Lebensmittel verpackungsarm einkaufen
Beim Einkauf im Supermarkt greifen wir täglich zu Produkten wie eingelegtes Obst und Gemüse, Olivenöl, Brotaufstrichen oder Joghurt. Beim Blick in die Regale fällt dabei auf: Der allergrößte Teil der verwendeten Verpackungen sind kurzlebige Einwegverpackungen. Dabei sind ähnlich gestaltete Marmeladen- oder Gurkengläser wie gemacht als Mehrweggläser mehrfach wiederbefüllt zu werden.
Wir haben deshalb erstmalig untersuchen lassen, wie viele Einwegverpackungen für bestimmte Lebensmittel in Deutschland überhaupt anfallen: Allein in den Kategorien Babybeikost, Brotaufstriche, Kaffee und Kakao, Molkereiprodukte, Obst- und Gemüsekonserven, Speiseessig, Speiseöl und Wein sind es jedes Jahr rund 18 Milliarden Einwegverpackungen. Das entspricht etwa 1,3 Millionen Tonnen Verpackungsabfall – so viel Müll würde fast sieben große Fußballstadien komplett füllen.

Mehrweg als Lösung für weniger Verpackungsmüll
Durch den Umstieg auf Mehrwegsysteme könnten diese Abfallberge kleiner werden – zudem würden wir Klima und Ressourcen schützen: Wenn Wein, Obst- und Gemüsekonserven sowie Speiseöl und Essig konsequent in Mehrwegverpackungen angeboten würden, könnten jedes Jahr rund 710.000 Tonnen Verpackungsabfall, 409.000 Tonnen CO2 und 143.000 Tonnen Rohstoffe wie Quarzsand und Stahl eingespart werden.
Entsprechende Mehrwegsysteme gibt es bereits – sie sind aber noch viel zu wenig verbreitet. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass passierte Tomaten, Balsamico-Essig oder dein Lieblingswein auch in deinem Supermarktregal in einer Mehrwegverpackung landet.
Ab 2030 müssen Supermärkte und Discounter Getränke verbindlich in Mehrweg anbieten. Wir fordern: Solche Vorgaben sollten auch für vorverpackte Lebensmittel gelten. Bis dahin sollten Hersteller, Handel und Anbieter von Mehrwegsystemen gemeinsam Mehrweg voranbringen. In unserem Projekt „Lebensmitteleinzelhandel auf dem Mehrweg“ haben wir in Kooperation mit dem Mehrwegverband Deutschland e.V. dafür in unserem Kompendium konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.
- Nutzung offener und gemanagter Mehrwegsysteme
- Interne Prozesse frühzeitig auf Mehrweg umstellen, z. B. Etikettierung, Rückhol- und Spüllogistik sowie die Abwicklung von Pfand- und Mehrwertsteuerflüssen
- Mehrwegprodukte aktiv im Handel platzieren und sichtbar anbieten
- Ausreichende Lager- und Sortierkapazitäten für Mehrweggebinde schaffen und Rückgabeprozesse möglichst automatisieren
- Mitarbeitende zu Mehrwegsystemen schulen
- Rücknahmeautomaten konsequent für Mehrweg freischalten und Datensätze pflegen
- Mehrweg am Point of Sale klar und einheitlich kommunizieren
- Preispolitik so gestalten, dass Mehrweg mindestens preisgleich oder günstiger als Einweg ist
- Mit Pilotprojekten starten und Mehrweg schrittweise ausbauen
- Zentrale Strukturen für das Poolmanagement aufbauen
- Standardisierte, leicht zu reinigende und möglichst leichte Mehrwegverpackungen entwickeln
- Verpackungsdesign gezielt auf Mehrfachnutzung ausrichten
- Standardisierte und eindeutig codierte Mehrwegkästen einführen
- Ausreichende Pufferbestände an Mehrweggebinden bereitstellen
Dieses Projekt wird durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.


Downloads & Dokumente
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Mehrwegpotenziale für vorverpackte Lebensmittel – Kompendium DUH + MWV |
Kontakt
© DUH / Klein Elena Schägg
Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft
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