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Pressemitteilung

Saubere Luft in der Landwirtschaft: Deutsche Umwelthilfe fordert 10 Prozent weniger gesundheitsschädliches Ammoniak in den nächsten zwei Jahren

Dienstag, 19.01.2021

• „Clean Air Outlook“ Bericht der EU-Kommission: Bisher verfügte Maßnahmen in Deutschland reichen nicht aus, um rechtliche Verpflichtungen einzuhalten

• DUH fordert Moratorium zur Begrenzung des Nutztierbestandes

• Ammoniak aus intensiver Tierhaltung ist Vorläufer von gesundheitsschädlichem Feinstaub

© creativenature-nl - Fotolia

Berlin, 19.1.2021: Zum Start der Internationalen Grünen Woche fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Sofortmaßnahmen der Bundesregierung, um Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft in den nächsten zwei Jahren um 10 Prozent zu verringern. Die DUH schließt damit an den aktuellen Clean Air Outlook Bericht der EU-Kommission an. Deutschland muss gemäß verbindlicher EU Verpflichtungen bis 2030 den Ammoniakausstoß um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2018 reduzieren. Ammoniak ist gesundheits- und umweltschädlich und stammt in der Landwirtschaft aus intensiver Tierhaltung sowie Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdünger. Ammoniak macht als Vorläuferstoff etwa 50 Prozent des gesundheitsschädlichen Feinstaubs aus, auf den in Deutschland jährlich knapp 60.000 vorzeitige Todesfälle zurückzuführen sind. 95 Prozent der Ammoniakemissionen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der Bericht der EU-Kommission zeigt erneut, dass die Bundesregierung sich nicht ausreichend für die Saubere Luft einsetzt. Seit 10 Jahren reißt Deutschland die Grenzwerte für den Ausstoß von Ammoniak, der Ausstoß bleibt auf hohem Niveau, anstatt zu sinken. Bisher angekündigte Maßnahmen wie Düngeverordnung, Stallumbau oder angepasste Fütterung kommen viel zu zögerlich und reichen nicht aus, um die Minderungsverpflichtungen einzuhalten. Spätestens jetzt muss das nationale Luftreinhalteprogramm nachgeschärft und mit Sofortmaßnahmen ergänzt werden. Wir fordern ein Moratorium zur Verhinderung einer Zunahme von Tierbeständen. Damit kommt die Landwirtschaft den EU-Vorgaben zum Ammoniakausstoß zumindest kurzfristig etwas näher.

Potenziale zur Reduktion von Ammoniak liegen etwa in Zucht und Herdenmanagement in der Tierhaltung. Auch eine angepasste Fütterung und ein optimierter Umgang mit dem anfallenden Wirtschaftsdünger, etwa bei der Lagerung und Ausbringung sowie der Verwertung in Biogasanlagen können Ammoniak reduzieren. Darüber hinaus ist jedoch eine Wende hin zu umweltverträglicher Landwirtschaft aus Sicht der DUH notwendig. Dazu gehört die Reduktion der Tierbestände auf ein verträgliches Maß. 

Im Projekt „Clean Air Farming“ (LIFE17 GIE/DE/610) kämpft die DUH zusammen mit europäischen Partnern für die Implementierung geltenden Rechts zur Minderung von Ammoniak und Methan aus der Landwirtschaft.

Weitere Informationen: https://www.clean-air-farming.eu

Das Projekt wird vom LIFE-Programm der Europäischen Union gefördert.

Links:

Kontakt: 

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de   

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de 

 

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