Pressemitteilung

Die umweltfreundlichen Rahmenbedingungen brauchen wir jetzt

Donnerstag, 15.07.2021

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin, benennt politische Missstände, die dazu führen, dass das Bauen sich zu wenig an Umwelt- und Klimaschutz orientiert.

© Stefan Wieland

Der Artikel erschien in der DUHwelt 02/2021.

Sie fordern, den Lebenszyklus der Gebäude zu betrachten. Warum ist das so wichtig?


Wir können die Klimaziele nur erreichen, wenn alle Einsparpotenziale des Bausektors ausgeschöpft werden. Das geht nur, wenn wir den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden, also ihre Herstellung, Errichtung und Entsorgung mitdenken. Wir dürfen nicht mehr so verschwenderisch mit begrenzt verfügbarer Energie und endlichen Ressourcen umgehen. Allein in einem Einfamilienhaus können bis zu 200 Tonnen Sand stecken, der immer häufiger auch aus Meeren oder Flüssen stammt.

Dass Bauen nicht nachhaltig gedacht wird, wird gerade beim Effizienzerlass der Bundesregierung für öffentliche Bundesgebäude besonders deutlich. Hier werden zwar endlich ambetionierte Effizienzstandards für Neubau und Sanierung festgelegt, Kreislaufwirtschaftsaspekte aber vollkommen außen vor gelassen. Wenn nicht berücksichtigt wird, wieviel Energie, Emissionen und Ressourcen bereits in einem Gebäude stecken, kann das dazu führen, dass ein Neubau als günstiger bewertet wird als die Weiter- und Umnutzung. Das darf nicht passieren!

Warum haben sich ökologische Ansätze im Bauen noch nicht in der Breite etabliert?

Das liegt zum einen daran, dass in vielen Fällen für Investoren der Neubau nicht nur die günstigste, sondern auch die einfachste Lösung ist. Oftmals stellt die Umnutzung oder der Umbau eines Gebäudes einen bürokratisch deutlichen höheren Aufwand dar, als der Neubau auf bereits ausgewiesenem Bauland. Dieses Ungleichgewicht sehen wir übrigens auch in der Förderung von Energieeffizienz – viel mehr Geld fließt in den Neubau als in die energetische Sanierung. Zudem dürfen der Abriss von Gebäuden und das Verschwenden wertvoller Ressourcen nicht einfacher und günstiger als nachhaltigere Lösungen sein.

Die Wiederverwendung und das Recycling von Bauabfällen müssen gesetzlich verpflichtend werden. Rückbaubare Gebäude aus nachhaltigen Materialien müssen zur Norm und unnötige Verbrennung und Deponierung von Bauabfällen gestoppt werden. Deshalb muss eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen, aber auch die Landschaft der Förderprogramme viel stärker den gesamten Lebenszyklus bzw. die Kreislaufwirtschaft integrieren, vom Baurecht bis zum Abfallrecht. Das hilft auch dem Klimaschutz.

Wer muss also handeln?

In allererster Linie muss die Politik Rahmenbedingungen schaffen, die nachhaltiges und lebenszyklusorientiertes Bauen voranbringen. Wir haben ein absolut uneinheitliches Baurecht mit 16 unterschiedlichen Landesbauordnungen. Beim energieeffizienten Bauen und Sanieren wird sowohl im Ordnungsrecht als auch in der Förderung bisher nur die Nutzungsphase betrachtet. Es kann auch nicht sein, dass wir heute Gebäude bauen, ohne einheitlich festzuhalten, welche Materialien und Baustoffe wie verwendet werden, wir brauchen also dringend Materialpässe für Gebäude.

Aber natürlich können auch Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden, ob sie lieber ein bestehendes Gebäude sanieren oder neu bauen und dabei auf die Verwendung nachhaltiger und ökologischer Produkte und Verfahren achten. Dann sollte man sich an Planer und Architekten wenden, die sich im Themenbereich des nachhaltigen Bauens gut auskennen. Zudem bieten einige Kommunen Förderprogramme, zum Beispiel bei Verwendung ökologischer Dämmstoffe, an.

Der Klimaschutz in Gebäuden ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und aufgrund der langen Lebenszyklen von Gebäuden ist es enorm wichtig, dass entsprechende Rahmenbedingungen jetzt geschaffen werden, sonst kommen sie für den Klimaschutz zu spät.

Weitere Informationen dazu und wie Sie sich für eine nachhaltige und sozialverträgliche Energiewende stark machen können:

Klimaschutz in Gebäuden

Klimakiller Schule: Jetzt Protestmail schreiben!

Petition: Keine halben Sachen beim CO2-Preis

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