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Mehr Klimaschutz braucht mehr Mehrweg!

Donnerstag, 06.12.2018

Millionen Tonnen des schädlichen Klimagases CO2 könnten vermieden werden, würden Getränkedosen, Einweg-Plastikflaschen und Coffee-to-go-Becher der Vergangenheit angehören. Doch Coca-Cola, Pepsi, Aldi und Co. setzen weiterhin auf Einweg. Die DUH fordert von Bundesumweltministerin Schulze endlich wirksame Maßnahmen zum Schutz der Mehrwegquote.

© DUH

-- Die 24. UN-Klimakonferenz (COP24) findet in diesem Jahr vom 2. bis 14. Dezember im polnischen Kattowitz (Katowice). Deutschland rühmt sich als Vorreiter in Sachen Klima. Unsere Artikel-Sonderreihe zur COP24 zeigt: auch Deutschland hat in Sachen Klimaschutz einiges aufzuholen. --

Durch die Nutzung einer Mehrwegflasche kann jeder zum Klimaschützer werden. Über den gesamten Lebenszyklus verursacht Mineralwasser aus Mehrwegflaschen im Vergleich zu Einweg-Plastikflaschen nur rund die Hälfte des schädlichen Klimagases CO2. Gründe dafür sind die regionale Vermarktung von Mehrweg mit geringen Transportstrecken und die bis zu 50-malige Wiederbefüllung. Weil Einweg-Plastikflaschen in der Regel noch immer aus Rohöl hergestellt und bundesweit vertrieben werden, belasten sie das Klima viel stärker. Aber auch für Getränkeausschank auf Großveranstaltungen und für den Kaffee für unterwegs gilt: Mehrweg schlägt Einweg beim Klimaschutz. Wenn es gelingt, den jährlichen Verbrauch von mehr als 2,7 Milliarden Getränkedosen, 16 Milliarden Einweg-Plastikflaschen und fast 3 Milliarden Wegwerfbechern für Kaffee zu verringern, dann könnten jährlich Millionen Tonnen des schädlichen Klimagases CO2 vermieden werden. 

Jeder Beitrag zum Klimaschutz wird gebraucht

Die deutsche Bundesregierung hält am nationalen Klimaschutzziel fest, seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Allerdings ist bereits jetzt erkennbar, dass dieses Ziel kaum eingehalten werden kann. Deshalb sind Maßnahmen, die einen Beitrag zur Schließung der absehbaren Lücke in der Zielerreichung leisten, notwendiger denn je. Genau hierzu kann der konsequente Einsatz von Mehrweggetränkeverpackungen einen signifikanten Beitrag leisten. Würde man alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrweg- statt in Einwegflaschen abfüllen, so ließen sich allein dadurch jedes Jahr 1,25 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 575.000 Mittelklassewagen, die im Durchschnitt 15.000 km pro Jahr fahren.

Mehrweganteil sinkt trotz gesetzlicher Quote

Das weltweit größte Mehrwegsystem für Getränke gerät allerdings durch Angriffe der Einwegindustrie weiter unter Druck. Nach jüngsten Zahlen des Umweltbundesamtes für das Jahr 2016 ist die Mehrwegquote auf einen Tiefststand von 42,8 Prozent gesunken. Obwohl im neuen Verpackungsgesetz eine gesetzliche Mehrwegquote von 70 Prozent festgelegt wurde, stellen neben internationalen Getränkekonzernen wie Coca-Cola und Pepsi sowie den Discountern Aldi und Lidl zunehmend auch namhafte deutsche Getränkeproduzenten das Mehrwegsystem infrage. Besonders schädlich für das Klima ist die deutliche Zunahme von Getränkedosen im Bierbereich. Dort legte die Dose 2016 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 15 Prozent zu, auch zu Lasten der Mehrwegflaschen.

Umweltministerin Schulze muss Mehrwegquote durchsetzen

Abfallvermeidung hat nach der fünfstufigen Abfallhierarchie die höchste Priorität und ist das Kernelement des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes sowie der EU-Abfallrahmenrichtlinie. Die Realität sieht jedoch so aus, dass sich weder Abfüller noch Händler um gesetzliche Mehrwegziele scheren. Das Absinken der Mehrwegquote ist ein Alarmsignal, das Bundesumweltministerin Svenja Schulze ernst nehmen muss. Deutschland muss vom Bremser zum Gestalter werden und die Mehrwegquote notfalls auch mit Sanktionen, wie einer Abgabe auf Einweg von mind. 20 Cent, durchsetzen. Und auch eine Abgabe auf Einweg-Pappbecher für Coffee-to-go würde dazu beitragen, dass bei Starbucks, McDonalds und Co. weniger weggeworfen und ein bundesweites Mehrwegsystem aufgebaut würde. Abfallvermeidung und Klimaschutz sind nur mit Mehrwegverpackungen erreichbar.

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