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Mit Renovierungswelle Klimaziele und Corona-Krise meistern

Montag, 15.06.2020 Dateien: 1

Mit dem Green Deal will Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Der Gebäudesektor spielt dabei eine Schlüsselrolle. Die bisherigen Sanierungsraten sind deutlich zu niedrig, um die Klimaziele zu erreichen. Die EU-Kommission fordert daher eine sogenannte Renovierungswelle, um den Energiebedarf der Gebäude drastisch zu senken. In der derzeitigen Wirtschaftskrise kann eine Sanierungswelle zusätzlich die Konjunktur ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Die konkreten Maßnahmen zur Steigerung der Sanierungsrate im europäischen Gebäudebestand werden voraussichtlich unter der deutschen Ratspräsidentschaft im dritten Quartal 2020 veröffentlicht.

© traveldia - stock.adobe.com

Zusammengenommen sind Gebäude in der EU für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die jährliche Renovierungsquote in den Mitgliedstaaten stagniert seit Jahren und liegt derzeit zwischen 0,4 und 1,2 Prozent. Laut EU-Komission ist mindestens eine Verdoppelung dieser Quote notwendig, damit die Energieeffizienz- und Klimaziele der EU erreicht werden. Deshalb muss die angekündigte „Renovation Wave“ mit ehrgeizigen Zielen, konkreten Maßnahmen und ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet werden. Ziel muss es sein, den Gebäudebestand bis 2050 so zu modernisieren, dass es nur noch Niedrigstenergie-Gebäude gibt.

Die deutsche Ratspräsidentschaft muss des Weiteren sicherstellen, dass die Gestaltung neuer und renovierter Gebäude auch den Erfordernissen der Kreislaufwirtschaft entspricht und zu einem verstärkten Einsatz von ökologischen Baustoffen (z.B. Holz) führt. Klimaschutz in Gebäuden beschränkt sich bisher nur auf die Nutzungsphase. Für einen treibhausgasneutralen Gebäudebestand muss jedoch die Klimabilanz über den gesamten Lebenszyklus – von Herstellung bis Entsorgung – berücksichtigt werden. Für den Bau und die Renovierung von Gebäuden sind erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen erforderlich.

Deutschland muss sich dafür einsetzen, dass die Renovierungswelle sozial nachhaltig gestaltet wird.  In der EU haben 50 Millionen Verbraucher*innen wegen sozialer Notlagen Schwierigkeiten, ihre Wohnungen ausreichend zu heizen. Die Sanierungswelle sollte die Lage dieser Menschen nicht verschlechtern, sondern verbessern.

Eine europaweite Renovierungswelle für öffentliche und private Gebäude kann nur ausgelöst werden, wenn sich die Mitgliedstaaten daran massiv beteiligen. Deutschland muss hier als Vorbild vorangehen und die Vorgaben aus der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) im eigenen Land umsetzen und ambitioniertere Standards für Neubauten und Bestandssanierungen festschreiben. Dies stärkt Deutschlands Verhandlungsposition auf europäischer Ebene.

Eine Sanierungswelle nutzt nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch der Wirtschaft. Laut aktueller Prognosen können bis 2050 bei Erreichung eines klimaneutralen Gebäudebestandes alleine in Deutschland bis zu 500.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Deutschland hat mit der EU-Ratspräsidentschaft die Möglichkeit, die richtigen Weichen für Klimaschutz und Konjunktur zu stellen.

Unsere Positionen zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020

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