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Damit Otter sicher wandern können

Otterschutz bundesweit

Otter entdecken unsere Flüsse wieder als geeignete Lebensräume, aber ihre Populationen sind bisher kaum stabil. Otterpopulationen finden durch die Zerschneidungen ihrer Flusslebensräume seltener zusammen und der Straßenverkehr kostet viele wandernde Otter das Leben.

Die DUH macht Fischottern daher den Weg frei. Denn auch in einer vielseitig und intensiv genutzten Kulturlandschaft gibt es Möglichkeiten, einen geeigneten Lebensraum für den Fischotter entlang der Flüsse zwischen Siedlungen und engem Straßenverkehrsnetz zu schaffen, ohne Menschen stark zu beeinträchtigen. Verbundene Uferbereiche an Flüssen nutzen zudem auch andere Arten auf ihren Wanderungen.

Projekt

Das Projekt „Brücken ins Leben“ wurde als Bestandteil des Krombacher Artenschutz-Projekts gefördert und setzt an mehreren Stellen an: Wir bauen gefährliche Brückenbauwerke um, stoßen deutschlandweit Umbaumaßnahmen an, initiieren Umbaumaßnahmen durch Modellvorhaben und Beratungen. Wir bieten Beratung- und Netzwerkarbeit vor allem Behörden an und klären eine breite Öffentlichkeit über Rückkehr und Schutzmaßnahmen auf. So wollen wir dem Fischotter langfristig und allumfassend eine Heimat schaffen, in der er leben und sich verbreiten kann. Dadurch schaffen wir mehr Durchgängigkeit an Flüssen.

In Brandenburg gibt es bereits seit zwanzig Jahren fast flächendeckend Fischotter. Dennoch werden gerade hier zahlreiche Tiere überfahren. Wir arbeiten mit Behörden vor Ort und dem Landschaftspflegeverein Teltow-Fläming eng zusammen, um zwei Gefahrenstellen am Zülowkanal zu entschärfen. Die Umsetzung der Umbauten werden hier von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt. 

Im Westmünsterland in Nordrhein-Westfalen sind erst wenige Fischotter gesichtet worden, die sich wieder vor Ort angesiedelt haben. Dort lassen wir einen Straßendurchlass an einer Gefahrenstelle installieren und beteiligen uns finanziell an einer Machbarkeitsstudie der Biologischen Station Recklinghausen. Die Machbarkeitsstudie bietet die Grundlage für spätere Schutzmaßnahmen für den Otter. Beide Maßnahmen haben zum Ziel, die noch instabile Population vor Ort zu stärken.

Südlicher, in Rheinland-Pfalz, wurde Anfang Februar 2017 ein Fischotter an der Nahe gesichtet. Hier planen wir, mit unserem Netzwerkpartner „Lebendige Nahe“ ebenfalls eine Machbarkeitsstudie umzusetzen. In Bayern wurden bereits Fischotter gesichtet, die aus Hessen und aus Tschechien zuwanderten. An einer Stelle bei Neuhütten, an der bisher zwei Biber überfahren wurden und die von Experten als höchst gefährlich eingestuft wird, unterstützen wir die Naturschutzbehörde bei der Entschärfung einer Gefahrenzone. Auch im nördlichen Sachsen-Anhalt, im ehemaligen Sumpfgebiet Drömling, sind weitere Umbaumaßnahmen in Planung. 

Neben den Umbaumaßnahmen, die wir selbst umsetzen, stoßen wir im Rahmen des Krombacher-Projekts weitere Brückenumbauten an. Dafür steht die DUH in 13 Bundesländern in Kontakt mit Entscheidungsträgern und Planern aus Politik, Verkehrsämtern, Wasserbauämtern und Umweltämtern. Ziel ist es, weitere Gefahrenstellen zu entschärfen. Beim nachträglichen Umbau von Querbauwerken unterstützen wir in der Planung. Langfristig wollen wir erreichen, dass bei neuen Bauprojekten schon in der Planung stets die Durchgängigkeit für Fischotter berücksichtigt wird. Dazu ist man bei Neubauten verpflichtet, denn der Fischotter ist in Anhang II und Anhang IV der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gelistet. Somit darf sich sein Erhaltungszustand durch neue Eingriffe wie Bauvorhaben in europäischen Ländern nicht verschlechtern. Doch in der Praxis wird die Richtlinie noch nicht immer bei Neubauten berücksichtig. Das möchten wir ändern. Dazu bedarf es noch weiterer Informations- und Aufklärungsarbeit über die Rückkehr des Fischotters und möglicher Schutzmaßnahmen.

Kontakt

Copyright: Steffen Holzmann

Sabrina Schulz
Projektmanagerin Naturschutz
E-Mail: Mail schreiben

Copyright: DUH

Sabine Stolzenberg
Projektmanagerin Fischotterschutz
E-Mail: Mail schreiben

Copyright Navigationsbild: Thorsten Schier - Fotolia
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