Pressemitteilung

Ostsee-Schweinswal vom Aussterben bedroht: Umweltschützer starten Petition gegen Stellnetze in Meeresschutzgebieten

Mittwoch, 12.05.2021 Dateien: 1

• Einzige in Deutschland heimische Walart ist in der zentralen Ostsee akut vom Aussterben bedroht: Population umfasst nur noch circa 500 Individuen

• Größte Bedrohung für den Schweinswal sind Stellnetze, die immer noch uneingeschränkt in Meeresschutzgebieten eingesetzt werden

• Meeresschutz-Aktivist Maximilian Gabriel fordert anlässlich des Internationalen Tags des Ostsee-Schweinswals gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe und Whale and Dolphin Conservation in einer Petition das Verbot von Stellnetzen in Meeresschutzgebieten

Berlin, 12.5.2021: Am 16. Mai ist der Internationale Tag des Ostsee-Schweinswals – der einzigen heimischen Walart Deutschlands. In der zentralen Ostsee ist er jedoch akut vom Aussterben bedroht: Dort leben nur noch rund 500 Individuen. Die Hauptbedrohung sind Stellnetze, in die die kleinen Wale als Beifang geraten. Ihr Einsatz ist selbst in Meeresschutzgebieten immer noch erlaubt. Maximilian Gabriel aus München ruft deswegen zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Whale and Dolphin Conversation (WDC) Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in einer Petition dazu auf, Stellnetze endlich aus Meeresschutzgebieten zu verbannen.

Stellnetze sind Fischernetze, die ähnlich einem Zaun auf den Meeresgrund gestellt werden und mehrere Kilometer lang sein können. Immer wieder verheddern sich Schweinswale unbeabsichtigt in den Netzen und ersticken qualvoll. Der uneingeschränkte Einsatz von Stellnetzen in Meeresschutzgebieten ist für den bedrohten Ostsee-Schweinswal verheerend – denn diese Gebiete sollen die Tiere eigentlich besonders schützen.

„Der Schweinswal steht unter strengem Naturschutz“, erklärt Petitions-Initiator Maximilian Gabriel. „Dass in ausgewiesenen Meeresschutzgebieten immer noch gefischt wird, ist ein Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht. Es ist ein Skandal, der bislang viel zu wenig Aufmerksamkeit in der Bevölkerung erhält. Das möchten wir mit unserer Petition jetzt schnellstmöglich ändern! Der Internationale Tag des Ostsee-Schweinswals ist dafür ein perfekter Anlass.“

In den Meeresschutzgebieten der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) ist bis heute jegliche Form der Fischerei – inklusive Stellnetze – erlaubt, da es bislang an dringend notwendigen Regulierungen für die Ostsee mangelt. WDC und DUH drängen seit Jahren auf eine strengere Fischereiregulierung. Mittlerweile hat sich aufgrund der hohen Dringlichkeit sogar die EU-Kommission eingeschaltet und die klare Forderung an Deutschland gestellt, in Meeresschutzgebieten keine Stellnetze mehr zu erlauben.

DUH und WDC dazu: „Die Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee ist genetisch eigenständig und somit einzigartig. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht dieser große Naturschatz für immer zu verschwinden. Jedes Tier, das durch den Beifang stirbt, ist mehr als die Population verkraften kann. Das Verschwinden der Schweinswale würde auch langfristige Folgen für das gesamte Ökosystem der Ostsee haben – eine fatale Entwicklung, wenn wir bedenken, dass das Meer der größte Klimapuffer unseres Planeten ist.“

Gesunde und artenreiche Meere sind unser größtes Kapital im Kampf gegen die Klimakrise. Insofern ist ökologisch nachhaltige Fischereipolitik auch gute Klimapolitik. DUH und WDC setzen sich dafür ein, dass umweltzerstörende Fischereipraktiken ein Ende haben, alternative Fangmethoden entwickelt und Meeresschutzgebiete zu echten und effektiven Ruhezonen für die Natur werden. Genauso wie die Landwirtschaft benötigt auch die Fischerei einen ökologischen Umbau, um sie langfristig nachhaltig zu gestalten.

Links:

Link zur Petition „Stellnetze raus aus Meeresschutzgebieten!“: https://www.change.org/schweinswal-retten

Kontakt:


Dr. Katharina Fietz, Referentin Meeresnaturschutz, DUH
030 2400867 880, fietz@duh.de

Fabian Ritter, Leiter Meeresschutz, WDC
01577 3448274, fabian.ritter@whales.org

Kontakt Presse:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe, DUH
030 240 0867 20, presse@duh.de

Bianca König, Referentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit, WDC
06251 8617762, bianca.koenig@whales.org

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