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Pressemitteilung

Bauministerkonferenz: Deutsche Umwelthilfe fordert mit breitem Bündnis Ende des Abrisswahns

Donnerstag, 10.09.2026 Dateien: 11

· Zur Bauministerkonferenz in Berlin: DUH, Architects for Future und Anti-Abriss-Allianz fordern Genehmigungsvorbehalt für Gebäudeabrisse

· Bauministerkonferenz soll entsprechende Novellierung der Musterbauordnung anstoßen

· Grundlegendes Umdenken in der Baupolitik notwendig: „Umbauordnungen“ statt Bauordnungen, Erhalt und Weiterentwicklung des Bestands statt Neubauwahn

© DUH_Caron

Berlin, 10.9.2026: Zur Bauministerkonferenz in Berlin fordern die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Architects for Future (A4F) und die Anti-Abriss-Allianz (AAA), die insgesamt 70 Organisationen umfasst, das Ende des umwelt- und klimaschädlichen Abrisswahns. Nach Ansicht des Bündnis braucht es einen Genehmigungsvorbehalt für Gebäudeabrisse in der Musterbauordnung und den Landesbauordnungen. Vor einem Abriss soll künftig geprüft werden, ob Erhalt, Sanierung oder Umbau über den gesamten Lebenszyklus ökologisch vorteilhafter sind als Abriss und Neubau. Als Vorsitzender der Bauministerkonferenz sieht das Bündnis den Berliner Bausenator Christian Gaebler (SPD) in besonderer Verantwortung. Obwohl sich die Berliner SPD bereits für einen Genehmigungsvorbehalt bei Abrissen ausgesprochen hat, ist der Punkt bislang nicht auf der Tagesordnung. 
Barbara Metz, DUH-Bundesgeschäftsführerin: „Wer Klimaschutz, Ressourcenschutz und bezahlbaren Wohnraum zusammendenken will, kommt am Gebäudebestand nicht vorbei. Trotzdem werden noch immer Gebäude abgerissen, ohne dass ernsthaft geprüft wird, ob ihr Erhalt nicht die bessere Lösung wäre. Umso unverständlicher ist es, dass der Genehmigungsvorbehalt für Abrisse es nicht einmal auf die Agenda der diesjährigen Bauministerkonferenz geschafft hat. Die Bauministerinnen und Bauminister müssen jetzt handeln und Abrisse endlich genehmigungspflichtig machen.“Leon Beck, Vorstandsvorsitzender von Architects for Future: „Die Bauministerkonferenz hat sich im vergangenen Jahr klar für den Gebäudeumbau ausgesprochen. Damit dieser möglich wird, benötigen wir eine praxistaugliche Umbauordnung und den Erhalt der Bausubstanz. Wer Gebäude abreißt, ohne den Erhalt als Alternative zu prüfen, vernichtet Potenziale vorzeitig. Wir fordern daher einen verbindlichen Genehmigungsvorbehalt mit Alternativenprüfung für jeden geplanten Abriss. Nur so bleibt wertvoller Bestand erhalten und steht kurzfristig zur Nutzung bereit. Denn uns muss klar sein: Die Wohnungsfrage entscheidet sich im Bestand, nicht im Neubau.“Corinna Tell, Anti-Abriss-Allianz: „Die Praxis in der Denkmalpflege zeigt tagtäglich: Selbst komplexe Bestandsbauten wie Kirchen lassen sich hervorragend als Quartierszentren oder Wohnraum umnutzen, statt sie abzureißen. Um die Bauwende endlich praktisch umzusetzen, fordern wir einen Abriss-Stopp sowie eine Umbauordnung, die Erhalt vor Neubau stellt. Ein Abriss darf nur noch mit Ausnahmegenehmigung und mit Nachweis einer positiven Gesamtemissionsbilanz – inklusive der gebundenen grauen Emissionen, die beseitigt werden soll – erlaubt werden. Zudem müssen rechtliche Standards, Förderungen und die Ausbildung in Architektur und Handwerk konsequent auf das Weiterbauen, Reparieren und die zirkuläre Materialwiederverwendung im Bestand ausgerichtet werden.“

Hintergrund: 

12.000 Gebäude werden in Deutschland laut amtlicher Statistik jährlich abgerissen. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da längst nicht alle Gebäudeabrisse statistisch erfasst werden und es bislang an einer umfassenden Transparenz über das Abrissgeschehen in Deutschland fehlt. Mit jedem Abriss gehen bereits gebundene sogenannte graue Treibhausgasemissionen, wertvolle Baustoffe und die darin enthaltenen Rohstoffe verloren. Gleichzeitig werden gewachsene Quartiersstrukturen und baukulturelle Werte zerstört.

Link: 

Fotos der Bildaktion vor dem Roten Rathaus finden Sie ab ca. 11 Uhr am Ende der Seite.

Kontakt:

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin DUH0170 7686923, metz@duh.de Leon Beck, Vorstandsvorsitzender Architects for Future Deutschland e.V.017699637206, vorstand@architects4future.de, presse@architects4future.de Corinna Tell, Anti-Abriss-Allianz
01795883671, info@anti-abriss-allianz.de 

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de