Die Gäubahn: Eine unverzichtbare Verbindung im europäischen Bahnnetz
Die Gäubahn klingt vielleicht wie ein kleines Regionalbähnchen, ist jedoch eine essenzielle Verbindung für einen funktionierenden europäischen Bahnverkehr. Sie stellt die zentrale Bahntrasse für die Anbindung von Norditalien, der Schweiz und des südlichen Baden-Württembergs an das europäische Bahnnetz dar. Doch ab März 2027 droht diese wichtige Strecke für über zehn Jahre vom Bahnknoten Stuttgart abgekoppelt zu werden. Wir kämpfen für einen unterbrechungsfreien Anschluss der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof.
1,5 Millionen Menschen im südlichen Baden-Württemberg plus Reisende von und nach Norditalien und der Schweiz würden vom Bahnnetz abgeschnitten. Sie müssten dann in eine S-Bahn umsteigen – Chaos vorprogrammiert! Diese Verschlechterung der Verbindung, wird dazu führen, dass viele Bahnkund*innen auf das Auto umsteigen – was wiederrum zu einer erhöhten Klimabelastung führt. Deshalb haben wir am 20. Juni 2023 Klage eingereicht, um die Abtrennung von Millionen von Menschen vom Bahnnetz verhindern.
Die geplante Unterbrechung der Gäubahn soll so lange bestehen, bis der sogenannte Pfaffensteigtunnel gebaut ist. Dieser Tunnel, der mit 11,5 km der längste Bahntunnel Deutschlands sein soll und aktuell auf über drei Milliarden Euro Baukosten geschätzt wird, ist jedoch erst in Planung, gebaut ist er noch nicht.
Unsere Forderungen
Die Gäubahn muss an den Stuttgarter Hauptbahnhof angebunden bleiben, für einen leistungsfähigen Bahnknoten in Stuttgart. Außerdem ist der neue Tiefbahnhof mit seinen acht Gleisen zu klein geplant, besonders in Hinblick auf den angestrebten Deutschlandtakt und die Verdopplung der Fahrgastzahlen. Deshalb fordern wir, Teile des Kopfbahnhofs zu erhalten, um die Anbindung der Gäubahn zu gewährleisten. Medienberichte, unter anderem des SWR, deuten darauf hin, dass sich die Teilinbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs weiter verzögern könnten – möglicherweise noch bis 2030. Damit würde faktisch ein längerer Parallelbetrieb von Kopf- und Tiefbahnhof entstehen. Dies entspricht unserer langjährigen Forderung und der Forderung vieler Bahnexpert*innen, die darin eine Voraussetzung für einen dauerhaft leistungsfähigen Bahnknoten in Stuttgart sehen. Aus unserer Sicht bestätigt diese Entwicklung, dass ein Parallelbetrieb nicht nur kurzfristig unvermeidbar, sondern eine langfristig sinnvolle Lösung für den Bahnverkehr in Stuttgart ist.
Der Kopfbahnhof kann überbaut werden und somit eine städtebauliche Nutzung erfahren, bei der moderne Züge anstatt klimaschädlicher SUV in den Tiefgaragen parken.
Unsere Klage
Wir haben gegen den geplanten Rückbau der heutigen Gäubahn-Zuführung zum Stuttgarter Hauptbahnhof geklagt. Durch die Maßnahme droht eine jahrelange Unterbrechung der internationalen Bahnverbindung von Stuttgart über Zürich nach Norditalien. Unserer Auffassung nach beruht die geplante Zerstörung der bestehenden Strecke auf Planungsannahmen aus der Frühphase von Stuttgart 21, die mit dem heutigen Planungsstand nicht mehr übereinstimmen. Wir sind deshalb der Ansicht, dass die Voraussetzungen für eine Abbindung der Gäubahn derzeit nicht vorliegen. Sollte dies in den laufenden Verfahren nicht berücksichtigt werden, werden wir den Rechtsstreit – wenn erforderlich – bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weiterführen.
Zukunftsperspektive
Für eine notwendige Verdopplung des Bahnverkehrs bis 2030, auch aus Klimaschutzgründen, muss die Gäubahn dauerhaft nach Stuttgart angebunden und schnellstmöglich modernisiert und ausgebaut werden. Wir kämpfen für den Erhalt und die Modernisierung der Gäubahn, um eine umweltfreundliche und zukunftsfähige Verkehrsanbindung sicherzustellen.
Unterstützen Sie uns jetzt!
Wir haben die Chance, die Gäubahn-Kappung mit unserer Klage zu verhindern. Stärken Sie uns mit einer Gäubahn-Patenschaft den Rücken!
Ihre Stimme zählt
Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition für den Erhalt der Gäubahn!
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