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53 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen* sprechen sich im Jahr 2022 für ein Verbot von Böllern und Raketen an Silvester aus. Trotzdem halten wir Jahr für Jahr an der fragwürdigen Tradition fest. Natürlich soll der Jahreswechsel gebührend gefeiert werden. Aber archaische Böllerei kann dafür nicht mehr der richtige Weg sein. Wenn die Silvesternächte während der Pandemie eines gezeigt haben, dann, dass wir problemlos auf die Böller und Raketen verzichten können. Viel wichtiger ist doch, das Jahr gemeinsam mit Freund:innen und Familie zu verabschieden – ohne Luftverschmutzung, Müll, Verletzungsgefahr und verängstigten Tieren, aber dafür mit einem hoffnungsvollen Blick in eine nachhaltige Zukunft!

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Erfahre mehr über unsere Forderung:

Feinstaub ist ein Luftschadstoff mit massivsten Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Es gibt keine Unbedenklichkeitsgrenze, darum muss jede Maßnahme ergriffen werden, um die Belastung zu senken. In der Silvesternacht wird der stärkste Anstieg aller Partikelgrößen im Jahr gemessen - auch bei den besonders gesundheitsschädlichen ultrafeinen Partikeln. Besonders gravierend ist die Belastung am Neujahrstag: Dieser ist vielerorts mit Stundenwerten von über 1000 µg/m³ belastet, während die durchschnittliche Belastung im Jahr 2018 an den städtischen Messstationen in Deutschland rund 18 µg/m³ betrug. Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge sollte ein Grenzwert von 45 µg/m³ an höchstens drei Tagen pro Jahr überschritten werden. Diese können wegen der Belastung durch das Silvesterfeuerwerk schon vom 1.-3. Januar erreicht werden.

Im Jahr 2020 lagen die Feinstaubwerte in der Silvesternacht dank des Böller-Verkaufsverbotes deutlich unter denen des Vorjahres. In Hamburg und München fielen die gemessenen Belastungswerte um ganze 70 Prozent. Zum Jahreswechsel 2021/2022 sank die Feinstaubelastung teilweise sogar um mehr als 90 Prozent im Vergleich zu Silvester ohne Verkaufsverbot. Diese Zahlen sprechen für sich: Ein Verbot wirkt und reduziert Gesundheitsgefahren stark.

Egal ob Haus-, Wild- oder Nutztier - für sie kommen das laute, krachende Knallen und die hellen Blitze völlig aus dem Nichts und bedeuten puren Stress. Hunde und Katzen, wie auch viele andere Tiere, haben ein besonders empfindliches Gehör. Für sie ist die Silvesternacht zum Teil sogar traumatisch! Haustierbesitzer bangen jedes Jahr um ihre treuen Begleiter, teilweise müssen Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Fluchttiere wie Kühe und Pferde rennen vor lauter Panik durch Zäune – das ist eine extreme Gefahr auf den Straßen für Tier und Mensch. Auch in Ställen kommt es zu Verletzungen: besonders Hühner flüchten panisch in eine Ecke, wo sie ersticken oder sich gegenseitig tottrampeln. Wildtiere werden durch den Lärm aus ihrer Winterruhe gerissen und flüchten. Der dadurch entstehende Energieverlust kann für sie zur Lebensbedrohung werden. Vögel sind besonders betroffen, durch den Schreck fliehen sie in die Luft und fliegen teilweise bis zu 1.000 Meter hoch – eine Höhe, die sie normalerweise nicht erreichen.

Durch Feuerwerksmaterial können außerdem Stallungen in Brand geraten. 2019 und 2020 gab es insgesamt etwa 27 Brände in Tierhaltungsbetrieben, die auf Silvesterböller und Raketen zurückzuführen sind.

Feuerwerkskörper und Böller an Silvester hinterlassen riesige Mengen an Müll. Allein zum Jahreswechsel 2019 wurden über 43.000 Tonnen an Feuerwerk verkauft (Quelle: UBA). In den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main) haben kommunale Unternehmen zum Jahreswechsel 2017 rund 191 Tonnen Silvesterabfall entsorgt (Quelle: VKU). 

Das ist jedoch nur ein Teil des Mülls, der tatsächlich anfällt. Ein großer Teil landet auf Grünflächen und in Gewässern, wo er kaum eingesammelt werden kann. Das ist hochproblematisch, da in den Feuerwerkskörpern viele schädliche Stoffe enthalten sind, die dann in unsere Böden, Wasserkreisläufe und schließlich unsere Nahrungskreisläufe gelangen. Unter anderem ist das der Kunststoff PVC, bei dessen Verbrennung hochgiftige Dioxine freigesetzt werden. Auch Schwermetalle wie Kupfer und Barium werden weiterhin standardmäßig verwendet, und Rückstände der Feuerwerkskörper vergiften als Mikroplastik und Chemikalien lange die Böden.

Die Notaufnahmen sind zu Silvester regelmäßig überfüllt – Einsatzkräfte arbeiten Jahr für Jahr an der Belastungsgrenze. Der falsche, fahrlässige und alkoholisierte Umgang mit Böllern und Raketen führt zu teils schweren Verletzungen, oft sind auch Kinder die Opfer. Gerade Verletzungen an Auge und Ohr häufen sich in der Silvesternacht, welche schwere bleibende Schäden haben können. Polizist:innen, Feuerwehrleute und das Personal im Rettungsdienst sind vermehrt im Einsatz und müssen Jahr für Jahr auf ein privates Fest verzichten. Das Brandrisiko erhöht sich an Silvester schlagartig: Laut dem Tagesspiegel hab es an Silvester 2019 allein in Berlin 400 Brände. Durch die zunehmende Trockenheit steigt auch das Risiko für Waldbrände. 

Durch das Böller-Verkaufsverbot konnten diese Gefahren in den letzten Jahren drastisch reduziert werden. In Hamburg gab es Silvester 2020 nur etwa ein Drittel der Noteinsätze aus dem Vorjahr, in Berlin sank die Zahl von 1523 auf 862 Einsätze. Die positiven Auswirkungen des Verbots zeigen sich also deutlich: die Zahl der Verletzten sank erheblich, das berichten Polizei und Medien übereinstimmend.

Vor dem pandemiebedingten Verkaufsverbot wurden in Deutschland jedes Jahr Millionen von Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben. Geld, welches innerhalb von nicht mal 24 Stunden wortwörtlich verbrennt – und dabei mehr Schaden als Gutes anrichtet. Im Jahr 2017 waren es rund 137 Millionen Euro nur für Böller und Raketen! Gerade in der aktuellen Situation und der finanziellen Belastung, die sie für viele darstellt, ließe sich durch ein Verbot von privatem Feuerwerk sinnvoll viel Geld einsparen.

Wir brauchen keine Böller, um den Start ins neue Jahr mit einem richtigen Krachen gebührend zu feiern. Rauschende Feste sind auch ohne Feuerwerk möglich – und eigentlich lässt es sich doch noch besser feiern, wenn man keine Angst haben muss, aus dem nichts von einem explodierenden Böller getroffen zu werden. 

Es gibt außerdem viele Initiativen und Ideen für tolle Alternativen zum Feuerwerk. Manche Städte bieten etwa Drohnen- oder Lasershows an, die den Himmel genau wie Feuerwerk in einem wunderschönen Lichtspektakel erstrahlen lassen, und dabei tier- und menschenfreundlich sind. In Landshut zum Beispiel wurden 2018 jegliche Feuerwerke in der Innenstadt verboten, und stattdessen eine Licht- und Lasershow angeboten.

Auch die Durchführung professioneller und zentral organisierter Feuerwerke sind deutlich weniger schädlich als die private Böllerei. Sie sind sicherer und belasten die Umwelt deutlich weniger, da die Inhaltsstoffe der Feuerwerkskörper geprüft und legal sind und außerdem deutlich weniger Müll anfällt.

Nein. Böllerei ist unglaublich Rücksichtslos gegenüber all denjenigen, die unter ihr leiden. Für viele Menschen ist die Silvesternacht nichts als beängstigend und stressig, und viele trauen sich nicht mehr aus ihren Wohnungen oder flüchten über den Jahreswechsel ganz aus der Stadt. Einer repräsentativen Umfrage zufolge wünscht sich eine Mehrheit von 53 Prozent aller Deutschen ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke. Und besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma, Tumorerkrankungen oder Lungenentzündungen, Schwangere, Kinder und Menschen mit (Kriegs-)Traumata leiden unter dem Lärm, den Explosionen und der Umweltverschmutzung durch die Feuerwerkskörper.

Trotzdem zum eigenen Vergnügen auf das Böllern zu bestehen ist schlicht rücksichtslos. Vor allem, da das Feuerwerk keinesfalls alternativlos ist.


Unser offener Brief an Bundesinnenministerin Nancy Faeser:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

das private Silvesterfeuerwerk ist in der heutigen Zeit der falsche Start in ein neues Jahr, denn die Unmengen an Böllern und Raketen sind nicht nur gefährlich und gesundheitsschädlich, sie verschmutzen auch unsere Umwelt. Wir möchten Sie deshalb dazu auffordern, die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) zu überarbeiten und den privaten Kauf und Gebrauch von Pyrotechnik zu Silvester dauerhaft zu beenden. Dafür müssen lediglich zwei Sätze in der Sprengstoffverordnung gestrichen werden.

Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern führt dazu, dass wir immer wieder mit schlechter Luft ins neue Jahr starten: Am 1. Januar ist die Luft vielerorts mit Feinstaubwerten belastet, die die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte deutlich überschreiten.

Besonders schlimm trifft es Tiere, denn sie können die Geräusche nicht einordnen. Für Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere bedeutet die Knallerei Stress, Panik und häufig auch Todesangst. Und das nicht nur in der Silvesternacht, sondern auch an den Tagen rund um den Jahreswechsel. Jahr für Jahr entlaufen zahlreiche Haustiere, werden in ihrem Lebensraum aufgeschreckt, verletzen sich oder kommen zu Tode.

Auch für Familien mit kleinen Kindern, geflüchtete Menschen und viele andere, ist die fragwürdige Tradition mit Lärm und Angst verbunden. Silvester sollte eigentlich ein schönes Fest sein, aber kurz nach dem Jahreswechsel endet es leider oft mit überfüllten Notaufnahmen, erhöhter Brandgefahr und Verschmutzung durch Feuerwerksüberreste in der Stadt und der Natur. Einsatzkräfte im Gesundheitswesen, der Feuerwehr und der Müllentsorgung arbeiten deshalb immer wieder an der Belastungsgrenze.

Sehr geehrte Frau Bundesministerin, bitte nehmen Sie sich endlich der Thematik an und stellen Sie jetzt die Weichen für einen Neustart. Damit setzen Sie ein wichtiges Zeichen für saubere Luft, den Umweltschutz sowie für die Gesundheit von Mensch und Tier! Eine Mehrheit der Bundesbürger:innen ist für ein Böllerverbot und steht dabei hinter Ihnen.

Wir fordern: Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz überarbeitet wird und sowohl § 22 Abs. 1 Satz 1 – „Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 dürfen dem Verbraucher im Jahr 2021 nicht und in anderen Jahren nur in der Zeit vom 29. bis 31. Dezember überlassen werden; ist einer der genannten Tage ein Sonntag, ist ein Überlassen bereits ab dem 28. Dezember zulässig“ – als auch § 23 Abs. 2 Satz 2 – „Am 31. Dezember und 1. Januar dürfen sie auch von Personen abgebrannt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben“ – gestrichen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Deutsche Umwelthilfe,
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz,
Deutsches Tierschutzbüro,
TASSO,
Jane Goodall Institut Deutschland,
Deutscher Tierschutzbund,
PETA Deutschland,
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes,
Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner,
Menschen für Tierrechte -  Baden-Württemberg,
Andreas Reuland (Augenarzt),
Norbert Mülleneisen (Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde und Umweltmediziner) 


Erstunterzeichner:innen:
Dr. Jane Goodall - UN-Friedensbotschafterin
Michaela Dämmrich - Landesbeauftragte für den Tierschutz in Niedersachsen
Dr. Kathrin Herrmann - Berliner Landesbeauftragte für den Tierschutz
Mike Ruckelshaus M.A. - ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis des Hessischen Tierschutzpreises 2022
Bettina Rust - Journalistin und Moderatorin
Hannes Jaenicke - Schauspieler und Aktivist
Peter Wohlleben - Förster und Autor

 

 

*Quelle: Repräsentativbefragung im Auftrag der Verbraucherzentrale Brandenburg durch Insa-Consulere im Oktober 2022

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