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Erhöhte Schadstoffwerte bei Motorkettensägen und Freischneidern

Im Jahr 2013 beauftragte die DUH das Prüfinstitut TÜV NORD erstmals mit einer stichprobenhaften Überprüfung der Schadstoffemissionen handgeführter Maschinen. Die durchgeführten Messungen wiesen bei acht von zwölf geprüften Motorkettensägen und Freischneidern erhebliche Überschreitungen der Emissionsgrenzwerte auf. Die Motoren der acht Maschinen wurden in China produziert.

Ende 2014 wurde der TÜV NORD erneut beauftragt einen zweiten Test durchzuführen. Die Ergebnisse wurden Anfang 2015 veröffentlicht: Hier schnitten sechs von elf Geräten schlecht ab und überschritten die europäischen Grenzwertvorgaben teilweise um bis zu 400 Prozent. Alle Maschinen, die den Test nicht bestanden haben, wurden aus China importiert.

Im Jahr 2016 hat die DUH erstmals auch Geräte aus dem schwedischen und französischen Markt untersucht. Insgesamt wurden 33 Geräte gemessen, 24 unterschiedliche Gerätetypen von Motorkettensägen und Freischneidern. Insgesamt weisen 18 der 24 Gerätetypen signifikante Überschreitungen bei den europaweit geltenden Grenzwerten für HC+NOx (Summe der Kohlenwasserstoff- und Stickoxidemissionen) auf. All diese Geräte wurden aus China importiert. Von 33 getesteten Prüfobjekten erfüllen nur sieben die aktuelle Grenzwertstufe II der 97/68/EG in der Fassung 2012/46/EU.

Die insgesamt 21 Geräte für die Messungen 2017 wurden dem deutschen, dem französischen, dem schwedischen und dem dänischen Markt entnommen. Neun dieser Geräte erfüllen die europaweit geltenden Grenzwerte für HC+NOx (Summe der Kohlenwasserstoff- und Stickoxidemissionen) nicht - drei dieser Geräte überschreiten zudem den Grenzwert für Kohlenmonoxid.

Bei fünf der getesteten Geräte liegen zudem Auffälligkeiten bei der Zulassungsnummer auf dem Gerät vor. Bei drei Geräten fehlt die gesetzlich vorgeschriebene Angabe zur Grenzwertstufe hinter der Zulassungsnummer, bei zwei Geräten war die Genehmigungsnummer nicht auffindbar.

Der Umschwung auf die Akku-Technologie  schreitet bei den handgeführten Maschinen stetig voran. Akkubetriebene Gartengeräte stoßen vor Ort keinerlei Abgase aus und sind im Einsatz meist bedeutend leiser. Dies senkt die Belastung für Arbeitende und Anwohner gleichermaßen.

Bei sehr leistungsstarken Maschinen, wie Motorkettensägen, sind jedoch noch nicht für alle Einsatzarten gleichwertige Alternativen mit Akkuantrieb verfügbar. Daher wurden in 2018 die Emissionen von 10 Motorkettensägen genau unter die Lupe genommen. Bei den Messungen wurde der Schwerpunkt auf den deutschen Markt gelegt. Um die inzwischen geläufigsten Vertriebswege widerzuspiegeln, ist der Großteil der Geräte über den Online-Handel beschafft worden.

Fünf der geprüften Motorkettensägen weisen hohe Überschreitungen der EU-Grenzwerte für HC+NOx (Summe der Kohlenwasserstoff- und Stickoxidemissionen) auf - drei davon überschreiten zusätzlich den Grenzwert für Kohlenmonoxid (CO).

Wie im Vorjahr war zudem bei einem Gerät keine Genehmigungsnummer auffindbar. Ebenso war kein Hinweis zum Hersteller oder Importeur zu finden. Auf einem weiteren Prüfobjekt war keine Seriennummer auffindbar.

Darüber hinaus wiesen drei der geprüften Motorkettensägen keine Begrenzung der Verstellmöglichkeit des Vergasers durch den Nutzer auf. Dadurch drohen erhebliche Überschreitungen der umwelt- und verbraucherschützenden Grenzwerte. Es ist gesetzlich vorgeschrieben (ProdSG), dass ein Produkt nur dann auf dem Markt bereitgestellt werden darf, wenn es bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet. Bei durch den Nutzer unbeschränkt verstellbaren Vergasern bestehen erhebliche Sicherheitsbedenken. Darüber hinaus können unbeschränkte Einstellungsmöglichkeiten am Vergaser den Motor nachteilig beeinträchtigen und hierdurch Verbraucher ökonomisch geschädigt werden. Die Geräte stellen eine Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit der Verbraucher dar.

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Agnes Sauter
Leiterin Verbraucherschutz
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