Einweg-Vapes: Gesundheitsrisiko und Umweltsünde
Der wachsende Konsum von Einweg-E-Zigaretten hat fatale Folgen für Umwelt und Gesundheit. Mit ihren knallbunten Designs und süßen Aromen ziehen sie gezielt Kinder und Jugendliche an. Gleichzeitig belasten sie die Umwelt massiv: mehr als 60 Millionen dieser Wegwerfprodukte verschwenden in Deutschland jedes Jahr massenhaft Ressourcen, heizen den Klimawandel an, lösen Brände im Hausmüll aus oder verschmutzen die Natur.
Deshalb fordern wir gemeinsam mit einem Bündnis von insgesamt 20 Gesundheits-, Kinderschutz-, Umweltschutz und Branchenverbänden ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten. Mehr als 40.000 Menschen haben unsere Petition bereits unterzeichnet.
Zwischenerfolg: Unsere Forderung zeigt Wirkung!
Die Bundesregierung hat am 20. November 2025 angekündigt, unserer Forderung nachzukommen und Einweg-E-Zigaretten gesetzlich verbieten zu wollen. Offen ist jedoch, wie das Verbot konkret umgesetzt werden soll.
Doch wir sind noch nicht am Ziel: Jetzt kommt es darauf an, dass das versprochene nationale Verbot von Einweg-Vapes schnell und ohne faule Kompromisse oder Ausnahmen umgesetzt wird. Ein Blick in andere EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich oder Belgien hilft. Diese Länder haben Einweg-Vapes EU-rechtskonform aus Gründen des Gesundheitsschutzes verboten. Somit stünde in Deutschland Gesundheitsministerin Nina Warken in der Verantwortung.
Ein Verbot kann durch eine Änderung der Tabakerzeugnisverordnung erfolgen, wenn dies dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dient. Dies ist ohne jeden Zweifel der Fall, denn in Einweg-Vapes enthaltene Substanzen können Krebs verursachen, sowie die Atemorgane und das Herz-Kreislauf-System schädigen.
Deshalb fordern wir Gesundheitsministerin Nina Warken dazu auf, das versprochene Verbot von Einweg-E-Zigaretten schnellstmöglich umzusetzen.
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. nimmt den Schutz deiner personenbezogenen Daten sehr ernst.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung findest du hier.
Für Petitionen, offene Briefe, E-Mail-Aktionen und Pledges der Deutschen Umwelthilfe e.V. gilt darüber hinaus:
- Wir erheben die für die Durchführung der Aktion notwendigen Daten
- Für die Teilnahme an dieser Aktion verarbeiten wir deine im Formular angegebenen Daten gem. Art. 6 (1) f) DSGVO in deinem und unserem Interesse, die genannten Adressaten auf das Thema aufmerksam zu machen und aufzuzeigen wie viele Menschen unser Engagement für dieses Thema unterstützen. Bei einer E-Mailaktion versenden wir in der Regel eine E-Mail in deinem Namen mit den von dir angegeben Daten an die Adressat*innen dieser Aktion. Bei Petitionen, offenen Briefen, Pledges o.ä. verarbeiten wir die von dir gemachten Angaben, um deine Teilnahme zu zählen und Mehrfachteilnahmen auszuschließen. Je nach Aktion und Formerfordernis (z.B. bei Petitionen an Parlamente) übermitteln wir die Anzahl oder die Liste der teilnehmenden Personen (Vorname, Name, ggf. Kommentar) an die genannten Adressat*innen. Wir geben nur die für die Aktion erforderlichen Daten weiter.
- Wenn du dich für den Erhalt von Informationen der Deutschen Umwelthilfe e.V. entschieden hast, erhältst du diese per E-Mail und/oder Telefon direkt von uns auf Basis deiner Einwilligung nach Art. 6 (1) a) DSGVO;
- Du kannst den Erhalt der Informationen per E-Mail jederzeit unter www.duh.de/opt-out widerrufen.
- Falls du deine Adressdaten angegeben hast, senden wir dir auch Informationen per Post gem. Art. 6 (1) f) DSGVO zu. Dieser Verarbeitung deiner Daten kannst du jederzeit unter www.duh.de/opt-out mit Wirkung für die Zukunft widersprechen.
- Sollte zur Bereitstellung von Informationen die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister notwendig sein, erhält dieser ggf. auch deine personenbezogenen Daten - wir stellen dabei sicher, dass solche Dienstleister nur die für die jeweilige Aufgabe notwendigen Daten erhalten, diese nur für erlaubte und beauftragte Zwecke einsetzen und die Vorgaben des Datenschutzrechts zwingend einhalten.
- In den Informationen wirst du über alle Aktivitäten der Deutschen Umwelthilfe e.V. informiert, ggf. auch darüber wie du uns weitergehend unterstützen kannst, z.B. durch Spenden.
Gemeinsamer offener Brief an Gesundheitsministerin Nina Warken
Einweg-E-Zigaretten verbieten!
Einweg-E-Zigaretten sind gesundheitsgefährdend, umweltschädlich und brandgefährlich
Sehr geehrte Gesundheitsministerin Nina Warken,
in Deutschland werden schätzungsweise mehr als 60 Millionen Einweg-E-Zigaretten pro Jahr konsumiert [1]. Der regelrechte Boom an Einweg-E-Zigaretten führt nicht nur zu unnötiger Ressourcenverschwendung und verheerenden Bränden bei falscher Entsorgung, sondern ist vor allem eine große Gefahr für die Gesundheit vieler Jugendlicher und Kinder. Mit ihren knallbunten Designs und süßen Aromen, wie Lollipop, Karamell oder Popcorn, zielt das Marketing der süchtig machenden Produkte eindeutig auf junge Menschen ab. Daher fordern wir Sie dazu auf, in Deutschland ein nationales Verbot von Einweg-E-Zigaretten schnellstmöglich umzusetzen!
E-Zigaretten machen abhängig und gefährden die Gesundheit – besonders die von Kindern und Jugendlichen: Das in den meisten dieser Produkte enthaltene Nikotin kann die Hirnentwicklung negativ beeinflussen. Enthaltene Substanzen können Krebs verursachen, die Atemorgane sowie das Herz-Kreislauf-System angreifen und das Immunsystem beeinträchtigen. Das Risiko auf Tabakzigaretten umzusteigen, ist bei jungen E-Zigaretten-Konsument:innen bis zu dreimal höher [2]. Mit ihren fruchtigen und süßen Geschmacksrichtungen, einem auf die Zielgruppe abgestimmten Verpackungsdesign und einem niedrigen Preis sind Einweg-E-Zigaretten besonders attraktiv für Kinder und junge Menschen, welche die Risiken nicht erkennen.
Einweg-E-Zigaretten sind besonders umweltschädigende Produkte und verschwenden wertvolle Ressourcen: Sie enthalten kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer, bei deren Abbau Natur zerstört und große Wassermengen verbraucht werden. Die Produktion der leistungsstarken Batterien verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Einweg-E-Zigaretten werden bereits nach einem Nutzungszyklus zu Elektroschrott. Bei unsachgemäßer Entsorgung gehen die enthaltenen Rohstoffe für ein Recycling verloren und Schadstoffe können in die Umwelt gelangen.
Batterien in Einweg-E-Zigaretten sind brandgefährlich: Enthaltene Lithium-Ionen-Batterien können nicht entnommen werden. Bei unsachgemäßer Entsorgung können diese Brände verursachen, da sie sich bei Beschädigung stark erhitzen und selbst entzünden. Brände treten aktuell besonders häufig in Müllfahrzeugen, Sortier- und Recyclinganlagen auf,[4] sind aber auch für private Haushalte nicht auszuschließen. Fehlentsorgte Einweg-E-Zigaretten können so Menschenleben gefährden.
Das von der Bundesregierung angekündigte Verbot von Einweg-E-Zigaretten muss unverzüglich und konsequent umgesetzt werden! Nach der EU-Richtlinie 2014/40/EU über die Herstellung, Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit das Inverkehrbringen einer bestimmten Kategorie von Tabakerzeugnissen (z.B. Einweg-E-Zigaretten) national zu verbieten, wenn das Verbot dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dient. In Deutschland wird diese in der Tabakerzeugnisverordnung und dem Tabakerzeugnisgesetz umgesetzt. Daher wäre eine einfache und schnelle Möglichkeit zur Umsetzung eines Verbots die Anpassung der Tabakerzeugnisverordnung.
Mit freundlichen Grüßen
im Namen der unterzeichnenden Verbände
Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.
Bundesärztekammer e.V.
Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V.
Bundesverband der deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.
bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Deutsche Atemwegsliga e.V.
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
Deutsche Lungenstiftung e.V.
Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Deutsches Krebsforschungszentrum
Deutsche Umwelthilfe e.V.
Naturschutzbund Deutschland e.V.
Nichtraucher Schutzverband e.V.
Pro Rauchfrei e.V.
Unfairtobacco – Blue 21 e.V.
Verband der kommunalen Unternehmen e.V.
Verbraucherzentrale NRW e.V.
Zero Waste Germany e.V.
[1] Verbraucherzentrale Hamburg 2023: Einweg-E-Zigaretten – übel für die Umwelt!, 10.11.2023: https://www.vzhh.de/themen/umwelt-nachhaltigkeit/muell-verpackungen/einweg-e-zigaretten-uebel-fuer-die-um-welt
[2] Bundesärztekammer, 2024: Bundesärztekammer warnt vor E-Zigaretten, 30.05.2024:https://www.vzhh.de/themen/umwelt-nachhaltigkeit/muell-verpackungen/einweg-e-zigaretten-uebel-fuer-die-umwelt
[3] Material Focus, 2023: Number of disposable single-use vapes thrown away have in a year quadrupled to 5 million per week, 08.09.2023: https://www.materialfocus.org.uk/press-releases/disposable-single-use-vapes-thrown-away-have-quadrupled-to-5-million-per-week/
[4] EUWID, 2024: Verbändeumfrage: Lithium-Akkus verursachen fast 80 Prozent der Brände in Abfallbehandlungsanla-gen, 03.05.2024: https://www.euwid-recycling.de/news/wirtschaft/verbaendeumfrage-lithium-akkus-verursachen-fast-80-prozent-der-braende-in-abfallbehandlungsanlagen-030524/
