Neue Zahlen des Umweltbundesamtes belegen das Ausmaß der Einweg-Plastikflut: 36 Milliarden Einweg-Becher und Essensboxen fallen in Deutschland jährlich an. Das entspricht 396.000 Tonnen Verpackungsmüll – ein Müllberg schwerer als der Kölner Dom. Jeden Tag landen unzählige Verpackungen nach nur wenigen Minuten Nutzung im Müll, egal ob Coffee-to-go-Becher, Take-Away-Box oder Trinkjoghurt aus dem Supermarkt. Mit dieser gigantischen Menge liegt Deutschland europaweit auf Platz 2 beim Einweg-Verbrauch. Dieses Wegwerf-System ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis falscher Anreize.
Zwar gilt seit 2023 eine Mehrwegangebotspflicht, doch in der Praxis bleibt Einweg meist die bequemere Wahl und dessen Nutzung ohne negative Konsequenzen. Dabei gibt es längst Alternativen – nicht nur für Coffee-to-go oder Take-Away-Essen, sondern inzwischen auch für vorverpackte Salate, Desserts oder Snacks im Supermarkt. Doch gerade in der Anfangsphase sind die Investitionen für Logistik, Reinigung und Rückgabe hoch. Deshalb fordern wir von Umweltminister Schneider, sich für eine wirksame finanzielle Mehrwegförderung und eine Abgabe auf Einweg-Verpackungen einzusetzen. Nur wenn nachhaltige Mehrweg-Lösungen schnell skalieren sowie in der Breite angeboten werden und sich die negativen Umweltauswirkungen von Einweg im Produktpreis widerspiegeln, gelingt die Verpackungswende.
Parallel dazu verschärft sich die Krise beim Elektroschrott. 2024 wurden in Deutschland lediglich 28,7 Prozent des Elektroschrotts gesammelt – gesetzlich vorgeschrieben sind 65 Prozent. Eine große Menge alter Handys, Toaster und Kühlschränke verschwindet aus dem offiziellen System. Dabei gehen auch enorme wirtschaftliche Chancen verloren: Eine von der DUH in Auftrag gegebene Studie belegt, dass durch eine konsequente Herstellerverantwortung das Sammelziel von 65 Prozent erreicht, jährlich bis zu 810.000 Tonnen zusätzliche Rohstoffe im Wert von über 2 Milliarden Euro zurückgewonnen und rund 39.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.
Hersteller müssen endlich für die Sammlung, das Recycling und Wiederverwendung ihrer Produkte in die volle Verantwortung genommen werden. Wir fordern, dass Carsten Schneider als zuständiger Bundespolitiker im Elektrogesetz klare Verantwortlichkeiten und verbindliche Quoten für die Sammlung, das Recycling und die Wiederverwendung von Altgeräten durchsetzt.
Sie können jetzt aktiv werden: Unterstützen Sie Mehrweg und echte Kreislaufwirtschaft und unterschreiben Sie unsere Mehrweg-Petition. Jede Stimme zählt, damit Mehrweg zum neuen Normal wird.
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