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Wo wir Flächen entsiegeln und Stadtgrün stärken müssen

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Die Sommer in Deutschland werden immer heißer, mit gefährlichen Folgen für Mensch, Natur und Infrastruktur. Jährlich werden in Deutschland rund 62 Quadratkilometer Fläche neu versiegelt, das entspricht etwa der Größe der Stadt Fürth. Etwa die Hälfte aller Siedlungs- und Verkehrsflächen ist bereits versiegelt: betoniert, gepflastert oder durch Tiefgaragen unterbaut. Diese Flächen heizen sich stark auf und kühlen sich nachts kaum ab – ein Risiko besonders für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen.

Viele Städte sind darauf nicht vorbereitet: Zu viel Beton, zu wenig Grün. Mit unseren jährlichen Hitze-Checks machen wir diese Problematik mittels Fernerkundungsdaten sichtbar und können das, was viele Menschen schon heute am eigenen Leib spüren, mit Daten hinterlegen.

In Zusammenarbeit mit der Luftbild Umweltplanung Planung GmbH haben wir in den letzten Jahren aufgedeckt, wo Flächen versiegelt sind, die Hitzebetroffenheit besonders hoch ist und wo schützendes Grün fehlt. 

Hierzu ermitteln wir Indikatoren wie Versiegelung, Grünbestand, Baumbeschirmung und Hitzebelastung in allen deutschen Städten mit über 50.000 Einwohnern. Das Ergebnis zeigt regelmäßig: In fast allen deutschen Städten finden Bürgerinnen und Bürger nur unzureichend Schutz vor den Folgen der Klimakrise - und der Trend geht leider in die falsche Richtung.

Hitze-Check 2026: Wie entwickeln sich die Städte und wie gehen sie mit ihrem Baumbestand um?

Da Bäume – insbesondere alte Bäume – sich besonders positiv auf das Stadtklima auswirken, wurden 2026 die Baumüberschirmung (Grad der Bodenbedeckung mit Vegetation von mehr als 2,5 Metern Höhe) sowie der prozentuale Zuwachs der Flächenversiegelung in den vergangenen sieben Jahren bewertet. Der Grad der Baumüberschirmung ist ein Indikator, welchen auch die EU-Wiederherstellungsverordnung vorsieht. Im Ergebnis erreichen nur sieben Städte den wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung – darunter Hamburg, Berlin, Oldenburg, Potsdam und Solingen.

Alle untersuchten Städte verlieren große Bäume und Grünflächen, die Versiegelung schreitet flächendeckend voran und die Hitzebelastung bleibt weiterhin hoch.

Hitze-Check 2024

Im ersten Hitze-Check der DUH wurden zwei zentrale Indikatoren untersucht: der Anteil versiegelter Flächen an der Siedlungs- und Verkehrsfläche sowie das sogenannte Grünvolumen, das die Menge klimawirksamer Vegetation – insbesondere von Bäumen – erfasst. Aus der Kombination beider Kennzahlen wurde eine Gesamtbewertung abgeleitet, die sichtbar macht, wo Versiegelung und mangelndes Stadtgrün zu einer besonders hohen Hitzebelastung beitragen. Auf dieser Grundlage erhielten 24 Städte eine Rote Karte, 82 eine Gelbe Karte und 84 eine Grüne Karte. Die schlechtesten Bewertungen entfielen auf Ludwigshafen, Heilbronn und Regensburg, da sie besonders stark versiegelt waren und gleichzeitig zu wenig Grünvolumen aufwiesen.

Hitze-Check 2025: Der Hitzebetroffenheitsindex

Im zweiten Hitze-Check steht die Umweltgerechtigkeit im Fokus. Hierfür wurde ein Hitzebetroffenheitsindex entwickelt mit dem ermittelt werden kann, wie viele Menschen in besonders belasteten Stadtvierteln leben. Für dessen Berechnung werden bewohnte Flächen einer Stadt in 100 Quadratmeter große Raster unterteilt und anhand von vier Indikatoren ausgewertet: Neben der Versiegelung und dem Grünvolumen sind hierfür die Oberflächentemperatur und die Bevölkerungsdichte hinzugekommen. So lässt sich für Städte noch genauer erfassen, wo hohe Temperaturen, dichte Bebauung und fehlendes Stadtgrün zusammentreffen – also genau dort, wo die Gesundheitsrisiken am höchsten sind. Im Ergebnis konnten wir feststellen, dass mehr als 12 Millionen Menschen in von extremer Hitze betroffenen Stadtteilen leben.

Warum entsiegeln und begrünen so wichtig ist

Versiegelte Flächen heizen sich nicht nur stärker auf, sie verhindern auch, dass Regenwasser versickern kann. Bei Starkregen steigt dadurch das Risiko für Überschwemmungen. Mehr unversiegelte Böden, Parks, Bäume und Stadtgrün wirken dem entgegen. Sie kühlen, speichern Wasser und schaffen gesunde Lebensräume.

Die Bundesregierung muss dringend handeln, damit Städte und Gemeinden besser auf den Klimawandel vorbereitet sind. Wir fordern:

  • eine verbindliche Obergrenze für Neuversiegelung im Raumordnungsgesetz
  • verbindliche Instrumente für Kommunen wie Grünflächenfaktoren oder Freiraumsatzungen
  • Reform von Baugesetzbuch und Landesbauordnungen, um blau-grüne Infrastruktur zu fördern
  • flächendeckende Einführung von ambitionierten Baumschutzsatzungen
  • ausreichende Finanzierung der Grünflächenämter, um Stadtgrün zu pflegen und zu erhalten
  • Stadtgrün als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge anzuerkennen

     

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Kontakt

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Bereichsleiter Kommunaler Umweltschutz
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Referentin der Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz
Tel.: 030 2400867-16
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Lilli Reinkensmeier
Projektmanagerin Kommunaler Umweltschutz
Tel.: 0151 67781234
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