Chancen für Zusammenarbeit in der südlichen Ostsee

Deutsch-Polnische Fachkonferenz vom 06. bis 08. Oktober 2021 im digitalen Format mit Simultanübersetzung

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Gesunde Meere sind essenziell für unser Wohlergehen, die Artenvielfalt und das Klima. Auf vielfältige Weise stellen sie unseren Wohlstand und unsere Gesundheit sicher. Deshalb müssen wir die Meere schützen.

Meeresschutzgebiete dienen nicht nur gefährdeten Arten als Rückzugs- und Erholungsraum, sie bieten viele weitere ökologische und ökonomische Vorteile. In diesem geschützten Raum können sich Tiere besser vermehren, sie werden älter und damit auch größer. Davon profitiert die Fischerei in angrenzenden ungeschützten Gebieten und auch naturbegeisterte Tourist:innen freuen sich über die große Artenvielfalt. Doch trotz zahlreicher rechtlich verpflichtender Schutzvorgaben befinden sich die Meere bis heute in einem schlechten ökologischen Zustand. Davon betroffen ist auch der deutsch-polnische Meeresgebietskomplex der Pommerschen Bucht in der südlichen Ostsee. Die negativen Auswirkungen sind insbesondere für die Meeresbewohner, aber auch für die Fischerei und andere Wirtschaftszweige verheerend.

Die DUH führt deshalb vom 6. bis 8. Oktober eine transnationale Fachkonferenz durch, die deutschen und polnischen Akteur:innen die Möglichkeit gibt, gemeinsam über ein grenzüberschreitendes Management von effektiven Meeresschutzgebieten und über eine nachhaltige Fischerei in der südlichen Ostsee zu diskutieren.

Die Konferenz gliedert sich thematisch in drei Schwerpunkte:

1) Vorteile effektiver Meeresschutzgebiete für Mensch und Natur 
In informativen Vorträgen werden Studien zu Meeresschutzgebieten und möglichen Auswirkungen nutzungsfreier Zonen präsentiert und erörtert. Darüber hinaus möchten wir gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur:innen diskutieren, wo Widerstände gegen Zonierungskonzepte und Nullnutzungszonen liegen und was es braucht, um diese aus Sicht der Akteur:innen abzubauen.

2) Ökosystemleistungen von Meeresschutzgebieten und gesunden Meeren
Hier möchten wir einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zum Thema verschaffen. Daneben liegt der Fokus auf verschiedenen Fragen: Welche Ökosystemleistungen können Meeresschutzgebiete, wenn gut gemanagt, bereitstellen? Welche Voraussetzungen braucht es hierfür? Wie wichtig sind die Meere für das Klima? Wie ist der Umgang damit auf deutscher und polnischer Seite?  

3) Fischerei und Meeresschutz
Die Fischerei hat als größter direkter anthropogener Stressfaktor erheblichen Einfluss auf die marinen Ökosysteme. Daher muss auch sie in die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 - 30 Prozent geschützte Meeresflächen innerhalb der EU, davon 10 Prozent streng geschützt - einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund werden die fischereiliche Nutzung der Natura2000-Gebiete der Ostsee, Maßnahmen zum Wiederaufbau des östlichen Dorschbestandes sowie Maßnahmen zur Fischereikontrolle thematisiert, um kooperative Lösungen mit der Fischerei zu finden.   

Der Ostsee geht es durch starke Übernutzung schlecht. Überfischung, Verschmutzung, Eutrophierung und Klimakrise bedrohen die marinen Ökosysteme mitsamt ihrer Biodiversität. Davon betroffen ist auch der grenzübergreifende ökologisch einzigartige Meeresschutzgebietskomplex der Pommerschen Bucht. Dieser liegt vor der vorpommerschen und polnischen Küste und gehört sowohl zu den Territorialgewässern als auch zur Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands und Polens. Das Gebiet ist ein europaweit herausragendes Rast-, Nahrungs- und Mauserhabitat für ca. 1,25 Millionen Seevögel. Außerdem dient es als wichtiges Nahrungsgebiet für die stark gefährdete Schweinswalpopulation der Zentralen Ostsee.


© Sven Koschinski/Fjord & Baelt Kerteminde, DK

Trotz Unterschutzstellung existieren bisher nur sehr unzureichende Schutzmaßnahmen in der deutschen und polnischen Ostsee. Die deutschen Managementpläne für die marinen Natura2000-Gebiete der AWZ der Ostsee befinden sich noch in der letzten Abstimmung und werden erst im Laufe des Jahres 2021 erwartet. Auf polnischer Seite befindet sich die Ausarbeitung der marinen Natura2000-Managementpläne noch auf regionaler Abstimmungsebene. Die Fischerei kann nicht durch die nationalen Schutzgebiets-Verordnungen geregelt werden, da dies nur im Rahmen des üblichen EU-GFP Art.11-Verfahrens mit Zustimmung aller betroffenen Fischereinationen möglich ist.

Gerade Meeresschutzgebiete mit nutzungsfreien Zonen, sogenannten Nullnutzungszonen, haben sich aber weltweit als Gewinn für die Meeresflora und -Fauna herausgestellt: Durch ihre Funktion als Rückzugs- und Laichgebiete können sie auch zu einem Anstieg von Fischpopulationen beitragen und zugleich außerhalb für höhere Fangerträge sorgen und damit eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Entwicklung fördern.


© Wolf Wichmann

Die Fachkonferenz bietet deutschen und polnischen Vertreter:innen aus Politik, Behörden, Tourismus, Fischerei, Wissenschaft, Umweltorganisationen sowie der interessierten Öffentlichkeit die Chance, gemeinsam über ein grenzüberschreitendes Management von effektiven Meeresschutzgebieten und einer nachhaltigen Fischerei in der südlichen Ostsee zu diskutieren. Den Rahmen hierfür bietet eine Kombination aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Arbeit in Kleingruppen.

Die Konferenz wird digital mithilfe des Videokonferenzdienstes Zoom durchgeführt. Bitte melden Sie sich bis zum 26. September HIER an. Die Teilnahme an der Fachkonferenz ist kostenfrei. Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Katharina Fietz und Katrin Quiring gern per Email (fietz@duh.dequiring@duh.de) zur Verfügung. 

Dokumente & Downloads

Einladung & Programm

Kontakt

Copyright: © Steffen Holzmann

Ulrich Stöcker
Teamleiter Wildnis & Ökosystemleistungen
E-Mail: Mail schreiben

Copyright: © M. Krag

Dr. Katharina Fietz
Referentin Meeresnaturschutz
E-Mail: Mail schreiben

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