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Systemfrage Gas: Aufbruch aus der fossilen Abhängigkeit

Über die Konferenz

Die Verletzlichkeit der deutschen Energieversorgung ist spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine deutlich geworden. Deutschlands Energiesystem befindet sich in einer Phase struktureller Neuordnung. Dabei ist die Abhängigkeit von fossilem Gas seit 2022 nicht zurückgegangen. Im Gegenteil: Aktuelle Entscheidungen wie die zum Neubau von Gaskraftwerken, der Rehabilitierung der Gasheizung oder zu neuen langfristigen LNG-Lieferverträgen verstärken fossile Abhängigkeiten. Dies droht die Transformation zu erneuerbaren Energien und damit eine resiliente und bezahlbare Energieversorgung zu gefährden.
 
Auf der Konferenz „Systemfrage Gas: Aufbruch aus der fossilen Abhängigkeit“ wollen wir uns den energiepolitischen Herausforderungen unserer Zeit stellen und mit Ihnen diskutieren, welche Weichenstellungen für eine resiliente Energieversorgung in Deutschland notwendig sind. 

Die Konferenz findet am 24. September in den Räumen von Silent Green in Berlin statt.

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung bis zum 20. August 2026.

Datum: 24.09.2026
Ort: Berlin
Format: Panels und parallele Foren

Jetzt anmelden


Unsere Gäste

Ursula Heinen-Esser, Präsidentin, Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE)© Rolf Schulten
Kerstin Rippel, Hauptgeschäftsführerin, Wirtschaftsvereinigung Stahl © manfred h. vogel
mhvogel.de
Franziska Brantner, Bundesvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen© Elias Keilhauer
Luisa Neubauer, Aktivistin, Fridays for Future© Lena Faye
Corinna Enders, Geschäftsführerin, Deutsche Energie-Agentur (dena)© Hoffotografen
Philine Wedell, Geschäftsführerin, IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität© Silke Reents
Dr. Niklas Höhne, Mitbegründer des New Climate Institute© Rixa Schwarz
Dr. Johannes Hillje, Politikberater & Autor© Per Jacob Blut
Karsten Wiedemann, Redaktionsleiter, Tagesspiegel Backround© Tagesspiegel/NassimRad
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin, Deutsche Umwelthilfe (DUH)© Stefan Wieland
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe (DUH)© Stefan Wieland
 

Programm

8:30 - 9:00 Uhr | Einlass & Kaffee
9:00 - 9:15 Uhr | Begrüßung


Keynote

9:15 - 9:30 Uhr | Aufbruch aus der fossilen Abhängigkeit: Wie Europa Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit zurückgewinnt (Arbeitstitel)

  • Teresa Ribera, Vize-Präsidentin, Europäische Kommission (angefragt)

Panel I

9:30 - 10:15 Uhr | Fossiles Gas vs. Elektrifizierung und Erneuerbare: Wie gelingt der Systemwechsel industrie- und sicherheitspolitisch? 

  • Alexander Bercht, Hauptvorstand, Gewerkschaft IG BCE (angefragt)
  • Corinna Enders, Geschäftsführerin, Deutsche Energie-Agentur (dena)
  • Ursula Heinen-Esser, Präsidentin, Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE)
  • Kerstin Rippel, Hauptgeschäftsführerin, Wirtschaftsvereinigung Stahl
  • Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe (DUH)

    Moderation: Karsten Wiedemann, Redaktionsleiter, Tagesspiegel Backround

10:15 - 10:30 Uhr | Kaffeepause


Panel II

10:30 - 11:15 Uhr | Abschied von teuren fossilen Energien: Wie müssen wir das Energiesystem umbauen, damit die Menschen von günstigen Erneuerbaren profitieren? 

  • Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen (VKU) (angefragt)
  • Dr. Nina Scheer, MdB, Energiepolitische Sprecherin, SPD-Bundestagsfraktion (angefragt)
  • Luigi Pantisano, stellv. Fraktionsvorsitzender, Die Linke (angefragt)
  • Philine Wedell, Geschäftsführerin, IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität
  • Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin, Deutsche Umwelthilfe (DUH)

    Moderation

11:15 - 11:30 Uhr | Kaffeepause


Parallele Foren (Phase I)

11:30 - 12:30 Uhr |  

Die Foren sind parallel stattfindende Veranstaltungen mit Workshop-Charakter, in denen Schlüsselfragen zur Energieversorgung in Deutschland vertieft werden.

Während weltweit neue LNG-Terminals, Pipelineprojekte und Gasabkommen vorangetrieben werden, wächst auch die internationale Vernetzung der Gaslobby – mit weitreichenden Folgen für Klima, Menschenrechte und geopolitische Spannungen. Welche Akteure profitieren vom aktuellen globalen Gas-Rush und welche Rolle spielt dabei die staatliche Außenwirtschaftsförderung der Bundesregierung?  Die Veranstaltung bietet fundierte Einblicke in die Netzwerke hinter der globalen Gasexpansion.

Durch den verstärkten Import von LNG nach Deutschland entstehen neue fossile Abhängigkeiten. Deutschland importiert insbesondere LNG aus den USA. Aber auch andere Staaten rücken beim Aushandeln neuer Importverträgen in den Fokus, zum Beispiel Argentinien. Deutsche Energieunternehmen wie EnBw, Uniper und SEFE haben inzwischen zahlreiche Verträge zur langfristigen Abnahme von LNG unterschrieben und sich damit über Jahre, teils Jahrzehnte, zu fossilen Energieimporten verpflichtet. Ein Negativeffekt, der viel zu selten dabei beleuchtet wird: Neue Gasfelder werden durch diesen neuen Gashunger erschlossen und auch mit deutschen Mitteln finanziert. 

Biomethan, synthetisches Methan und Wasserstoff in allen Farben des Regenbogens: Die Antwort der Gaslobby auf die Klimakrise scheint ein Austausch der Moleküle zu sein. Doch was würde eine echte „Molekülwende“ bedeuten – und welche Rolle können klimaneutrale Gase tatsächlich in einem zukünftigen Energiesystem spielen? Welche Gase werden derzeit diskutiert und wie lässt sich ihre Klimawirkung bewerten? Wo liegen Chancen, Grenzen und Risiken neuer Energieträger? Welche Anwendungen sind sinnvoll, wo werden fossile Pfadabhängigkeiten verlängert und welche politischen und infrastrukturellen Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden, damit der Hochlauf wirklich klimaneutraler Gase an der richtigen Stelle gelingt?

Raum

Wie kann Versorgungssicherheit in einem zunehmend erneuerbaren Stromsystem gelingen, wenn Wind und Sonne wenig Strom liefern? Welche flexiblen Kapazitäten werden wirklich gebraucht? Wie kombinieren wir möglichst clever Speicher, Lastmanagement, Biomasse, europäische Stromflüsse und Kraftwerke?  Die Debatte ist derzeit besonders hitzig, weil mit dem StromVKG, dem geplanten Kapazitätsmarkt und neuen Förderinstrumenten jetzt politische Weichen gestellt werden, die das Stromsystem über Jahrzehnte prägen. Beleuchtet werden technische Anforderungen wie Schwarzstartfähigkeit, gesicherte Leistung und Systemdienstleistungen ebenso wie geeignete Politikinstrumente, um klimaverträgliche Flexibilität anzureizen.

12:30 - 14:00 Uhr | Mittagspause


Parallele Foren (Phase II)

14:00 - 15:00 Uhr |

Die Wärmewende erfordert nicht nur den Ausbau klimaneutraler Versorgungssysteme, sondern auch einen geordneten und sozialverträglichen Umgang mit der Stilllegung und Dekarbonisierung der meisten bestehenden fossilen Gasverteilnetze. Im Mittelpunkt dieses Forums stehen Praxisbeispiele aus Kommunen, Energieversorgung, Netzbetrieb und Industrie, die aufzeigen, wie die Stilllegung der Gasverteilnetze strategisch geplant und umgesetzt werden kann. Diskutiert werden konkrete Herausforderungen – von steigenden Netzkosten über regulatorische Fragen bis hin zu Versorgungssicherheit – sowie innovative Lösungsansätze für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.

Im städtischen Wohnungsbestand hält sich hartnäckig die Annahme, dass sich Gasetagenheizungen kaum ersetzen lassen. Doch welche Alternativen stehen schon heute für dicht bebaute Quartiere zur Verfügung? Und wie können sie gezielt gefördert werden? Darüber sprechen wir mit Expert*innen und Vorreitern einer dekarbonisierten Stadtentwicklung.

Energetische Modernisierung und die Steigerung der Energieeffizienz sind zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche und sozial gerechte Wärmewende. Besonders in den energetisch schlechtesten Gebäuden bündeln sich hohe Emissionen, Energiearmut und fossile Abhängigkeiten. Gleichzeitig liegen dort die größten Potenziale für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und soziale Entlastung. Sanierte Gebäude fungieren als effiziente Wärmespeicher, entlasten Strom- und Wärmenetze und stärken die Resilienz unserer Städte in Zeiten multipler Krisen. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um das Gebäudemodernisierungsgesetz, der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie sowie steigender fossiler Energie- und Infrastrukturkosten diskutieren wir gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Energieberatung, Industrie und Sozialverbänden,  wie das Schattendasein von energetischer Modernisierung und Energieeffizienz beendet werden kann.

Die Debatte um heimische Öl- und Gasförderung ist hochaktuell: Im Koalitionsvertrag wird die Förderung von Öl und Gas in Deutschland aufgegriffen und Projekte wie die Gasförderung vor Borkum sollen ausgeweitet werden. Selbst mitten im Nationalpark Wattenmeer geht die Förderung von Öl auf der Mittelplate unbeirrt weiter. Welche Rolle spielen neue fossile Förderprojekte aktuell in Deutschland? Welche Fördermengen gibt es? Welche Folgen gehen mit heimischer Förderung einher? 

Bei der Förderung und beim Transport von Erdöl und -gas entweicht Methan und heizt die Erde auf. Das zweitwichtigste Treibhausgas ist farb- und geruchslos. Mithilfe von Satelliten, Infrarotkameras und Messgeräten, lässt es sich jedoch aufspüren. Daher wissen wir: Das Methan-Problem im Öl- und Gassektor wird massiv unterschätzt. In diesem Forum geht es zum einen darum, wie die Zivilgesellschaft diese Instrumente nutzt, um Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen. Zum anderen schauen wir uns die Gesetzeslage an und diskutieren, warum wir an das Thema Methan-Emissionen im Energiesektor noch keinen Haken machen können, obwohl die EU-Methan-Verordnung die Emissionen seit 2024 reguliert. 


15:00 - 15:30 Uhr | Netzwerken mit Kaffeepause


Panel III

15:30 - 16:30 Uhr | Systemfrage Gas: Was ist die richtige Strategie, um Aufbruch aus der fossilen Abhängigkeit in der gebotenen Geschwindigkeit voranzubringen? 

  • Franziska Brantner, Bundesvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen
  • Dr. Johannes Hillje, Politikberater & Autor
  • Dr. Niklas Höhne, Mitbegründer des New Climate Institute
  • Danijel Viševic, General Partner, World Fund 
  • Dr. Friedrich von Schönfeld, Vorstand Finanzen & Recht, Caritas (angefragt) 
  • Moderation: Constantin Zerger, Bereichsleiter, Deutsche Umwelthilfe (DUH)

Abschlusskeynote

16:30 - 16:45 Uhr | Der große Aufbruch: Wie die Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam das fossile Zeitalter beenden müssen (Arbeitstitel)

  • Luisa Neubauer, Klimaschutzaktivistin & Autorin, Fridays for Future 

16:45 - 17:00 Uhr | Abschluss


Ab 17:00 Uhr | Netzwerken mit Snack & Getränken


Konferenz Systemfrage Gas

Datum: 24.09.2026
Ort:
Silent Green (Gerichtstraße 35, 13347 Berlin) 
Format:
Panels und parallele Foren

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Downloads & Dokumente

Vorläufiges Programm

Copyright: © Finke/DUH

Constantin Zerger
Bereichsleiter Energie und Klimaschutz
E-Mail: Mail schreiben

Viktoria Hrynek
Projektassistenz
E-Mail: Mail schreiben

Copyright:

Milena Pressentin
Referentin Energie & Klimaschutz
E-Mail: Mail schreiben

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