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Pressemitteilung

Ausbau von Havel, Spree und Sacrow-Paretzer-Kanal ist überflüssig

Berlin 29. September 2008:, Montag, 29.09.2008

Studie der TU Hamburg-Harburg zum Wasserstraßenausbau Mittellandkanal

Die Studie „Ausbau der Wasserstraßenverbindung Mittellandkanal-Berlin“ der TU Hamburg-Harburg kommt zu dem Ergebnis, dass es für das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE 17) derzeit keinen Bedarf gibt. Es fehlen sowohl die Gütermengen, die dieses große Projekt notwendig machen, als auch Einsatzkonzeptionen für Großmotorgüterschiffe und Großschubverbände, die einen Ausbau von Havel, Spree und Sacrow-Paretzer-Kanal rechtfertigen.

Die Studie, die im Auftrag von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Natur (BLN) und Deutsche Umwelthilfe (DUH) erstellt wurde, kommt zu folgenden Ergebnissen:

Da das gesamte Güterverkehrsaufkommen im Zeitraum von 1997 bis 2006 in Berlin um 41 Prozent und in Brandenburg um 10 Prozent gesunken ist und der Rückgang bei den Transporten mit Binnenschiffen noch höher liegt (53 Prozent für Berlin und 31 Prozent in Brandenburg), lässt sich keine Notwendigkeit für den verstärkten Infrastrukturausbau begründen.

Der Ausbau für Großschubverbände und Großmotorgüterschiffe im Begegnungsverkehr ist unnötig, da für diese Schiffstypen kein tragfähiges Einsatzkonzept vorliegt und die Wirtschaftlichkeit auf diesen Wasserstraßen mangels genügender Gütermengen sehr fraglich ist.

Der zweilagige Containertransport ist gegenüber Bahn und LKW schon jetzt konkurrenzfähig, um Einschränkungen abzubauen, müssten lediglich die Brücken angehoben werden.

Der Begegnungsverkehr kann schon heute mit reduzierter Geschwindigkeit zugelassen werden, daher ist bei dem geringen Verkehrsaufkommen eine Verbreiterung und Vertiefung abzulehnen.

Die Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens konnte das Bundesverkehrsministerium bisher nicht nachweisen; auch sind keine aktuellen Prognosen in dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Sacrow-Paretzer-Kanal berücksichtigt worden. Außerdem wurden keine Alternativen geprüft.

Der BUND, die BLN und DUH haben mit ihrer Studie eine umfassende und aktuelle Analyse vorgelegt, die nachweist, dass der Bedarf für den geplanten Ausbau nicht gegeben ist. Darüber hinaus werden Alternativen aufgezeigt.

„Aus unserer Sicht wird die Luft für das Ausbauprojekt VDE 17 immer dünner. Die Projektplanung ist eindeutig überdimensioniert und für das Ministerium wird es zunehmend schwieriger, den Ausbau zu rechtfertigen, der immerhin noch 1,2 Milliarden Euro verschlingen wird. Baumfällungen, der drohende Verlust von geschützten Pflanzen, Tieren und Feuchtgebieten rufen immer größeren Widerstand in der Bevölkerung hervor, dem sich auch zunehmend mehr Politiker anschließen. Die ersten zwei Klagen sind eingereicht, und mit der Studie sehen wir gute Chancen, sie auch zu gewinnen,“ so Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND.

Für Rückfragen:

Pressestelle BUND Berlin, Carmen Schultze: Tel. 03078790012, mobil: 0179-593 59-12

Winfried Lücking, Leiter des BUND-Flussbüro, Tel. 030 787900-16, mobil: 01577-289 88 43

Albert Wotke, Deutsche Umwelthilfe, Tel: 030 2400867-11, mobil: 0160 5321050

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