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Pressemitteilung

Umweltschutz für die Menschen und mit den Menschen

Mittwoch, 23.11.2016

Nicht jeder kann gleichermaßen von einer intakten Natur profitieren. Soziale Faktoren wie Einkommen oder die Wohnsituation führen dazu, dass Menschen unterschiedlichen Umweltbelastungen wie schlechter Luft und Lärm ausgesetzt sind. Die Deutsche Umwelthilfe möchte den Zusammenhang zwischen Umwelt- und Sozialpolitik mehr in den Fokus rücken. Mehr „Umweltgerechtigkeit“ ist aus unserer Sicht ein entscheidendes Thema der Zukunft, das jetzt angepackt werden muss. Die Umweltministerkonferenz hat mit einem Beschluss erste wichtige Weichen gestellt.

© Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes

Grüne Flächen zum Erholen, saubere Luft zum Atmen, Tiere- und Pflanzen zum Bestaunen – eine intakte und vielfältige Umwelt ist viel wert. Nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für die Menschen, die die Natur erfahren und in ihrer Umgebung die Energiereserven wieder volltanken.

Allerdings hat nicht jeder gleichermaßen Zugang zur Natur. Soziale Faktoren können dazu führen, dass Umweltbelastungen ungleich verteilt sind und manche Menschen häufiger schlechter Luft oder Lärm ausgesetzt sind. Dies kann sich wiederum negativ auf die Gesundheit auswirken. Diese Ungleichheit versucht die Deutsche Umwelthilfe zu verringern und mehr „Umweltgerechtigkeit“ zu schaffen.

Aus unserer Sicht ist „Umweltgerechtigkeit“ das Thema der Zukunft. Hinter dem Prinzip „Umweltgerechtigkeit“ verbirgt sich das Ziel, die ungerechte Verteilung von Umweltbelastungen zu reduzieren und allen Menschen, gleichwohl ihrer sozialen Situation, den Zugang zu einer intakten Natur und einem gesunden Lebensumfeld zu ermöglichen. Damit verschränkt sich Umweltpolitik mit der Sozial-, Bildungs-, Energie- und Gesundheitspolitik.

Wir setzen uns seit vielen Jahren dafür ein, auf das Thema „Umweltgerechtigkeit“ und seine Relevanz für die Gesellschaft aufmerksam zu machen. Mit Erfolg: Die Umweltministerkonferenz der Länder hat sich im Juni 2016 mit einem Beschluss dafür ausgesprochen, Umweltgerechtigkeit zu fördern und damit Umweltschutz auch mit sozialpolitischen Fragen zu verknüpfen. "Um Umweltgerechtigkeit voranzubringen, brauchen wir einen gesamtgesellschaftlichen Konsens über Partei- und Verbandsgrenzen hinaus, in dieser Hinsicht ist der Beschluss der Umweltministerkonferenz ein wichtiges Signal um Lösungen für die betroffenen Menschen zu finden", sagt Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der DUH.

Der Beschluss der Umweltministerkonferenz hält unter anderem fest “dass es Ziel einer sozial gerechten und verantwortlichen Umweltpolitik sein muss, überproportionale
Umweltbelastungen in Abhängigkeit vom sozialen Status zu minimieren. Das „Schutzgut Mensch und der im Grundgesetz verankerte Grundsatz der Chancengleichheit im Sinne der Gewährung gleichwertiger Lebensverhältnisse müssen als Leitgedanken allen wesentlichen Entscheidungen in der Umweltpolitik immanent sein.“ Damit sind die ersten wichtigen Weichen gestellt.

Jetzt geht es darum, konkrete Maßnahmen einzuführen und diese umzusetzen. In diesen Prozess bringt sie die DUH aktiv mit ein. Wir diskutieren gemeinsam mit den Umweltministern der Länder und weiteren Politikern, Wissenschaftlern, Verbänden, Städteplanern und Anwohnern, wie mehr Umweltgerechtigkeit hergestellt werden kann und wie auf Worte Taten folgen. Dabei ist uns eines besonders wichtig: Dass die Stimmen und Bedürfnisse aller gehört werden – besonders von denjenigen, die von Umweltbelastungen besonders betroffen sind. Die langjährigen Projekterfahrungen der DUH zeigen, wie wichtig eine breite gesellschaftliche Beteiligung ist, wenn es darum geht, das Lebensumfeld attraktiver zu gestalten. Doch nicht nur das: Wir wissen auch, wie hoch das Engagement der Menschen ist, aktiv zu werden. Dieses Potential gilt es zu fördern, dafür machen wir uns stark.

Mehr Informationen zur Arbeit der DUH im Bereich „Umweltgerechtigkeit“

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