13.10.2026: An 13 von 44 untersuchten Anlagen der Öl- und Gasinfrastruktur haben die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die US-amerikanische NGO Earthworks mithilfe einer Spezialkamera unkontrolliert austretende Methan-Emissionen und andere Kohlenwasserstoffe festgestellt. Betroffen sind LNG-Terminals, Gasspeicher, Verdichterstationen im Gasnetz und Raffinerien. Die Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und in den Niederlanden wurden im September 2026 untersucht. Die DUH wird die Betreiber der betroffenen Anlagen und die Behörden informieren und schriftlich dazu auffordern, die Vorgaben aus der EU-Methanverordnung umzusetzen.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Gasspeicher sind leer und Unternehmen, die für die Speicher, Terminals und Pipelines zuständig sind, lassen Methan einfach in die Atmosphäre entweichen. Die Behörden und Betreiber müssen dringend handeln – nicht nur angesichts der leeren Gasspeicher, sondern auch weil die austretenden Methan-Emissionen die Klimakrise anheizen und die EU-Methanverordnung sie gesetzlich dazu verpflichtet. Die Bundesregierung muss endlich Bußgelder für Verstöße festlegen, anstatt das Umsetzungsgesetz zurückzuhalten und Wirtschaftsministerin Reiche freie Leine bei ihren wiederholten Angriffen auf das EU-Gesetz zu lassen."

In vier der dokumentierten Fälle, konkret bei der FSRU Excelsior in Wilhelmshaven (Niedersachsen), dem Uniper Gasspeicher Epe (NRW), der OGE Würselen Verdichterstation (NRW) und der NETG Elten Verdichterstation (NRW) liegt möglicherweise ein Verstoß gegen die EU-Methanverordnung vor. Die Betreiber sind unter anderem zur Messung und Kontrolle der Methan-Emissionen von Anlagen wie Gasspeichern, LNG-Terminals und Verdichterstationen verpflichtet, während die Behörden der Länder die Einhaltung dieser Vorgaben unter anderem durch Inspektionen zu überprüfen haben. Die DUH hat entsprechende Beschwerden beim Landesamt für Bergbau und Geologie in Niedersachsen und beim nordrhein-westfälischen Energie- und Wirtschaftsministerium eingereicht. Außerdem brisant: An allen vier untersuchten LNG-Terminals Deutschlands (Mukran, Wilhelmshaven 1 und 2, sowie Brunsbüttel) wurden Methan-Emissionen dokumentiert – selbst dann, wenn kein Gas importiert wurde.

Andrew Klooster, leitender Thermograf bei Earthworks: „Die Methanverordnung soll klimaschädliche Methan-Emissionen aus der Öl- und Gasinfrastruktur überwachen und verhindern – unsere Aufnahmen zeigen, dass die Umsetzung der Verordnung noch nicht ernst genug genommen wird. Die Behörden müssen auf unsere Ergebnisse reagieren und überprüfen, ob die Betreiber die Vorschriften einhalten. Als leitender Thermograf war ich überrascht, erhebliche, vermeidbare Methan-Emissionen aus Raffinerien in der EU festzustellen, die in einigen Fällen schlimmer sind als das, was wir in den USA oder Lateinamerika dokumentiert haben. Um konsequent zu sein, müsste die EU-Methanverordnung auf Raffinerien, Gaskraftwerke und Biogasanlagen ausgeweitet werden.“

Hintergrund:

Die Methanverordnung verpflichtet Unternehmen, die in der Europäischen Union Öl, Kohle und fossiles Gas fördern und transportieren, seit 2024 ihre Methan-Emissionen basierend auf Messungen zu quantifizieren, ihre Infrastruktur regelmäßig auf Emissionsquellen zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu reparieren. Mithilfe von FLIR 320 OGI-Kameras können Earthworks und die DUH unsichtbares Methan und flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in Echtzeit sichtbar machen.  Sie sind der Industriestandard, um Emissionen bei Reparaturen, Leckagen oder fehlerhaftem Equipment festzustellen.

Link:

Die Übersicht der gemessenen Anlagen finden Sie am Ende dieser Seite. Video-Material zu den Messungen finden Sie hier: https://l.duh.de/261013material

Kontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Andrew Klooster, ITC-zertifizierter Thermograf, Earthworks
+1-202-417-3700, aklooster@earthworksaction.org

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de