Schluss mit dem Verpackungsmüll!

Verpackungsfasten – Zusammen haben wir 764.000 Verpackungen vermieden!

Damit der Verpackungsmüll abnimmt, habt ihr von Aschermittwoch bis Gründonnerstag, wo immer es möglich war, beim Einkauf unnötige Einweg-Verpackungen aus Plastik, Metall, Glas oder Papier vermieden - wie zum Beispiel Coffee-to-go-Becher, Kaffeekapseln, Joghurtbecher, Waschmittelflaschen, in Plastik verpackte Bananen oder Plastiktüten.

Unser Ziel war es, während der Fastenzeit bis zum Gründonnerstag am 9. April durch eine Müll-Diät gemeinsam den Verpackungsverbrauch zu halbieren.

Mehr als 13.300 Verpackungsfaster*innen haben mitgemacht und im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in den insgesamt zehn Verpackungskategorien 78 Prozent weniger Einwegmüll verbraucht! Gemeinsam haben wir 764.000 Einwegverpackungen mit einem Gewicht von 20 Tonnen vermieden!

Während dieser 44 Tage ist es euch gelungen, 90 Prozent unter dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von Einweg-Plastikflaschen, 94 Prozent unter dem von Einweg-Plastiktüten und ebenfalls 94 Prozent unter dem von Kaffeekapseln zu liegen!

Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Ergebnis! Trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie habt ihr weitestgehend auf kurzlebige Einweg-Verpackungen verzichtet, so aktiv Ressourcen geschont und das Klima geschützt!

Hannes Jaenicke ruft dazu auf, weiter zu machen: „Wenn sich alle Deutschen das ganze Jahr über so verhalten würden, wie die Aktionsteilnehmenden, könnten im Vergleich zum aktuellen Verpackungsverbrauch rund 950.000 Tonnen Abfall eingespart werden. Diese beeindruckende Zahl nehmen wir zum Anlass, alle Verbraucherinnen und Verbraucher zu ermutigen, über die Fastenzeit hinaus auf unnötige Verpackungen zu verzichten und möglichst wiederverwendbare Mehrwegalternativen zu nutzen.“ 

Daniel Roesner bleibt ebenfalls dran: „Jeder kann mit seinem Konsumverhalten einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung, dem Klimaschutz und für eine saubere Umwelt leisten. Was dem Einzelnen beim Griff zur Mehrwegflasche nur als kleiner Umweltschutzbeitrag erscheinen mag, entfaltet insgesamt eine große Wirkung. Das Ergebnis des Verpackungsfastens hat gezeigt, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Weiter so!“

Mit unserem Konsumverhalten können wir einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Nutzt und verbreitet dafür gerne weiter unsere Tipps  zum Vermeiden unnötiger Verpackungen. Doch eine Lösung des Problems zu vieler Verpackungen bedarf politischer Unterstützung, die bislang allerdings fehlt.

Deshalb fordert die DUH Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf, ein verbindliches Ziel zur Halbierung des Verpackungsabfalls bis 2030 festzulegen und dafür zu sorgen, dass die Mehrwegquote von 70 Prozent für Getränkeverpackungen umgesetzt wird. Verbraucher*innen dürfen nicht länger mit unsäglich viel Verpackungsmüll von der Politik allein gelassen werden!

Die Schauspieler und Aktivisten Hannes Jaenicke und Daniel Roesner haben die Aktion von Anfang an unterstützt und vermeiden auch nach der Fastenzeit weiter unnötige Einweg-Verpackungen – macht ihr auch mit?!


Aufrufe Verpackungsfasten von Hannes Jaenicke und Daniel Roesner:

Zu unseren Unterstützern zählt auch die Deutsche Postcode Lotterie:

© Deutsche Postcode Lotterie

Die zehn unnötigsten Einweg-Verpackungen

Dazu zählen Einweg-Plastikflaschen, Getränkekartons, Kaffeekapseln, Obst- und Gemüse-Umverpackungen, Joghurtbecher, Plastiktüten, Coffee-to-go-Becher, Food-Boxen, Duschgel- und Flüssigwaschmittelflaschen. Wir haben diese Einwegprodukte ausgewählt, weil von ihnen große Mengen anfallen, sie viele Ressourcen verbrauchen und das Klima belasten. Dabei gibt es für sie bereits zahlreiche verpackungsärmere Alternativen, die wir euch vorstellen möchten.

Verwende zum Einkaufen eine Mehrweg-Tragetasche, einen Rucksack oder Korb!

Wusstest du, dass eine zusammenfaltbare Mehrwegtasche aus (Polypropylen)bereits nach drei Nutzungen umweltfreundlicher als eine Einwegtüte (Polyethylen) sein kann? Baumwollbeutel sollten rund 30 Mal wiederverwendet werden, um umweltfreundlicher als Einweg-Plastiktüten (Polyethylen) zu sein.  Biologisch abbaubare Plastiktüten und Papiertüten sind ebenfalls keine umweltfreundliche Wahl. Ihre Nutzungsdauer ist mit 25 Minuten genauso kurz wie die von anderen Wegwerftüten. Biologisch abbaubare Plastiktüten werden in der Regel aus landwirtschaftlichen Nutzpflanzen hergestellt und haben durch den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Düngemitteln große Umweltauswirkungen. Bioplastiktüten werden regelmäßig aus der Biotonne aussortiert, weil sie sich nicht so schnell zersetzen wie der normale Bioabfall. In der Umwelt bauen sie sich in aller Regel auch nicht viel schneller ab als normale Plastiktüten. Papiertüten sind dickwandiger als Plastiktüten, um dieselbe Reißfestigkeit zu haben. Dadurch sind die Papiertüten fast doppelt so schwer wie ihre Pendants aus Kunststoff. In der Herstellung verbrauchen Papiertüten deshalb besonders viel Ressourcen wie Wasser, Chemikalien und Energieträger. Papiertüten bauen sich in der Natur zwar ab, haben dort aber ebenfalls nichts zu suchen.

Schon bald dürfen keine Einkaufstragetaschen aus Plastik oder Biokunststoff mehr im Handel ausgegeben werden. Nicht unter das deutschlandweite Plastiktütenverbot fallen besonders dünnwandige Einwegplastiktüten, die sogenannten Hemdchenbeutel für Obst, Gemüse und andere Bedienware. Von diesen Hemdchenbeuteln verbrauchen wir 3,2 Milliarden Stück pro Jahr. Sie werden weiterhin kostenlos und massenhaft herausgegeben. Nutze besser Mehrwegnetze aus Kunststoff oder Baumwolle für Obst und Gemüse, die du inzwischen in fast jedem Supermarkt angeboten bekommst.
 
Wenn es für dich längst selbstverständlich ist, Mehrwegnetze zu nutzen: Klär‘ auch deine Freund*innen und Verwandten darüber auf und ermuntere sie, diese zu nutzen!

Eine Übersicht zur Umweltfreundlichkeit verschiedener Tüten und Tragetaschen findest du hier.

Entscheide dich beim Getränkekauf für umweltfreundliche Mehrwegflaschen und versuche, Getränkekartons zu vermeiden!

Getränkekartons gelten bei vielen noch als besonders ökologische Verpackung. Doch diesen Ruf haben sie nicht verdient, denn es handelt sich um eine Verbundverpackung aus mehreren Schichten Kunststoff, Aluminium und Papier. Getränkekartons werden nicht aus Recyclingmaterial hergestellt, sondern bestehen aus neuem Plastik, Papierfasern und Aluminium. Anders als die Hersteller es behaupten, werden auch nicht 77 Prozent der Getränkekartons recycelt, sondern lediglich etwa ein Drittel.

Umweltfreundliche Mehrwegflaschen aus Glas werden hingegen bis zu 50 Mal wiederbefüllt, Mehrwegflaschen aus Kunststoff bis zu 25 Mal. Einige Mehrwegflaschen tragen das Mehrwegzeichen. Für sie wird in der Regel ein Pfandbetrag von acht oder 15 Cent erhoben. Im Getränke- oder Supermarkt muss eine Kennzeichnung in der Nähe des Produktes erfolgen, ob es sich um eine pfandpflichtige Einweg- oder Mehrweg-Getränkeverpackung handelt.

Setze bei deinem Getränkekauf auf regionale Produkte in standardisierten Einheitsflaschen! Die gemeinsame Nutzung einheitlicher Flaschen und Kästen durch viele Abfüller optimiert das Mehrwegsystem. Die sogenannten Einheitsflaschen sind besonders effizient und umweltfreundlich, da sie beim jeweils nächstgelegenen Abfüller wiedereingesetzt werden können und somit kurze Transportwege ermöglichen. Inzwischen gibt es mit Kornwerk und Voelkel sogar zwei Anbieter von Pflanzenmilch in Glas-Mehrwegflaschen.

Vielleicht gibt es ja für dich noch ein weiteres Lieblingsprodukt, das noch nicht in Mehrweg abgefüllt wird, für das es aber bereits Mehrweglösungen gibt. Frag doch bei dem Hersteller nach, ob er an seiner Verpackungspraxis etwas ändern will! Auch gibt es die Möglichkeit, Pflanzenmilch selber herzustellen und somit komplett auf eine Verpackung zu verzichten. Solltest du noch alte Getränkekartons bei dir zuhause haben, lässt sich daraus noch allerlei basteln. Ob Aufbewahrungsboxen, Portemonnaies, Geschenktüten oder Taschen – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Vermeide unnötige Einwegoxen, -teller oder -schalen für deine Speisen unterwegs!

Insgesamt verbrauchen wir in jedem Jahr 155.000 Tonnen Einweg-Teller, -boxen und -schalen für Speisen. Das entspricht dem Gewicht von über 1.000 Blauwalen! Allein Pizzakartons haben daran einen Anteil von knapp 50.000 Tonnen!

Sei für alle spontanen Gelegenheiten gewappnet und habe deine eigene Mehrwegbox stets dabei! Ob aus Kunststoff, Glas oder Edelstahl – eine gute Box ist langlebig, lässt sich einfach in der Spülmaschine reinigen und hält gut dicht. Vielleicht hilft es dir, deine Mehrwegbox außerhalb von Zuhause an Orten zu platzieren, an denen du viel Zeit verbringst. Und denk auch daran: Gerade Restaurants sparen bares Geld, wenn sie keine Essensverpackungen herausgeben müssen. Deshalb trau dich, und frage nach.

Lass‘ dich nicht entmutigen, wenn Restaurant- oder Ladenbesitzer während der Corona-Krise nicht bereit sind, selbst mitgebrachte Mehrwegboxen wieder zu befüllen. Wenn bestimmte Regeln im Umgang mit den Boxen berücksichtigt werden, spricht nichts gegen eine Wiederbefüllung. Der Lebensmittelverband Deutschland hat zum sachgerechten Wiederbefüllen der von Verbraucher*innen mitgebrachten Boxen vor kurzem einen Hygieneleitfaden veröffentlicht, auf den ihr hinweisen könnt.

Ähnlich wie bei Coffee-to-go-Bechern kannst du in einigen Städten inzwischen auch auf Mehrwegsysteme für Essenboxen mit Pfand zurückgreifen, wie beispielsweise Recircle oder Rebowl. Solltest du in einer etwas größeren Stadt wie München, Stuttgart, Berlin oder Hamburg wohnen, solltest du solch ein Pfandsystem unbedingt ausprobieren!

Auch wenn du Produkte an der Frischetheke kaufst, kannst du auf unnötige Umverpackungen wie Plastikfolie und Einweg-Plastikschalen verzichten. Bring doch das nächste Mal deine Mehrwegbox mit und lass dir deinen Käse oder andere Lebensmittel unverpackt einfüllen. Sollten bei deinem Supermarkt Hygienefragen zur Wiederbefüllung auftauchen, kannst du ebenfalls auf den Hygieneleitfaden des Lebensmittelverbands verweisen.

Download Hygieneleitfaden

Inzwischen ist mit 63 Prozent das meiste Obst und Gemüse vorverpackt. Insgesamt fielen 2016 zur Verpackung von Obst und Gemüse 93.000 Tonnen Abfall an. Der Kunststoffbedarf für Vorverpackungen hat bei Obst zwischen 2000 und 2016 um 94 Prozent und bei Gemüse sogar um 186 Prozent zugenommen. Der Trend zu immer mehr Verpackungsmüll ist leider ungebrochen.

Die Verpackungsfastenzeit ist die perfekte Gelegenheit, um dir ein wiederverwendbares Mehrwegnetz aus Kunststoff oder Baumwolle zu besorgen, falls du noch keins hast! Somit kannst du die dünnen Plastiktüten in der Frischeabteilung vermeiden und dein Obst und Gemüse trotzdem sicher nach Hause bringen. Am besten hast du das Mehrwegnetz immer in deiner Tasche dabei, dann kann auch beim Spontaneinkauf verpackungstechnisch nichts mehr schiefgehen!

Ein vollkommen unverpacktes Angebot bekommst du aber auch auf dem Wochenmarkt um die Ecke oder direkt beim Unverpackt-Supermarkt, sollte es einen in deiner Nähe geben.

Im Durchschnitt verbraucht jede*r von uns zehn Shampoo-Flaschen und elf Flaschen Duschgel pro Jahr. Wenn wir 80 Jahre alt werden, produzieren wir allein in Deutschland einen Müllberg von fast 140 Milliarden Plastikflaschen.

Bei Großverpackungen verbessert sich das Verhältnis von eingesetztem Material zum Verpackungsinhalt. Bei deinem nächsten Drogeriebesuch könntest du schauen, ob dein Duschgel oder dein Shampoo auch in einer Großverpackung von einem Liter angeboten wird. Auch solltest du schwarze Kunststoffflaschen meiden! In den meisten Sortierbetrieben und Recyclinganlagen bleiben schwarze Kunststoffe auf der Strecke und landen in der Verbrennung. Die in Sortieranlagen standardmäßig eingesetzten Scanner können schwarze Kunststoffe nicht erkennen, weil die ausgesendeten Infrarotstrahlen nicht zurückgeworfen werden, was jedoch für die Erkennung der Kunststoffart notwendig ist.

Eine weitere Möglichkeit sind Nachfüllverpackungen, die bis zu 70 Prozent Material einsparen können! Die gibt es teilweise sogar in fünf bis zehn Liter-Kanistern. Wer sparsamer mit seinem Duschgel umgeht, kann langfristig ebenfalls Verpackungsmüll reduzieren. Dafür kannst du einen Waschlappen oder einen Duschschwamm verwenden, der das Duschgel sparsamer verteilt.

Du möchtest Kunststoffflaschen für Duschgel und Shampoo auf Nimmerwiedersehen sagen? Dann solltest du auf feste Körper- und Haarseife umstellen, die du inzwischen in fast jedem herkömmlichen Drogeriemarkt bekommst. Am klimafreundlichsten sind Seifen aus Olivenöl, Seifen auf Kokos- und Palmölbasis verursachen mehr Klimagase in der Produktion. Darüber hinaus schonen feste Seifen auch den Geldbeutel. Erfahrungsgemäß hält ein Stück Körperseife mindestens zwei Monate und damit im Vergleich zu Duschgelflaschen etwa doppelt so lange. Präferierst du doch die Flüssigvariante, gibt es in Unverpacktläden Nachfüllstationen für Shampoo und Duschgel, bei denen du deine eigenen Behältnisse mitbringen und diese wiederbefüllen kannst. Drogeriemärkte testen inzwischen auch solche Nachfüllstationen, damit es hoffentlich auch bald bei dir um die Ecke ohne Unverpacktladen eine Nachfüllmöglichkeit gibt.

Wusstest du, dass wir durchschnittlich 90 Maschinen Wäsche waschen im Jahr und dafür acht Kilogramm Waschmittel verwenden?

Ist bei dir konzentriertes Flüssigwaschmittel bereits gang und gäbe? Noch mehr Verpackungsmaterial einsparen kannst du, indem du zu Nachfüllpacks für Flüssigwaschmittel oder zu Waschpulver-Großverpackungen greifst:

Um bei Waschmittel Verpackungsmaterial einzusparen, solltest du nicht bei jedem Drogeriebesuch eine neue feste Kunststoffflasche mit Flüssigwaschmittel kaufen. Nutze besser Standbodenbeutel oder Schlauchverpackungen zum Nachfüllen! Bei dieser kleinen Umstellung kannst du im Vergleich zu einer Hartkunststoffflasche bereits bis zu 70 Prozent Material einsparen. Extra eingepackte Waschmittelpods verursachen unnötigen Verpackungsabfall und gehören vom Einkaufszettel aussortiert.

Verpackungssparender sind Waschpulver-Großverpackungen. Wem insbesondere Plastik ein Dorn im Auge ist, kann mit der Wahl für Waschmittelpulver in Kartonverpackungen dies vermeiden. Waschmittel im Baukastensystem haben laut Umweltbundesamt die geringsten Umweltauswirkungen. Ähnlich wie beim Duschgel gilt auch beim Waschmittel, dieses sparsam hinsichtlich der Wasserhärte, der Wäschemenge und des Verschmutzungsgrads zu dosieren. So kannst du langfristig Verpackungsmengen einsparen!

Du möchtest hoch hinaus und komplett auf Verpackungen beim Waschmittel verzichten? Wenn es einen Unverpacktladen in deiner Nähe gibt, besuche ihn und fülle Waschmittel in deine eigenen Behältnisse. Untersuchungen bei einem Unverpacktladen haben ergeben, dass bei dem Angebot von Handspülmittel direkt aus der Einkaufsverpackung eine Verminderung des Klimaschädigungspotenzials um 27 Prozent möglich ist. Abfallvermeidung ist Klimaschutz! Sollte aber bei dir in der Nähe kein Unverpacktladen sein, kannst du auch mit Rosskastanien oder Waschnüssen waschen, die beide Saponine besitzen, die bei Zugabe von Wasser Schäume bilden. Indische Waschnüsse müssen allerdings weit transportiert werden und aufgrund der großen Nachfrage hierzulande hat sich in Indien die Preislage verschärft. Umweltfreundlicher ist deshalb die heimische Rosskastanie.

In Deutschland werden pro Jahr 16,4 Milliarden Einwegplastikflaschen verbraucht. Zur Verpackung von Getränken werden sie am häufigsten eingesetzt. Die ständige Neuproduktion von kurzlebigen Einwegplastikflaschen ist eine gigantische Ressourcenverschwendung. Sie bestehen zum überwiegenden Teil aus neuem Kunststoff. 480.000 Tonnen Rohöl und Erdgaskondensate sowie 9,5 Milliarden KWh Strom müssen für die Herstellung der benötigten 470.000 Tonnen Kunststoff eingesetzt werden.

Deshalb entscheide dich beim Getränkekauf für klimafreundliche Mehrwegflaschen aus der Region. Mehrwegflaschen aus Glas werden bis zu 50 Mal wiederbefüllt, Mehrwegflaschen aus Kunststoff bis zu 25 Mal. Eine einzige 0,7-Liter-Glas-Mehrwegflasche ersetzt bis zu 23 Einweg-Plastikflaschen mit einem Füllvolumen von 1,5 Liter. Einige Mehrwegflaschen tragen das Mehrwegzeichen. Sie sind in der Regel mit einem Pfandbetrag von 8 oder 15 Cent versehen. Im Getränkemarkt und im Supermarkt steht zudem am Regal, ob es sich um eine Einweg- oder Mehrwegflasche handelt.

Ganz ohne Verpackung kommt Leitungswasser aus. Die Bereitstellung eines Liters Trinkwasser aus der Leitung verursacht lediglich 0,2-0,5 Gramm CO2.

164 Liter Kaffee trinkt jede*r Deutsche pro Jahr im Schnitt. Eine besonders unökologische Variante ist der Kaffee aus der Kapsel. Kaffeekapseln bestehen in der Regel aus Aluminium, Kunststoff oder sogenannten Biokunststoffen, wie zum Beispiel Polymilchsäure (PLA). Bei Kaffeekapseln wird besonders aufwendig grammweise Kaffee einzeln verpackt. Dazu kommt meist noch eine schwere Umverpackung für die Präsentation der Kaffeekapsel als Premiumprodukt. Kaffeekapseln verursachen besonders viel Verpackung mit wenig Inhalt.

Wiederverwendbare Kaffeekapseln können in Sekundenschnelle leicht selbst befüllt werden und stellen eine gute Alternative zu Einwegkapseln dar. Es gibt sie zum Beispiel aus Edelstahl und Kunststoff. Durch ihre Nutzung wird 14 Mal weniger Abfall produziert und du kannst im Vergleich zu den teuren Einwegkapseln sogar Geld sparen.

Der gute alte Filterkaffee ist als Klassiker wesentlich ressourcenschonender als Kapselmaschinen. Der Filter kann in der Regel über den Bioabfall entsorgt werden oder sogar auf den Kompost. Für die Nutzung von French Press oder Espressokanne sind keine zusätzlichen Einwegprodukte notwendig.

Joghurt gehört mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 17 Kilogramm pro Jahr zu den beliebtesten Milchprodukten in Deutschland. Joghurtbecher gibt es aus verschiedenen Kunststoffen und in unterschiedlichen Größen. Angesichts eines Verbrauchs von mehreren Milliarden Einwegjoghurtbechern und einigen zehntausend Tonnen Abfall pro Jahr muss hier die Frage nach der effizienten Nutzung von Ressourcen gestellt werden. Viele Hersteller verwenden sogenannte 3-Komponenten-Becher. Diese Becher bestehen aus einem sehr dünnen Plastikinnenbecher, einer Pappbanderole und einer Alu-Siegelscheibe als Deckel. Dadurch kann der Kunststoffanteil reduziert werden. Allerdings ist diese Verpackung bei der Entsorgung in ihre Bestandteile zu trennen, um ein Recycling der verschiedenen Materialien zu ermöglichen. Viele Verbraucher*innen wissen dies nicht und so verpufft der Effekt der Materialeinsparung. Teile dein Wissen mit anderen!

Kaufe deinen Joghurt im Mehrwegglas. Durch die vielfache Wiederverwendung sparen Mehrweggläser Ressourcen ein und tragen zur Abfallvermeidung bei. Am besten sind regionale Mehrwegprodukte. Vielleicht gibt es ja einen Hersteller aus der Region, der seinen Joghurt in Mehrweg anbietet.

Wenn du deinen Joghurt bereits im Mehrwegglas kaufst, sogar von einem Anbieter aus deiner Region, kannst du noch einen Schritt weiter gehen: Stelle deinen eigenen Joghurt her. Für deinen ersten Joghurt brauchst du etwas Naturjoghurt oder Joghurtpulver als Basis. Danach kannst du aus deinem selbst hergestellten Joghurt immer wieder neuen herstellen und sparst so viele Verpackungen ein. Die Geschmacksrichtung und den Süßegrad bestimmst du dabei selbst!

Der kunststoffbeschichtete Pappbecher mit Deckel aus Polystyrol steht sinnbildlich für die Vermüllung unserer Umwelt. 1,7 Milliarden dieser Pappbecher wurden in Deutschland 2016 verbraucht, 70 Prozent davon mit Deckel. Dazu kommen noch einmal 1,1 Milliarden Kunststoffbecher aus Polystyrol, die häufig durch Automaten ausgegeben werden. Nach ihrem Gebrauch landen sie in der Regel in öffentlichen Mülleimern und werden verbrannt. Viel zu viele werden aber auch achtlos weggeworfen und liegen auf Plätzen, in Parks und auf dem Gehweg herum.

Sei ein*e Becherheld*in und trinke Kaffee aus Mehrweg! Mehrwegbecher lassen sich viele hundert Mal wiederverwenden und sparen so große Mengen Einwegmüll ein.

Führt dein Lieblingscafé  noch Einwegbecher? Weise auf die ökologischen Vorteile von Mehrweg und die Möglichkeit, sich an einem Pfandsystem wie Recup, Faircup oder Cupforcup zu beteiligen hin. In vielen Städten gibt es Initiativen, die sich für Mehrweg einsetzen und Mehrwegcafés noch sichtbarer machen wie zum Beispiel „Stuttgart macht’s rein“ oder den „Better World Cup“ in Berlin. Und passionierten to-go-Trinker*innen in deiner Familie oder deinem Freundeskreis steht vielleicht ein eigener Mehrwegbecher als Geburtstagsgeschenk gut zu Gesicht.

Reduziere deinen Einwegbecherverbrauch. Vielleicht schaffst du es, deinen Kaffee daheim oder erst im Büro aus einer Tasse zu trinken. So reduzierst du deinen Verpackungsverbrauch und mal ehrlich: Im Sitzen trinkt sich der Kaffee auch viel besser.

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