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Coca-Cola, Pepsi und Co. betreiben Greenwashing

Donnerstag, 19.01.2017

Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos haben sich 40 global agierende Großkonzerne wie Coca-Cola, Pepsi und Danone einer Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur angeschlossen. Sie wollen angeblich weniger und umweltfreundlicheres Plastik verwenden. Was gut klingt, ist leider nicht mehr als Greenwashing.

© Fischer/DUH

Denn in der Realität haben Konzerne wie Coca-Cola, Danone oder Pepsi weder Interesse am Umweltschutz, noch an weniger Plastik. Stattdessen vermüllen ihre Einweg-Produkte weiter unsere Parks, Gehwege und Meere. Die nun unterzeichnete freiwillige Umweltinitiative soll vielmehr dazu dienen, Aktionismus vorzutäuschen, um wirksame Gesetze zur Vermeidung von Plastikabfällen zu verhindern und von der gezielten Zerstörung ressourcenschonender Mehrwegsysteme abzulenken. Die formulierten Ziele sind unverbindlich und ohne konkreten Zeitplan. Hier geht es zur Pressemitteilung

Dass sich ausgerechnet Coca-Cola als ein um die Weltmeere besorgtes Unternehmen darstellt, ist ein Skandal. Anstatt Mehrweg zu fördern und Plastikabfälle zu vermeiden – wie in den Zielen der Wirtschaftsinitiative formuliert – hat Coca-Cola in den letzten Jahren in Norwegen seine Mehrwegflaschen abgeschafft und ist auch in Deutschland dabei aus dem Mehrwegsystem auszusteigen. Weltweit zählt Coca-Cola zu den am rücksichtslosesten gegen den Umweltschutz agierenden Unternehmen. So bekämpft Coca-Cola Mehrweg.

Hendricks will Mehrwegquote streichen

Anstatt Coca-Cola gesetzlich zur Vermeidung von Plastikabfällen zu verpflichten, spielt die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks dem Brausekonzern in die Karten. Sie will im neuen Verpackungsgesetz die Mehrwegquote für Getränkeverpackungen ersatzlos streichen. Um Plastikabfälle und die Verschmutzung der Meere dauerhaft zu verringern, sind jedoch gesetzliche Regelungen notwendig. Die DUH fordert deshalb von Ministerin Hendricks eine verbindliche Mehrwegquote im Verpackungsgesetz und von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Festlegung von Abfallvermeidungszielen im EU-Kreislaufwirtschaftspaket. Zusätzlich würde die europaweite Einführung von Pfandsystemen für Einweggetränkeverpackungen die Entsorgung von Plastikflaschen in der Umwelt nahezu komplett verhindern.

Von Umweltschutz kann keine Rede sein


Wie unglaubwürdig die neue Wirtschaftsinitiative von Coca-Cola und Co. ist, zeigen ebenfalls die Beispiele der teilnehmenden Unternehmen Danone und Pepsi.

Danone führte 2016 in Deutschland eine neue Einweg-Plastikflasche ein, die um mehr als 40 Prozent schwerer geworden ist und Pepsi finanziert den deutschen Lobbyverband Bund für Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ), der sich für mehr Wegwerfplastikflaschen einsetzt. Wenn die Verschwendung von Ressourcen zur Profitmaximierung billigend in Kauf genommen wird, kann von Umweltschutz keine Rede sein.

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