Dämmstoffe sollen die Energiebilanz von Gebäuden verbessern und dabei das Klima und Ressourcen schonen. Deswegen braucht es klare Vorgaben und politische Förderprogramme. Die deutschen Klimaziele für den Gebäudesektor erfordern einen massiven Umbau des Gebäudebestandes und den Ausbau der Gebäudedämmung zur Senkung des Energiebedarfs. Doch wie kann eine solche Transformation ökologisch und ressourcenschonend gestaltet werden? Die DUH setzt sich für die Förderung umweltfreundlicher und nachhaltiger Dämmstoffinnovationen ein.

Ökologische Herausforderungen im Gebäudesektor

Der Bausektor gehört zu den ressourcen- und energieintensivsten Sektoren der deutschen Wirtschaft. Deshalb kann das im neu aufgelegten Klimaschutzgesetz festgeschriebene Ziel „Klimaneutralität 2045“ nur erreicht werden, wenn der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen im Gebäudebereich reduziert werden. Klimaschädliche Emissionen im Bausektor blieben bisher allerdings seit Jahrzehnten auf konstant hohem Niveau und die gesetzlich verankerten nationalen Emissionsreduktionsziele wurden im Gebäudebereich im Jahr 2020 erneut weit verfehlt. Damit der deutsche Bausektor klimaneutral werden kann, muss jetzt ein massiver Umbau des Gebäudebestands eingeleitet werden, denn hinreichende Emissionsminderungen werden nur durch die Senkung des Energiebedarfs von Gebäuden möglich. 

Hierzu werden in den kommenden Jahren große Mengen an Dämmmaterial benötigt werden. Damit die Transformation des Gebäudesektors nachhaltig gestaltet werden kann, muss die Ökobilanz von Baumaterialien bei der Planung und Umsetzung der Bauwende unbedingt mitgedacht werden. Bislang landen Bau- und Dämmstoffabfälle, die beim Gebäuderückbau anfallen, größtenteils in Verbrennungsanlagen oder auf Mülldeponien. Wertvolle Ressourcen werden oft verschwendet und Dämmmaterialien kaum recycelt oder wiederverwendet, auch weil Unkenntnis über die Rückbaufähigkeit, die Materialzusammensetzung oder die potentielle Schadstoffbelastung herrscht. Im Rahmen einer ambitionierten Sanierungsoffensive, die die Weichen für langfristige Emissionsminderungen im Bausektor stellt und dabei Umweltauswirkungen aktiv mitdenkt, gilt es, Dämmstoffe kreislauffähig zu machen. Der Einsatz von Energie und Primärmaterialien bei der Herstellung sollte möglichst reduziert und Dämmstoffabfälle nach Möglichkeit recycelt oder wiederverwendet werden.

Klima- und Ressourcenschutz bei Dämmstoffen zusammendenken

Obwohl umweltintensive Verfahren den Bausektor nach wie vor dominieren, existieren aussichtsreiche Ansätze für die nachhaltige Herstellung von Dämmstoffen, etwa aus recycelten Materialien. Vielversprechend ist auch der Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Holzfasern, Hanf, Flachs oder Stroh, die in der Wachstumsphase biogenen Kohlenstoff einlagern und somit eine CO2-Senke darstellen. Auch an Verfahren, CO2 als Rohstoff in der Kunststoffproduktion einzusetzen und so aus der Atmosphäre zu binden, wird derzeit geforscht. Im Kontext von Strategien zur Herstellung von Klimaneutralität im Bausektor herrscht in der Branche zudem Konsens über die Notwendigkeit, den gesamten Lebenszyklus von Baustoffen zu betrachten. In der Praxis findet das Lebenszyklusende von Gebäuden bisher allerdings kaum Beachtung. 

Was wir tun

Deshalb engagieren wir uns für den klima- und ressourcenfreundlichen Ausbau der Gebäudedämmung. Im von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt „Innovationen Wärmedämmung“ soll der Fokus auf die Synergie von Klima- und Ressourcenschutz im Bausektor gelenkt werden. Um die Verbreitung umweltfreundlicher Innovationen zu stärken, bringen wir im Rahmen von Fachdialogen Hersteller:innen, Architekt:innen und Entsorger:innen an einen Tisch. In Kooperation mit Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Praxis eruieren wir so beispielsweise Konzepte für die sortenreine Erfassung und das umweltfreundliche Recycling von Dämmstoffen. Außerdem sollen Hindernisse, die der ökologischen Verwendung und Verwertung von Dämmstoffen im Weg stehen, identifiziert sowie Lösungsansätze erarbeitet und in die politische Praxis integriert werden. 

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen. Sie entscheiden, welche Cookies Sie zulassen oder ablehnen. Klicken Sie hierzu auf den Button „Einstellungen“, um Ihre Einstellungen zu treffen und weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung zu erhalten. Sofern Sie den Button „Akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit in den Privatsphäre-Einstellungen (Fußbereich der Website) ändern.