Dienstwagen im Check

Die DUH-Dienstwagen-Checks

Politiker in Bund und Ländern, Vorstandsvorsitzende und Kirchenoberhäupter sind Vorbilder – vor allem, wenn es um die Umwelt geht. Wer sich für den Klimaschutz einsetzt, selbst aber einen schweren „Spritfresser“ fährt, ist nicht glaubwürdig. Gehen die Verantwortlichen dagegen mit gutem Beispiel voran, untermauern sie damit ihre Bemühungen um den Klimaschutz. Die Deutsche Umwelthilfe untersucht und bewertet seit 2007 die Dienstwagen von Personen mit Vorbildfunktion.

Insgesamt vier Abfragen im Jahr

Zu Jahresbeginn werden die deutschen Spitzenpolitiker und die Bundesregierung nach den Umweltdaten ihrer aktuellen Dienstwagen befragt. Juristisch stützen wir uns dabei auf die Umweltinformationsgesetze des Bundes und der jeweiligen Länder. Im Frühjahr werden die börsennotierten sowie ausgesuchte mittelständische Unternehmen und im Herbst dann die öffentlichen Unternehmen sowie die Bundesämter befragt. Die Dienstwagen der deutschen Kirchenvertreter und ihrer Hilfsorganisationen untersucht die DUH im Winter.

Bewertung der Dienstwagenabfragen

Wir stützen unsere Bewertung auf den durchschnittlichen CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer (g/km) der Fahrzeuge bzw. Fahrzeugflotten. Bei den börsennotierten/mittelständischen Unternehmen sowie bei den öffentlichen Unternehmen/Behörden bewerten wir zusätzlich deren Mobilitätsstrategie. Am Ende ergibt sich daraus eine Punktzahl, die entweder für eine grüne, gelbe oder rote Karte steht.


Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse aus dem Abgas-Skandal, wonach offensichtlich alle bisher untersuchten Diesel-Pkw mit einer Abschaltvorrichtung die Abgasemissionen auf der Straße stark erhöhen, verzichten wir in diesem Jahr bei der Bewertung der Dienstwagen der Spitzenpolitiker auf die Vergabe von Grünen, Gelben und Roten Karten bei Dieselfahrzeugen. Die einzigen mit einer „Grünen Karte“ ausgezeichneten Dienstwagen betreffen Benzin-Hybrid-Pkw mit weniger als 124 Gramm CO2/km.

Kriterien für die Auswertung

  • Es gelten die aktuell genutzten Dienstwagen. Eventuell neu bestellte und während des Befragungszeitraumes eingesetzte Dienstwagen, werden noch in der Auswertung berücksichtigt.
  • Haben die Befragten mehrere Dienstwagen, wird das Fahrzeug mit dem höchsten CO2-Ausstoß gewertet.
  • Dienstwagen mit Sicherheitsausstattung werden bewertet wie das zugrunde liegende Serienmodell ohne diese Ausstattung.
  • Bei Plug-In-Hybriden und Elektrofahrzeugen werden die CO2-Emissionen der entsprechenden Antriebsaggregate ebenfalls bewertet. Das heißt: Der Stromverbrauch des Fahrzeugs wird anhand des aktuellen – vom UBA ermittelten – Emissionsfaktors (für 2014: 569 g/kWh) auf seine Klimaverträglichkeit hin überprüft. Er wird in die direkten CO2-Emissionen je kW-Stunde umgerechnet und aufgeführt. Grundlage für die Berechnung ist der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß des deutschen Strommixes.
  • Die Mobilitätsstrategie wird nach umfangreichen und umweltorientierten Maßnahmen hin nach folgenden Kriterien untersucht: Geben die Befragten ambitionierte CO2-Grenzwerte vor? Werben sie im Unternehmen dafür, emissionsarme Fahrzeuge zu wählen? Beziehen sie in ihre Strategie alle Verkehrsträger mit ein?

Die veröffentlichten Ergebnisse sind ein Ansporn, emissionsarme Dienstwagen anzuschaffen. Denn noch immer erreichen nur Wenige den geltenden EU-Grenzwert von 130 g CO2 pro Kilometer. Einige aber beweisen: „Standesgemäßes“ Fahren funktioniert auch mit niedrigem CO2-Ausstoß.


Ab 2020 gilt ein neuer EU-Grenzwert von 95 g CO2 pro Kilometer. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie es mit der Vorbildfunktion bestellt ist. Die DUH wird weiterhin über diese Abfragen medialen Druck auf Politiker, Wirtschaftsunternehmen, Behördenleiter und Kirchenoberhäupter ausüben.

Kontakt

Copyright: DUH / Heidi Scherm

Dorothee Saar
Leiterin Verkehr & Luftreinhaltung
Tel.: 030 2400867-72
E-Mail: saar@duh.de

Teilen auf: